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Masern-Ausbruch: Türsteher vor der Schule

Masern-Alarm in Freiburg: Nachdem an einer Schule die Masern ausgebrochen sind, dürfen die Schüler nur noch mit Impfpass oder Laborbescheid zum Unterricht kommen. Wer nicht geimpft ist, muss die Schule schwänzen.

Nach dem Ausbruch von Masern an einer Gesamtschule in Freiburg sind die Schüler am Freitagmorgen nur mit Impfpass oder Laborbescheid in die Schule gekommen. An den Eingängen gab es Einlasskontrollen, Lehrer fungierten als Türsteher. Kinder und Jugendliche, die nicht gegen Masern geimpft sind, durften das Schulgebäude nicht betreten. Die Aktion sei reibungslos verlaufen, sagte Schulleiter Wolfgang Kolb. Die meisten Schüler konnten belegen, dass sie geimpft sind. Lehrer mussten sich einem Bluttest unterziehen, um ihre Immunität gegen das hoch ansteckende Virus zu belegen. Der Masern-Alarm wird die nächsten zwei Wochen bestehenbleiben.

Schüler, die nicht geimpft sind, dürfen erst vom 23. April an - nach Ende der Inkubationszeit - wieder die Schulbank drücken. Damit soll verhindert werden, dass sich die Krankheit unter den Kindern und Jugendlichen ausbreitet. Dem Gesundheitsamt liegen nach eigenen Angaben bislang Berichte über Infektionen bei 30 ungeimpften Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen vor.

Auch an einer Gütersloher Waldorfschule hat das dortige Gesundheitsamt wegen Masern Kinder ohne Impfschutz vom Unterricht ausgeschlossen. Sie dürfen nach Angaben des Kreises bis zum 22. April - dem Ende der möglichen Ansteckungszeit - nicht mehr zur Schule. Zu Beginn der Woche hatte es an der Schule den ersten Masernfall gegeben, sieben andere Schüler hatten sich zuvor in den Ferien angesteckt. Für Lehrer, Eltern und sonstiges Personal gelte dieselbe Maßnahme, auch für Schüler ohne Impfbuch. Bislang habe die Schule die Impfausweise von 153 der 350 Schüler einsehen können. 32 Schüler waren ohne Impfschutz.

Die Masern-Impfquoten bei Kindern in Deutschland haben sich in den vergangenen nach Daten des Robert Koch-Instituts in den zwar stetig verbessert, reichten jedoch für die angestrebte Ausrottung der Masern noch nicht aus. Ein Viertel der Jugendlichen habe keinen vollständigen Impfschutz gegen die Virusinfektion, betonte das Institut. Zum Schulbeginn 2006 seien immerhin rund 83 Prozent der Kinder ausreichend geimpft gewesen. Das seien aber noch zu wenige. Zudem würden viele Kinder zu spät geimpft. Empfohlen werden zwei Impfungen vor dem zweiten Geburtstag.

DPA / DPA
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