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Crystal- statt Opioid-Krise "Ich bin auf Meth"– Provokative Kampagne weist auf eigentliches Drogenproblem hin





"Ich bin auf Meth. Ich bin auf Meth."


Dieser Werbespot sorgt für viel Aufruhr. In dem Clip gestehen Amerikaner scheinbar, eine Drogensucht zu haben.


Doch das Video ist Teil einer Aufklärungskampagne für die Crystal-Meth-Krise im US-Bundesstaat South Dakota.


Die Werbeagentur Broadhead produziert den Clip und spielt mit der Doppelbedeutung des englischen Ausdrucks "We're on it" – was in diesem Kontext sowohl „auf Droge“ als auch „wir kümmern uns um das Crystal-Meth-Problem“ bedeuten kann.


Kritiker sagen, die Doppeldeutigkeit könne eine negative Botschaft verbreiten.


Auch die Kosten der Kampagne werden unter die Lupe genommen: Der Bundesstaat zahlt Broadhead knapp 450.000 US-Dollar für das Projekt. Die Kampagne läuft bis Mai 2020 – und könnte im gesamten Veröffentlichungszeitraum bis zu 1,3 Millionen Dollar kosten.


Auf Twitter reagiert die republikanische Gouverneurin Kristi Noem auf die Kritik:
"Der ganze Punkt dieser Werbekampagne ist, Bewusstsein für die Krise zu schaffen. Ich glaube, es funktioniert."


Crystal Meth hat eine lange Geschichte in Amerika: Die Droge hat ländliche Gemeinden in den USA schon vor der Opioiden-Krise beschädigt.


Da Ressourcen und Geld nun vermehrt in die Opioid-Krise gesteckt werden, kehrt das Aufputschmittel zurück – und stärker denn je.


2017 beschlagnahmt die US-Regierung dreimal so viel Crystal Meth wie im Jahr 2012.


In South Dakota hat sich die Anzahl der Menschen, die wegen einer Meth-Sucht behandelt werden, zwischen 2014 und 2018 verdoppelt.


"Während das Land über Opioiden spricht, ist unser größtes Problem Crystal Meth. In der Tat ist die Anzahl der Kinder in South Dakota, die in der neunten Klasse sind und mal Meth probiert haben, das Doppelte des landesweiten Durchschnitts. Das zeigt, dass wir das Problem aggressiv angehen und zusammen bekämpfen müssen."
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"Wer sind auf Meth" heißt es in einem Werbespot aus dem US-Bundesstaat South Dakota. Damit will der Staat Bewusstsein für seine Crystal-Meth-Krise schaffen. Doch manche Amerikaner kritisieren die Aktion – wegen der immensen Kosten.

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