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Krebsgefahr: Rewe: Antibiotikum in Hähnchenfleisch

Die Rewe-Handelsgruppe holt ihre „Hähnchen-Nuggets“ der Marke „Salto“ wegen einer Verunreinigung mit dem das möglicherweise Krebs erregende Mittel Nitrofuran aus den Regalen.

Die Rewe-Handelsgruppe (Köln) holt ihre »Hähnchen-Nuggets« der Marke »Salto« wegen einer möglichen Verunreinigung mit einem verbotenen Antibiotikum vorsorglich aus den Regalen. In einer Probe des Fleisches aus Massentierhaltung war nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace vom Donnerstag das möglicherweise Krebs erregende Mittel Nitrofuran entdeckt worden. Das Fleisch stamme aus Brasilien und sei im vergangenen Juli an einen fleischverarbeitenden Betrieb im Landkreis Warendorf (Nordrhein- Westfalen) geliefert worden, fanden Ermittler des Landkreises heraus.

Die Lieferung sei bis September/Oktober vollständig verarbeitet und an Supermärkte des Rewe-Konzerns ausgeliefert worden. Rewe- Sprecher Wolfram Schmuck kündigte umfassende Analysen durch unabhängige Institute und die amtliche Lebensmittelüberwachung an. Bis zur Klärung würde das Fertiggericht vom Markt genommen. Das Rikkit-Labor der Universität Wageningen in den Niederlanden habe das Antibiotikum in den »Salto«-Nuggets gefunden, teilte Greenpeace in Hamburg mit. Greenpeace hatte das Produkt mit dem Haltbarkeitsdatum 29.08.2003 eigenen Angaben zufolge im Oktober in der Hansestadt in einem zur Rewe-Gruppe zählenden Penny-Markt gekauft. Schmuck betonte, die Rewe-Produkte würden regelmäßig durch die Behörden, die Lieferanten und das Handelsunternehmen kontrolliert.

In dem Betrieb im münsterländischen Warendorf seien nur noch Rückstellproben der Lieferung aus Brasilien gefunden worden, sagte Warendorfs stellvertretender Kreissprecher Olaf Gericke. Diese seien an das Chemische Landes- und staatliche Veterinäruntersuchungsamt in Münster geschickt worden. Ergebnisse sollen erst in der kommenden Woche vorliegen. Bereits gezogene Proben des Betriebs hätten keinen Befund ergeben. Auch vorherige Überprüfungen der Grenzuntersuchungsstelle, die ebenfalls auf Nitrofuran getestet haben, seien negativ verlaufen.

Zu Mitteln wie Nitrofuran greifen Massentierhalter, wenn die Krankheiten im Stall so schwer sind, dass erlaubte Mittel nicht mehr ausreichen, erklärte Greenpeace. Es sei ein Zeichen für miserable Tierhaltung.

Die deutschen Geflügelfleischerzeuger nahmen den Vorfall zum Anlass, eine eindeutige Herkunftskennzeichnung für frisches und verarbeitetes Fleisch zu fordern. Bereits im Frühjahr 2002 habe sich sein Verband für lückenlose Importkontrollen bei thailändischen und brasilianischen Geflügelfleischimporten in die Europäische Union eingesetzt, sagte Gerhard Wagner, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Damals sei das seit 1994 in der EU verbotene Nitrofuran bei Einfuhrkontrollen in Fleisch aus diesen Ländern gefunden worden.

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