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50 Jahre Disneypark: Die größte Geburtstagsparty aller Zeiten

Micky und Minnie, Rock'n'Roll und rasante Weltraumreisen: Am 5. Mai beginnt bei Disney die größte Geburtstagsparty aller Zeiten - rund um den Globus, 18 Monate lang.

Von Los Angeles über Orlando und Paris bis nach Tokio erstreckt sich die Fete zum 50. Jubiläum des ersten Disneyparks im kalifornischen Anaheim. 18 Monate lang wird rund um den Globus gefeiert. Auf dem Programm stehen neue Attraktionen in den zehn Themenparks, noch prächtigere Feuerwerke und die längste Parade beliebter Disney-Figuren, die es je gab. Mitte September gesellt sich auch das jüngste Disneyland in Hongkong hinzu. Es soll die Fantasiewelt des Visionärs Walt Disney für den wachsenden Markt in China und andere Länder Asiens erschließen.

"Klotzen, nicht kleckern"

Nach der Devise "klotzen, nicht kleckern" will das Entertainment- Imperium keine Mühe scheuen, um junge und nicht mehr ganz so junge Gäste aus aller Welt in seinen magischen Bann zu ziehen. Sicher auch, um die Zahl seiner Besucher nach einigen flauen Jahren endlich deutlich über die 100-Millionen-Hürde zu bringen. "Die Begeisterung für die Themenparks mit Micky, Minnie, Donald, Goofy und ihren Freunden wird von einer Generation zur nächsten weiter vererbt", glaubt der Präsident der Walt Disney Parks & Ressorts, Jay Rasulo.

"Ich ziehe es vor, Menschen mit Spaß zu unterhalten, damit sie etwas lernen, statt ihnen etwas beizubringen, damit sie Spaß haben", war zeitlebens das Motto des erfolgreichen Unterhaltungskünstlers Disney (1901 bis 1966). Nach der Schöpfung seines Mäuserichs Mickey 1928 präsentierte er die ersten vertonten Trickfilme, produzierte Klassiker wie "Schneewittchen", "Dumbo", und "Peter Pan", dann auch Spielfilme und Dokumentationen und wurde mit insgesamt 24 Oscars belohnt.

Die lukrative Fernsehserie "Disneyland" brachte ihm das Kapital ein, mit dem er sich den Bau des Vergnügungsparks bei Los Angeles erlauben konnte. Vom Tivoli in Kopenhagen inspiriert, verwandelte Disney 35 Hektar Ackerland innerhalb Jahresfrist in ein kunstvoll produziertes Unterhaltungsparadies für Kinder, ihre Eltern und sogar Großeltern. Zwar war die Eröffnung am 17. Juli 1955 ein Fiasko: Der Besucherstrom erzeugte den dicksten Verkehrsstau, den Kalifornien bis dahin erlebt hatte, im Fantasyland fiel der Strom aus, im Tomorrowland brach eine Gasleitung, und auf der Main Street blieben Frauen mit Stöckelschuhen im frischen Asphalt stecken. Doch schon in den ersten zwei Jahren wurden zehn Millionen Besucher gezählt.

Seitdem haben sich mehr als 500 Millionen Menschen in den Hügeln von Anaheim vergnügt, davon 13,4 Millionen allein 2004. Nur Disneys Magic Kingdom in Orlando in Florida sticht den ältesten aller Disneyparks in Kalifornien aus: Mit 15,2 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr. Konkurrenten wie die Universal Studios in Florida verkauften nach Angaben der Fachzeitschrift "Amusement Business" im Vergleich dazu nur 6,7 Millionen Eintrittskarten und der ebenfalls in Orlando gelegene Meerespark SeaWorld 5,6 Millionen Tickets.

Kreativteam sorgt für Spektakel

Für die "fröhlichste Feier auf Erden" bis Herbst 2006 hat sich das Kreativteam des Disney-Konzerns eine Reihe von Überraschungen ausgedacht. Bei einer neu geschaffenen Reise ins Weltall können Anaheims Besucher in so genannten Space Cruisers mit Laserkanonen gegen den Bösewicht Zurg kämpfen. Die Attraktion "Buzz Lightyear Astro Blasters" erlaubt erstmals in der Disney-Geschichte auch virtuelle Mitspieler, die sich über das Internet dazu schalten können.

Das Dornröschen-Schloss "Sleeping Beauty Castle" im Fantasyland des kalifornischen Disneyparks ist mit Golddekor und "Juwelen" auf Hochglanz gebracht und mit Kronen auf seinen Türmen geschmückt. Derweil nimmt das unternehmenseigene Kreuzschiff "Disney Magic" nach Jahren in der Karibik jetzt Kurs auf Los Angeles und steuert von dort die mexikanische Riviera an.

In Floridas Disney World wartet das aus Japan übernommene Bühnenspektakel "Cinderellabration" auf Applaus. Im Epcot-Center von Orlando lässt sich künftig Hang-Gliding am Simulator üben - ein Nervenkitzel, der bislang Besuchern in Anaheim vorbehalten war. Die Disney-MGM Studios übernehmen eine Stunt-Show aus Frankreich, während im dortigen Disneypark der Space Mountain modernisiert wurde und die rasante Fahrt durchs All jetzt mit neuen Spezialeffekten begleitet. Japans Disneyland bietet ein neu inszeniertes Rock'n'Roll-Programm, und DisneySea bei Tokio lädt seine Gäste zum Geburtstag in seinen neuen "Raging Spirit" ein, einen Rollercoaster mit 360-Grad-Überschlag.

Gisela Ostwald/DPA / DPA