Seuche Neue Vogelgrippe-Ausbrüche in China und Vietnam


Wieder sind tausende Hühner und Wildvögel in China und Vietnam an der Vogelgrippe verendet. Um der Seuche Herr zu werden, hat die chinesische Regierung nun die Impfung von rund 14 Millionen Vögeln angeordnet. 370.000 Tiere wurden bereits getötet.

Aus China und Vietnam sind neue Fälle von Vogelgrippe gemeldet worden. In China wurde die Seuche zum vierten Mal innerhalb von drei Wochen festgestellt. Nach Behördenangaben erlagen in einem Dorf im Nordosten des Landes 8.940 Hühner dem Virus. Fast 370.000 weitere Vögel wurden getötet. In Vietnam war Geflügel in drei Dörfern im Norden des Landes betroffen.

Betroffene Regionen wurden unter Quarantäne gestellt

Mehr als 3.000 Vögel in der Provinz Bac Giang seien verendet oder getötet worden, sagte ein örtlicher Behördenvertreter am Freitag. Außerdem seien weitere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden. Wie das chinesische Landwirtschaftsministerium am Donnerstagabend auf der Website der Weltorganisation für Tiergesundheit in Paris erklärte, trat die Krankheit am 26. Oktober in dem Dorf Badaohao in der Provinz Liaoning auf. Außerdem seien 20 tote Elstern und andere Wildvögel entdeckt worden.

Tests hätten ergeben, dass die Vögel mit dem H5-Typ des Virus infiziert waren. Die betroffene Region wurde unter Quarantäne gestellt, die Behörden ordneten die Impfung von 13,9 Millionen Hühnern und anderem Geflügel in Liaoning an. Die Regierung in Peking gab die Bildung eines nationalen Koordinationszentrums im Kampf gegen die Vogelgrippe bekannt. Es wird von sechs Ministern und Vizeministern aus den Bereichen Gesundheit, Quarantäne, Wissenschaft und Äußeres geleitet. China sehe sich einer ernsten Lage ausgesetzt, erklärte Vizeministerpräsident Hui Liangyu laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Annan fordert Schadensersatz für betroffene Geflügelbauern

Hui leitet das Zentrum zur Grippebekämpfung. In Australien wurde ein Mann nach seiner Rückkehr aus China am Freitag auf eine mögliche Vogelgrippeinfektion hin untersucht. Der Mann wurde auf die Isolierstation eines Krankenhauses in Melbourne gebracht. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte, es sei der sechste derartige Fall, "und bei allen hat sich herausgestellt, dass sie andere Grippe, normale Grippe, nicht Vogelgrippe haben". UN-Generalsekretär Kofi Annan fordert angesichts der unabsehbaren Gefahren durch die Vogelgrippe ein Entschädigungssystem für Geflügelbauern, die ihre Tiere durch die Krankheit verlieren.

Weltweite Ausbreitung der Vogelgrippe

"Wenn sie nicht entschädigt werden, werden sie ihre kranken Tiere nicht melden", sagte Annan am Donnerstag auf einen Gesundheitskongress in New York. Gesundheitsexperten sind darüber besorgt, dass der tödliche Virustyp H5N1 in eine von Mensch zu Mensch leicht übertragbare Form mutieren könnte. Dies könnte eine Pandemie auslösen, der weltweit Millionen Menschen zum Opfer fielen. Bisher sind in Asien seit 2003 insgesamt 62 Menschen an H5N1 gestorben, die engen Kontakt mit Vögeln hatten. Die Asiatische Entwicklungsbank warnte am Donnerstag, an einer Grippe-Pandemie könnten in Asien drei Millionen Menschen sterben. Den möglichen volkswirtschaftlichen Schaden bezifferte die Bank in ihrem Bericht allein in Asien auf fast 300 Milliarden Dollar, außerdem drohe eine weltweite Rezession.

AP


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