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Psychologie: "Winter-Blues" durch Wetterfrust

Vereiste Gehwege, Schneematsch und alles grau in grau: Fühlen Sie sich im Winter oft niedergeschlagen und lustlos? Viele Menschen haben den "Winter-Blues" dieses Jahr besonders lange. Dagegen lässt sich aber etwas tun.

Viele Menschen haben wegen des Frostwetters den "Winter-Blues" besonders lange

Viele Menschen haben wegen des Frostwetters den "Winter-Blues" besonders lange

Das Frostwetter verlängert den "Winter-Blues". Viele Menschen seien nach sechs Wochen Dauerfrost, Glatteis, Schneefall und wenig Sonnenschein spürbar schlechter drauf, sagt York Scheller, Diplompsychologe bei der Techniker Krankenkasse. Dafür spiele der erlebte Kontrast zwischen Biorhythmus und Wetter eine Rolle, berichtet Peter Walschburger, Biopsychologe an der Freien Universität Berlin. "Durch die längeren Tage kommen wir in vitalere Stimmung, doch die Kälte zwingt uns fröstelnd in die Häuser zurück. Das gibt Frust." Dieses jahreszeitlich bedingte Phänomen hat auch einen wissenschaftlichen Namen: "Saisonal Affective Disorder", Saisonal Abhängige Depression (SAD).

Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Stimmungsschwankungen sind die Folge. Oft lässt auch das Konzentrationsbedürfnis nach und das Schlafbedürfnis nimmt zu. Plötzliche Heißhungerattacken können vorkommen. Psychologen halten den "Winter-Blues" für eine Vorstufe zu depressiven Verstimmungen, die vor allem durch Lichtmangel ausgelöst wird. Denn ohne Licht produziert der Körper weniger stimmungsaufhellende Endorphine und schüttet geringere Mengen des "Glückshormons" Serotonin aus. Eigentlich sollte die Blues-Zeit im Februar ihrem Ende entgegen gehen, dieses Jahr aber machen uns die eisigen Temperaturen einen Strich durch die Rechnung.

Seit Jahrtausenden spiele die Jahreszeiten eine große Rolle für die "innere Uhr" und das Wohlbefinden des Menschen, sagt Walschburger. "Es gibt eine sehr intime Wechselwirkung zwischen der physikalischen Umwelt und menschlichen Stimmungslagen". Im Winter schaltet der Organismus eben einen Gang herunter. Ein Grund zur Klage ist das nicht. Es sei eher die Frage, was man daraus mache, betont Walschburger. "Statt über das Wetter zu lamentieren, sollten wir uns lieber etwas Schönes gönnen". Manchmal wirke auch ein Stück Schokolade Wunder.

Einfache Hausmittel helfen

"Müde und trübe Stimmung im Winter wird verstärkt, wenn Anregungen aus der Welt da draußen fehlen", berichtet auch Psychologe Scheller. "Oft trifft das Menschen, die nicht durch ihren Beruf gezwungen sind, ihre Wohnung zu verlassen." Im Unterschied zu depressiven Verstimmungen ist ein Winter-Blues oft mit einfachen Hausmitteln zu kurieren. Üblicherweise rät Scheller zu einen 15-minütigen Spaziergang an der frischen Luft. "Das kann ich bei dieser Glätte aber niemandem guten Gewissens empfehlen", sagt er. "Die Bürgersteige sind ja schon vergletschert."

Es gebe aber ungefährlichere Alternativen, um dem Licht- und Luftmangel auch in den eigenen vier Wände entgegenzuwirken. "Ich rate dazu, tagsüber sehr viele Lampen in der Wohnung anzumachen und öfter gut durchzulüften. Auch wenn das dann ein bisschen mehr Strom und Heizung kostet." Farben verbesserten ebenfalls die Laune, zum Beispiel eine rote Decke auf dem Sofa oder ein schicker Schal. "Hauptsache nicht grau", sagt der Psychologe. Wichtig sei es, das Leben aktiv und abwechslungsreich zu gestalten: Abends öfter ausgehen, Freunde einladen, Spiele auspacken oder mal den CD-Spieler aufdrehen. Gymnastik oder Schwimmen helfe gegen den Bewegungsmangel. Eine schöne Abwechselung sei auch das Kochen, betonte Scheller. "Das regt die Sinne an. Am besten ist etwas Leichtes mit Gemüse, sonst fällt man ja gleich wieder in den Sessel."

Ulrike v. Leszczynski/DPA / DPA
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