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Österreich: Vogelgrippe bei Nutztieren aufgetreten

In Österreich wurde erstmals Vogelgrippe bei Nutztieren nachgewiesen. Offenbar wurde in einem Tierheim ein Schwan mit Hühnern gemeinsam in einem Käfig gehalten - ein typischer Fall von Problemen in Tierheimen.

In Österreich sind erste Fälle der Vogelgrippe bei Nutztieren aufgetreten. Die Behörden sehen dies aber als Einzelfall an und sehen keine Bedrohung anderer Geflügelbestände. In einem Tierheim nahe der steirischen Landeshauptstadt Graz sei bei Hühnern und Enten das für Menschen gefährliche Virus H5N1 identifiziert worden, sagte die Sprecherin des steirischen Ministers für Land- und Forstwirtschaft Johann Seitinger am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Infizierter Schwarm Hühnern und Enten gehalten

Die zwei Hühner und drei Enten seien verbotenerweise mit einem Schwan, der aus der Region mit nachgewiesenen Fällen von Vogelgrippe in das Tierheim "Arche Noah" gebracht wurde, in einem Stall gehalten worden, sagte Sprecherin Josefa Umundum.

"Aus unserer Sicht ist das ein Einzelfall", sagte sie. Es gebe keine Anhaltspunkte für ein Übergreifen auf heimische Geflügelbestände. Die "Arche Noah" habe den Schwan aufgenommen und habe dies nicht den Behörden gemeldet. Erst nach Erkrankung des Schwans seien er und der übrige Geflügelbestand von 30 Tieren auf Anweisung der Landesregierung getötet und untersucht worden. "Der Schwan hat offenbar die anderen Tiere infiziert", sagte die Sprecherin. Mit anderem Geflügel sei der Schwan nicht in Kontakt gekommen. Die ersten Vogelgrippefälle bei wilden Schwänen waren Mitte Februar im Grenzgebiet zu Slowenien aufgetaucht. In Österreich gilt mittlerweile eine generelle Stallpflicht für Geflügel.

Tierschützer fordern getrennte Geflügelhaltung

Nach dem ersten Nachweis der Vogelgrippe an Nutztieren in Österreich haben Tierschützer in Deutschland darauf gedrungen, Wildvögel nicht zusammen mit Nutz- oder Ziervögeln zu halten. "Haus- und Wildtiere kommen in keinem Tierheim zusammen in einen Käfig“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, Reuters am Mittwoch in Bonn. Dies müsse unbedingt gewährleistet werden. "Die würden wir ohnehin nie zusammen tun", sagte Klaus Arnhold vom Berliner Tierschutzverein über die gemeinsame Haltung von Wild- und Hausgeflügel. Das verbiete sich schon wegen der Ansteckungsgefahr. Der Verein betreibt in Berlin-Hohenschönhausen das größte deutsche Tierheim, das bis zu 1000 Tiere aufnehmen kann. Generell bemühe sich der Verein, Vögel schnell wieder abzugeben. Hühner würden zu Bauern gebracht, Wildvögel einer besonderen Einrichtung der Umweltorganisation BUND übergeben.

Generell stellt die Vogelgrippe die Tierschützer in Deutschland vor bislang unbekannte Probleme beim Umgang mit verletzten Wildvögeln. "Wir sind ratlos, wie wir uns verhalten sollen, wenn ein verletztes Tier gebracht wird", sagte Schröder. Ein solcher Vogel sei ein Tierschutzfall, dessen Behandlung nicht abgelehnt werden dürfe.

Auf der anderen Seite bestehe die Gefahr, dass der Vogel das Virus H5N1 in sich trage und andere Tiere anstecke. Es gebe in den meisten Tierheimen in Deutschland keine Quarantänestationen, in denen verletzte Tiere untergebracht werden könnten. "Wir verlangen von den Veterinärämtern relativ rasch eine Regelung, die tierschutzgerecht ist", sagte Schröder der Nachrichtenagentur Reuters. Die Lösung könne nicht darin bestehen, die möglicherweise nur verletzten, aber sonst nicht kranken Tiere zu töten.

Reuters / Reuters

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