Vogelgrippe Infektion sehr unwahrscheinlich


Der Verdacht auf Vogelgrippe bei einem Vietnamesen in Dresden ist nach Expertenmeinung sehr unwahrscheinlich. Das endgültige Ergebnis der Untersuchungen wird am Nachmittag vorliegen.

Der Verdacht auf Vogelgrippe in Dresden hat sich nach Angaben aus Kreisen des sächsischen Sozialministeriums zunächst nicht erhärtet.

Patient ohne Fieber

Der Patient, der auf der Infektionsstation des Krankenhauses Dresden-Neustadt liege, habe kein Fieber, erfuhr Reuters am Mittwoch aus den Kreisen. Dies deute darauf hin, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an der in Asien grassierenden Vogelgrippe erkrankt sei. Diese Grippe gehe normalerweise mit Gliederschmerzen und Fieber einher. Absolute Gewissheit soll eine Laboruntersuchung bringen, deren Ergebnis am Nachmittag vorliegen soll.

Vietnamese arbeitete auf Geflügelfarm

Der Patient war einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" zufolge vor wenigen Tagen von einem Besuch in Vietnam zurückgekehrt, wo sein Bruder eine Geflügelfarm betreibe. Dem Vernehmen nach habe der Patient ihm dort geholfen. Bei einem ersten Verdachtsfall von Vogelgrippe in Hamburg konnte am Dienstag Entwarnung gegeben werden. Die betroffene Frau hatte sich mit einem gewöhnlichen Grippevirus infiziert.

Verbraucherschutzministerin Renate Künast verteidigte unterdessen den Einführstopp für Hühnerfleisch aus Thailand. "Das hat mit Hysterie definitiv nichts zu tun", sagte Künast der Zeitschrift "Guter Rat". Bei dem Einfuhrstopp gehe es in erster Linie um wirtschaftliche Interessen. "Wenn sich die Epidemie in Europa verbreiten würde, müssten Millionen von Hühnern getötet werden", erklärte die Grünen-Politikerin.

Mit Warnsystem RAS gut aufgestellt

Gleichzeitig seien die Importbeschränkungen aber auch ein Schutz für die Menschen. Es stehe fest, "dass es zu Infektionen über Blut und Kot kommen kann und dass Kinder offenbar besonders gefährdet sind", sagte Künast. Ihr Ministerium nehme die Hinweise von Wissenschaftlern über die Gefahr einer Verbindung mit menschlichen Grippeviren sehr ernst. Die Gefahr eines neuen Lebensmittelskandals sehe sie auch nicht. Mit dem europäischen Warnsystem RAS sei man inzwischen gut aufgestellt.

Die Zahl der Todesfälle durch die Vogelgrippe in Asien ist auf mindestens 15 gestiegen. In der südvietnamesischen Metropole Ho Chi Minh-Stadt, dem früheren Saigon, starben ein 24 Jahre alter Mann und ein 16-jähriges Mädchen an der Tierseuche, wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten. In Thailand war am Vortag der Tod eines sieben Jahre alten Jungen durch die Geflügelpest bestätigt worden. Damit fielen bislang in Vietnam mindestens 11 Menschen der Viruskrankheit zum Opfer, in Thailand 4.

In Vietnam 35 Verdachtsfälle

In vier Krankenhäusern in Ho Chi Minh-Stadt seien derzeit insgesamt 35 Verdachtsfälle in Behandlung, sagte der Vizedirektor des örtlichen Gesundheitsinformationszentrums, Truong Trong Hoang. Die allermeisten von ihnen hätten Kontakt zu Hühnern gehabt.

Die Geflügelpest ist in mindestens zehn asiatischen Ländern ausgebrochen. Millionen von Hühnern sind an der Krankheit gestorben oder wurden aus Angst vor einer Ausbreitung der Tierseuche getötet.


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