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Prophylaxe: Bakterien gegen HIV

Gentechnisch veränderte Bakterien aus der natürlichen Scheidenflora sollen nach den Plänen von US-Forschern künftig Infektionen mit dem Aidsvirus verhindern.

Gentechnisch veränderte Bakterien aus der natürlichen Scheidenflora sollen nach den Plänen von US-Forschern künftig Infektionen mit dem Aidsvirus verhindern. Mit dieser Methode könnten sich Frauen eines Tages womöglich besser gegen die tödliche Immunschwäche schützen. Das schreibt eine Arbeitsgruppe um John Lewicki von der Stanford University (US-Staat Kalifornien) im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS, DOI/10.1073/pnas.1934747100).

Bakterium verhindert Andockung des Aidsvirus

Das Bakterium Lactobacillus jensenii wurde gentechnisch so verändert, dass es ein neues Protein gegen Aidsviren produziert. Dieses blockiert genau jene Bindestellen an den Viren, mit denen sie sich an die Zellen in der Schleimhaut der Scheide anlagern, um den Körper zu infizieren.

Einsatz in Entwicklungsländern denkbar

Im Versuch mit Zellkulturen habe das Protein tatsächlich dafür gesorgt, dass weniger Zellen infiziert wurden, heißt es in "PNAS". Die Bakterien werden noch nicht in einer klinischen Studie geprüft, können nach Einschätzung von Lewicki und seinen Kollegen aber dabei helfen, die Infektionsrate zu senken. Solche Mikroorganismen wären zudem leicht und billig herzustellen. Sie böten sich daher besonders für den Einsatz in den Entwicklungsländern an.

Neue Klasse von Medikamenten in der Entwicklung

Eine solche Methode wäre besonders für Frauen in Afrika von Nutzen. Ihr vielfach niedriger sozialer Stand ermöglicht es ihnen kaum, sich den sexuellen Wünschen von Männern zu widersetzen. Diese lehnen den Gebrauch von Kondomen aber häufig ab. Die gentechnisch veränderten Bakterien blieben hingegen unbemerkt. Ähnliches gilt für eine neue Klasse von Medikamenten, die zurzeit in vielen Labors entwickelt werden. Diese so genannten Mikrobizide sollen ebenfalls in die Scheide gespritzt werden, um die Aidsviren rechtzeitig außer Gefecht zu setzen.

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