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Kluges Zeitmanagement Stress reduzieren: Wie die Eisenhower-Technik Ordnung in Ihr Leben bringt

Bürofrau gestresst, umgeben von To Dos.
Dauererreichbarkeit, Mehrfachbelastungen sowie Zeit- und Leistungsdruck können zu einer andauernden Stresssituation führen. Das richtige Zeitmanagement kann hierbei Abhilfe schaffen. 
© Tijana87 / Getty Images
Die Eisenhower-Technik hilft Ihnen dabei, Ihr persönliches Zeitmanagement im Beruf und Alltag zu optimieren und so alltäglichen Stress effektiv zu reduzieren. Eine wichtige Fähigkeit in unserer heutigen schnelllebigen Welt. 

Schneller als gedacht können sich Aufgaben, Projekte oder Verpflichtungen summieren und einen enormen Druck ausüben. Vor lauter To Dos verliert man wortwörtlich den Überblick, fühlt sich verloren und vor allem gestresst. Dabei kann es vorkommen, dass man sich bei zu vielen gleichzeitig anstehenden Ausgaben verzetteln und sich von unwichtigen, weniger dringlichen To-Dos vereinnahmen lässt. Oft reicht eine einfache To-Do-Liste an diesem Punkt nicht mehr aus, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Um zu verhindern, dass uns der Arbeitsaufwand und -stress erdrückt, muss man zwangsläufig lernen, Aufgaben besser zu priorisieren und zu terminieren. Die Eisenhower-Technik ist dabei eine wirkungsvolle Methode, um Sie bei Ihrer alltäglichen Planung zu unterstützen. Sie differenziert dabei zwischen wichtigen, dringenden Aufgaben und unwichtigen, nicht dringenden Aufgaben. Entscheidend ist, dass wichtige Aufgaben sofort erledigt werden und unwichtige Aufgaben entweder delegiert oder eliminiert werden.

Gefahren von dauerhaftem Stress

Jeder hat ihn, keiner will ihn – Stress, welcher vor allem durch ständigen Zeitdruck entsteht. Dazu gesellt sich oftmals eine ordentliche Ladung an Leistungsdruck und Perfektionismus – schließlich steht die Erwartung, alle Aufgaben mit einer Fehlerquote von Null zu erledigen. Im Alltag – unter der Doppelbelastung von Berufs- und Privatleben, der Tendenz zum Multitasking und der Dauererreichbarkeit durch die Digitalisierung – kommen wir immer weniger zur Ruh, können schlecht abschalten und stehen meist dauerhaft unter Strom.  

Nicht selten kann dieses pausenlose Gehetze immense Folgen für Gesundheit und Psyche haben und in Depressionen oder Burnout enden. Chronischer Stress macht sich zudem durch körperliche Symptome bemerkbar und wird durch die erhöhte Menge an Stresshormonen, welche sich auf verschiedene Stoffwechselprozesse im Körper auswirken, verursacht. Beispiele hierfür sind Verdauungsbeschwerden, Konzentrationsprobleme, Kopf- und Rückenschmerzen und eine verminderte Libido.

Nicht zuletzt schwächt chronischer Stress das Immunsystem, weil Stresshormone die Abwehrzellen blockieren. Ein gewisses Maß an Stress lässt sich nicht vermeiden und kann sogar für Antrieb und Motivation sorgen. Wichtig ist jedoch, die richtige Balance zwischen Arbeit und Erholung zu finden und für Ruhepausen zu sorgen.

Planen wie ein Präsident – Herkunft der Methode

Das Eisenhower-Prinzip ist eine Zeitmanagement-Methode, deren Name auf den ehemaligen US-Präsident Dwight D. Eisenhower zurückgeht. Angeblich soll dieser das klassische Zeitmanagement mit einer Postkorbübung vermischt haben und so das Eisenhower Prinzip entwickelt haben. Handfeste Beweise dafür, dass Eisenhower die Methode selbst praktiziert oder gelehrt hat, gibt es jedoch keine. Ein Bezug findet sich jedoch in einer Rede Eisenhowers aus dem Jahre 1954: "I have two kinds of problems, the urgent and the important. The urgent are not important, and the important are never urgent." – übersetzt bedeutet dieses bekannte Zitat nichts anderes als "Ich habe zwei Arten von Problemen, die dringenden und die wichtigen. Die dringenden sind nicht wichtig, und die wichtigen sind nie dringend", und beschreibt die Methode in einem Satz.

