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Teststation an der Autobahn Nach Test-Panne in Bayern: Hamburger läuft unwissentlich infiziert tagelang durch die Stadt

Coronavirus-Teststation an einer Autobahn in Bayern
Coronavirus-Teststation an einer Autobahn in Bayern
© Sven Hoppe / DPA
Welche Auswirkungen die Coronavirus-Test-Panne an bayerischen Autobahnen haben kann, zeigt der Fall eines 20-Jährigen aus Hamburg.

Über 1000 positive Coronavirus-Tests wurden bei der Panne in Bayern vertrödelt. Das musste die Staatsregierung am Donnerstag einräumen.

Die Drive-In-Tests an den bayerischen Autobahnen sollten Sicherheit für Reiserückkehrer bringen und so einer Ausbreitung des Coronavirus entgegenwirken. Doch weil der Datenabgleich zwischen den Testformularen und den Laboruntersuchungen händisch ablief, stellten sich Verzögerungen bei der Übermittlung der Ergebnisse ein – offenbar war man im Freistaat vom Ansturm auf die Testcenter überrascht worden.

Erst nach Tagen über positiven Coronavirus-Test informiert

Was sich zunächst nach einer harmlosen Panne anhört, kann zu einem handfesten Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung werden, wenn sich die positiv Getesteten in dem Glauben, nicht infiziert zu sein, weiter im Land bewegen.

Genau einen solchen Fall schilderte das "Hamburger Abendblatt" am Freitag. Dem Bericht zufolge hatte sich ein 20-Jähriger am 2. August auf dem Rückweg aus Kroatien hinter der deutschen Grenze an der Autobahn freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Bei einem positiven Test werde man telefonisch kontaktiert, habe es geheißen – und zwar innerhalb von drei bis fünf Tagen.

Daher habe der 20-Jährige nach der Ankunft in der Hansestadt eine viertägige Quarantäne begonnen, Symptome einer Covid-19-Erkrankung habe es dabei keine gegeben.

Neun Tage nach dem Test, also weit nach dem Ende der Selbst-Isolation, habe der Hamburger zwei Schreiben erhalten: "Die Information über das positive Corona-Ergebnis aus Bayern – datiert auf den 8. August – sowie eine Information des Bezirksamts Wandsbek. Letztere wies darauf hin, eine häusliche Quarantäne von mindestens 10 Tagen nach Erkrankung einzuhalten", schrieb das "Abendblatt" weiter. Das Bezirksamt habe angegeben, den 20-Jährigen nicht telefonisch erreicht zu haben, möglicherweise weil keine Telefonnummer vorgelegen habe. Der Hamburger widersprach dieser Darstellung der Behörde. Er habe seine Nummer an der Autobahn leserlich eingetragen und in der Zwischenzeit keinen Anruf einer ihm unbekannten Nummer erhalten.

Zwischen dem Ende seiner freiwilligen Quarantäne und der Information seitens der Behörden sei der junge Mann in der Stadt unterwegs gewesen, habe unter anderem ein Restaurant und eine Feier besucht und somit als unwissentlich Infizierter mit einer ganzen Reihe von anderen Menschen Kontakt gehabt. Erst am 12. August hätten die Behörden von ihm die Daten seiner Kontaktpersonen abgefragt.

Ob er weitere Menschen infiziert hat, ist nicht bekannt. Der Fall zeigt jedoch, welche Folgen die Panne an den bayerischen Autobahnen bundesweit haben kann. Einer der Mitreisenden des Hamburgers wartete dem Bericht zufolge noch am Freitag auf sein Testergebnis.

Quellen:"Hamburger Abendblatt", Nachrichtenagentur DPA

wue

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