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Herzkrankheiten: Positive Einstellung senkt das Infarktrisiko

Glückliche Menschen bekommen deutlich seltener Infarkte und andere Herzkrankheiten, fanden US-Forscher heraus. Sie gingen auch der Frage nach, wie Menschen ihre Einstellung ändern können.

Kleine tägliche Freuden wirken sich positiv auf die Gesundheit aus

Kleine tägliche Freuden wirken sich positiv auf die Gesundheit aus

Glückliche und zufriedene Menschen bekommen seltener Herzkrankheiten. In einer Langzeitstudie haben US-Forscher 1739 gesunde Erwachsene untersucht. Das Ergebnis der Studie, die jetzt im "European Heart Journal" veröffentlicht wurde: Je positiver die Lebenseinstellung, desto geringer ist das Risiko für einen Infarkt oder eine schlechte Durchblutung der Herzkranzgefäße.

Die Forscher schätzten das Risiko für eine Herzkrankheit ebenso ein wie die Neigung zu Depressionen und Ängsten oder positiven Gefühlen wie Freude, Zufriedenheit und Begeisterungsfähigkeit. Zwar könnten diese Gefühle vorübergehen, sie seien aber im Erwachsenenalter meist relativ stabile Charaktermerkmale, meinten die Forscher von der Columbia Universität in New York. Sie beurteilten die positive Lebenseinstellung anhand einer Fünf-Punkte-Skala von "nicht vorhanden" bis "extrem vorhanden". Mit jedem Punkt mehr nahm das Herzkrankheitsrisiko bei den Teilnehmern deutlich ab. Selbst kurzzeitige depressive Verstimmungen erhöhten das Risiko von Menschen mit einer grundsätzlich positiven Einstellung nicht.

Schon kleine tägliche Freuden helfen

Wie kann die Lebenseinstellung langfristig vor Herzkrankheiten schützen? "Es gibt mehrere mögliche Erklärungen", teilt die Wissenschaftlerin Kathrin Davidson mit. Zum Beispiel kann der Einfluss auf die Herzschlagfrequenz oder Schlaf- oder Rauchgewohnheiten eine Rolle spielen. Menschen mit einer positiven Einstellung gönnen sich vielleicht längere Ruhepausen. Zudem können sie sich möglicherweise schneller von Stress erholen, weil ihr vegetatives Nervensystem eher für Ruhe und Erholung sorgt. Sie verbringen weniger Zeit damit, negative Erlebnisse immer wieder "durchzukauen", sagen die Wissenschaftler.

Laut den Forschern um Karina Davidson ist es relativ einfach, die persönliche Einstellung zu ändern. Schon kleine tägliche Freuden wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Dazu müsse man lediglich angenehme Betätigungen in den Alltag einbauen. "Wenn Sie es lieben, Romane zu lesen, aber nie dazu kommen, versuchen Sie, sich jeden Tag 15 Minuten Zeit dafür zu nehmen. Wenn Laufen oder Musikhören ihre Stimmung verbessert, integrieren Sie es in ihren Tagesablauf." Jeden Tag ein paar Minuten entspannt zu sein und Spaß zu haben, könne für die psychische und körperliche Gesundheit nur förderlich sein.

DPA / DPA
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