Die Anwendung der Eisenhower-Technik ...

… ist simpler als man denkt und basiert auf einem Grundsatz: Wichtiges wird von Unwichtigem getrennt, die wichtigen Dinge werden vor den unwichtigen erledigt. So einfach das auch zunächst klingen mag – Prioritäten zu setzen und unwichtige Zeitfresser zu entlarven kann manchmal zu einer großen Herausforderung werden. Neben der Dringlichkeit und Relevanz der Aufgaben spielt demnach auch die für eine Aufgabe zur Verfügung stehende Zeit eine wichtige Rolle. 

Zunächst sammeln Sie alle anstehenden Aufgaben und listen diese auf, um Sie dann im nächsten Schritt nach den zwei folgenden Kriterien zu beurteilen:

1. Dringlichkeit

  • Wie schnell muss eine Angelegenheit geklärt bzw. erledigt werden?
  • Gibt es eine Deadline?
  • Was passiert, wenn Sie die Aufgabe später erledigen?

2. Wichtigkeit:

  • Wie wichtig bzw. notwendig ist eine Angelegenheit?
  • Welchen Nutzen/Vorteil ziehe ich daraus?
  • Welche Konsequenzen hätte es, wenn Sie die Aufgabe nicht erledigen?
  • Kann die Aufgabe von Jemandem übernommen werden?

Durch die Kombination der beiden möglichen Kriterien können Sie dann jede Aufgabe einer Kategorie zuordnen. Dargestellt wird dieser Schritt häufig in Form einer Matrix, um die resultierende Aufgabenverteilung besser visualisieren zu können.

1. Wichtig und dringend – Sofort erledigen

Im ersten Quadranten finden sich die wichtigen und dringenden Aufgaben. Sie haben hohe Priorität und werden sofort selbst erledigt, ohne geplant oder delegiert zu werden.

2. Wichtig, aber nicht dringend – Einplanen

Wichtige Aufgaben, die aber nicht dringend erledigt werden müssen, lassen sich planen. Sie können zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden. Allerdings müssen sie rechtzeitig geplant werden, damit sie nicht dringend werden.

3. Dringend, aber nicht wichtig – Wenn möglich: Delegieren

Oft sind Aufgaben nicht unmittelbar wichtig, dafür aber dringend. Sie können an jemanden delegiert, das heißt abgegeben werden. Ist das nicht möglich, sollten Sie die Aufgabe streichen oder spontan erledigen, falls gerade Zeit zur Verfügung steht.

4. Weder wichtig noch dringend – Eliminieren

Diese Aufgaben sind aktuell nicht relevant und sollten direkt von Ihrer To-Do-Liste gestrichen werden. So haben Sie genug Zeit für die wichtigen und dringenden Aufgaben.

Grafik Eisenhower
Die Eisenhower-Matrix bewertet Aufgaben nach den Kriterien Dringlichkeit (Urgent) und Wichtigkeit (Important). 
© invincible_bulldog / Getty Images

Wichtig bei der Beurteilung der Aufgaben ist der Grundsatz, dass wichtige Aufgaben immer einen unmittelbaren Bezug zu Ihrem persönlich definierten Ziel besitzen.

Die Arbeit mit der Eisenhower-Technik erscheint Ihnen womöglich zunächst banal, das Prinzip vielleicht auch selbstverständlich. Trotzdem kann die regelmäßige Visualisierung und Beurteilung Ihres Arbeitsumfanges dabei helfen, einen Überblick über die verschiedenen Bereiche Ihres Lebens zu gewinnen. Meist hilft ein konkreter Bearbeitungsplan dann schon dabei, Stress zu reduzieren – und zu erkennen, dass alles halb so schlimm ist, wie zunächst befürchtet. Nicht zuletzt können Sie mithilfe der Technik Gewohnheiten als reinen Zeitfresser und Stressfaktor identifizieren und so aus Ihrem Leben verbannen.


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