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Frankfurter Buchmesse: Besucher stürmen die Messehallen

Menschentrauben an den Ständen, Gedränge in den Gängen: Am ersten Publikumstag hat die 58. Frankfurter Buchmesse einen regelrechten Ansturm erlebt. Geschätzte 70.000 Besucher werden kommen. Am Vorabend wurde der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen.

Viel Prominenz an diesem ersten Publikumstag: Erst flanierte Horst Köhler durch die Messehallen und lobte Indien, dann stellten Hape Kerkeling, Eva Herman und Marianne Rosenberg ihre neuen Bücher vor. Zudem steht ein Gespräch mit Literaturkritiker Marcel Reich- Ranicki über den Abschluss seines Kanons der deutschen Literatur auf dem Programm. Der Comic-Publikumspreis Sondermann 2006 wird verliehen. Bei einer Konferenz geht es um die Rolle der Türkei im europäischen Integrationsprozess.

Am Freitagabend wurde der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen. Mit dem Publikumspreis wurde das viel beachtete Jugendbuch "Lucas" (dtv) des englischen Autors Kevin Brooks ausgezeichnet. Eine Jury aus jungen Lesern hatte ihn ausgewählt. Den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis für ihr Werk als Illustratorin erhielt Rotraut Susanne Berner. Überreicht wurde der dieses Jahr zum 51. Mal vergebene Preis am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse von Familienministerin Ursula von der Leyen. Mit einem Preis wurden darüber hinaus Autoren und Illustratoren in vier Kategorien geehrt. Den Jugendliteraturpreis 2006 in der Kategorie Bilderbuch erhielt Peter Schlössow für "Gehört das so??!" (Hanser). Die Französin Valérie Dayre wurde für ihr Kinderbuch "Lilis Leben eben" (Carlsen) ausgezeichnet und Dolf Verroen in der Kategorie Jugendbuch für "Wie schön weiß ich bin" (Peter Hammer Verlag).

Der Preis für das beste Sachbuch ging an Anja Tuckermann für "Denk nicht, wir bleiben hier" (Hanser). Die Preise sind, vom Sonderpreis abgesehen, mit jeweils 8.000 Euro dotiert. Zusätzlich erhalten die Sieger eine Skulptur, die Michael Endes "Momo" darstellt. Der Sonderpreis wird im jährlichen Wechsel an deutsche Autoren, Illustratoren und Übersetzer verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt der Übersetzer Harry Rowohlt die Auszeichnung.

Knapp 200 Pädagogen nahmen am Samstag am "1. Lehrerkongress" der Buchmesse teil. Im Rahmen des neuen Sonderschwerpunkts "Zukunft Bildung" beschäftigten sich die Teilnehmer unter anderem mit der Frage, ob Bücher Kindern Werte mitgeben können, wie Lesen in der Schule positiv vermittelt werden kann oder womit die Lesefähigkeit gefördert werden kann. Workshops beschäftigten sich mit der Frage, wie Hörbücher, Filme und Bücher im Unterricht eingesetzt werden können.

Bei der Eröffnungsdiskussion betonten alle Referenten das Primat der Eltern bei der Erziehung. Eltern müssten sich für ihre Kinder Zeit nehmen, sagte der Bundeselternratsvorsitzender Wilfried Steinert. "Auch wenn es täglich nur eine halbe Stunde ist: Es muss qualifizierte Zeit sein." Der Schwerpunkt Bildung umfasst auch eine Alphabetisierungskampagne.

Die weltgrößte Bücherschau geht an diesem Sonntag nach fünf Tagen zu Ende. Bis dahin werden wohl rund 70.000 Besucher an den Ständen vorbei flaniert sein und diverse Bücher gekauft haben.

DPA / DPA