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Welt-Aids-Tag am 1. Dezember HIV bleibt eine aktuelle Gefahr


Bessere Behandlungsmöglichkeiten haben Aids vielfach den Schrecken genommen. Organisationen nutzen den Welt-Aids-Tag, um an die Gefahren des Erregers zu erinnern.

Die weltweite HIV-Forschung vernachlässigt nach Ansicht des Deutschen Ärztinnenbunds die Frauen. Dadurch wüssten Mediziner nicht genug, um betroffene Frauen angemessen behandeln zu können. Darauf machte die Organisation anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember in einer Mitteilung aufmerksam. Nicht nur die Forschung, auch die speziell auf Frauen zugeschnittene Prävention müsse weltweit ausgebaut werden.

Nach Angaben des #link;http://www.unric.org/de/;Programms der Vereinten Nationen zur Aids-Bekämpfung (UNAIDS)# leben weltweit 34 Millionen Menschen mit HIV. Besonders südlich der Sahara ist der Anteil an Frauen unter den Infizierten hoch. Dort sind UNAIDS zufolge 58 Prozent der Menschen, die das Virus in sich tragen, weiblich.

Auch andere Organisationen stellten zum bevorstehenden Welt-Aids-Tag Forderungen zum Umgang mit dem gefährlichen Virus: Das Aktionsbündnis gegen Aids verlangte, dass sich Deutschland international stärker für die Aids-Bekämpfung engagiere.

HIV-Gefahren werden unterschätzt

Grünen-Chefin Claudia Roth wies darauf hin, dass sich auch die Finanzkrise auf den Kampf gegen HIV auswirken könne: "Diese Krise darf nicht dazu führen, dass die betroffenen Länder ihre Verpflichtungen nicht einhalten und die internationale Solidarität in der Aids-Bekämpfung bröckelt."

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie warnte davor, das HIV-Risiko auf die leichte Schulter zu nehmen, nur weil die Behandlungsmöglichkeiten immer besser würden. "Gerade jüngere Menschen denken häufig, der HI-Virus sei mittlerweile ähnlich gefährlich wie eine Grippeerkrankung", sagte Geschäftsführer Henning Fahrenkamp. "Das ist fatal."

Zwangtests für Straftäter und Unfallopfer

Sachsen-Anhalt will zur Bekämpfung des Virus Zwangtests einzuführen. Das Innenministerium plant erzwungene HIV- und Hepatitis-Tests etwa bei Unfallopfern und Straftätern. Entgegen anderslautender Medienberichte gehe es aber nicht um Zwangstests für Risikogruppen wie Homosexuelle und Drogenabhängige, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Freitag in Magdeburg.

Laut dem geplanten Gesetz, über das unter anderem die "Mitteldeutsche Zeitung" (Freitag) berichtete, sollen solche Personen zwangsuntersucht werden dürfen, die eine Gefahr für Leib und Leben anderer darstellen. Dies sei etwa bei Straftätern der Fall, sagte die Sprecherin. Auch sei dies der Fall, wenn Polizeikräfte oder Rettungshelfer mit offenen Wunden eines Festzunehmenden oder Unfallopfers in Berührung kämen.

Das Ministerium wies damit Darstellungen zurück, wonach Zwangstests bei Homosexuellen, Drogenabhängigen und Obdachlosen geplant seien. Der Entwurf für das neue Gesetz wurde bereits in den Landtag eingebracht. Laut Innenministerium gelten etwa in Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern bereits ähnliche Regelungen.

Menschliche Grundrechte verletzt

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) kritisierte den Plan in der "Welt" (Samstag) scharf: "Wenn ein solches Gesetz in Sachsen-Anhalt Realität wird, werden die Grundrechte zur Disposition gestellt."

Auch die Deutsche Aids-Hilfe lehnt den Gesetzentwurf ab. "Ein solches Gesetz wäre völlig unverhältnismäßig, denn es würde die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und informationelle Selbstbestimmung verletzen", sagte Vorstandsmitglied Carsten Schatz. Zudem bestehe nur sehr selten ein Infektionsrisiko.

ivi/DPA DPA

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