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Größe spielt eine kleinere Rolle: Studie beweist: Für Frauen gibt es kaum etwas Attraktiveres als ein Sixpack

Stehen Frauen wirklich auf Sixpack und muskulöse Arme? Auf jeden Fall, zeigt eine neue Studie. Überraschend: Je stärker der Mann erscheint, desto attraktiver wird der Mann eingeschätzt. Doch unsere Einschätzung ist nicht nur evolutionär begründet.

Dieser Oberkörper dürfte als sehr attraktiv wahrgenommen werden

In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Die Fitnessstudios der Republik werden im Januar geflutet von Neuankömmlingen, die in diesem Jahr wirklich ihre Vorsätze durchhalten wollen. Doch die Geschichte zeigt: Ein Großteil wird als Karteileiche enden. Dabei ist Sport nicht nur gesund, sondern lässt einen auch attraktiver erscheinen. Das bestätigt eine neue Studie, die im "Proceedings oft he Royal Society B" veröffentlicht wurde.

Bei der Untersuchung wurden Frauen Fotos von Männerkörpern vorgelegt. Das Ergebnis: Größe und ein magerer Körperfettanteil mögen reizvolle Attribute sein. Doch nichts schlägt Muskeln, die für Kraft und Stärke stehen. "Niemand dürfte überrascht davon sein, dass starke Männer attraktiver sind", sagt Studienautor Aaron Lukaszweski von der California State University in Fullerton der "Washington Post". "Es ist kein Geheimnis, dass Frauen starke, muskulöse Typen mögen", so der Evolutionspsychologe.

Überraschend war aber die Eindeutigkeit: Keine der 160 befragten Frauen zeigte eine statistische Vorliebe für schwächere .

Warum erforscht man so etwas?

"Das scheint so offensichtlich zu sein, dass sich Menschen fragen, wieso Wissenschaftler so etwas überhaupt erforschen müssen", sagt Holly Dunsworth der " ". Sie ist Anthropologin an der University of Rhode Island und war an der Studie nicht beteiligt. "Die Antwort ist, dass man wissen möchte, wie diese Vorlieben sich entwickelt haben."

Für die Studie bewerteten die Frauen Fotos von Männertorsos, die entweder nackt waren oder nur ein Tanktop trugen. Die Gesichter wurden digital verfremdet. "Es ist schön zu sehen, dass die Evolutions-Psychologie jeden wie ein Stück Fleisch behandelt", sagt Dunsworth. "Nicht nur Frauen."

Bei den Männern handelte es sich zum Großteil um Studenten, die bewertenden Frauen waren Teenager oder in ihren frühen Zwanzigern. Wie fit die Männer waren fanden die Wissenschaftler vor dem Experiment mit Hilfe von Kraftmaschinen wie aus einem Fitnessstudios heraus. Die Frauen mussten die Kraft der Männer später anhand der Fotos auf einer Skala von 1 bis 7 einschätzen. Dabei zeigte sich: Wir sind offenbar ziemlich gut darin, die Kraft von völlig Fremden einzuschätzen.

Kritik an der Studie

Der Zusammenhang zwischen einem muskulösen Körper und einer attraktiven Einschätzung liegt Jahrhunderte zurück. Ein muskulöser Körperbau signalisiere Gesundheit und ein intaktes Immunsystem. Derjenige sei in der Lage, Kalorien zum Muskelaufbau zu nutzen, statt Keime zu bekämpfen, heißt es in der Studie. Stärke sei außerdem ein Indikator, der beide Geschlechter anspricht, so Studienautor Lukaszewski: Frauen sehen in dem starken Mann einen Beschützer, Männer einen vielversprechenden Verbündeten.

Evolutionspsychologin Dunsworth zeigt jedoch auch Kritikpunkte an der Studie auf: So handelt es sich sowohl bei den Männern als auch den Frauen ausschließlich um Menschen um die 20 Jahre, die möglicherweise noch nicht genug Erfahrung haben, "was Attraktivität wirklich bedeutet". Die Attraktivität des Körpers sei zudem nur ein Baustein, wenn es um die Partnerwahl gehe, so Dunsworth.

Lisa Wade, eine Soziologin vom Occidental College in Los Angeles, betont, dass die Kultur ohnehin einen größeren Einfluss als die Evolutionsgeschichte darauf habe, was als begehrenswert wahrgenommen werde. Definierte Bauchmuskeln ( ) seien zum Beispiel eher Show und haben kaum praktische Funktion. "Wir wissen, welche Arten von Körpern aufgewertet und idealisiert werden", sagt Wade. "Es sind die, die man nur schwer erreichen kann." Hätte man diese Studie vor 100 Jahren durchgeführt, als Kalorien noch nicht ständig verfügbar waren, wären dickere Körper besser bewertet worden als heute."

Studienautor Lukaszweski möchte sein Experiment bald um den ganzen Globus wiederholen. 

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