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Parteitag in Hamburg: CDU-Parteivorsitz: der Zeitplan, die Abstimmung - so läuft der Kampf um die Merkel-Nachfolge

Die CDU wählt einen neuen Parteivorsitz - und möglichen Kanzlerkandidaten in der Zukunft. Aber wie läuft die Wahl eigentlich ab? Und wer entscheidet über die Nachfolge von Noch-Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel?

stern-Reporter Tilman Gerwien steht in der Halle des CDU-Parteitags 2018 in Hamburg vor noch leeren Stuhlreihen

Mehr als 1000 Delegierte, bislang drei Bewerber und ein Sieger: Die CDU wählt am Freitag in Hamburg den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Angela Merkel als Parteivorsitzende. So läuft die Wahl ab:

Wer darf abstimmen?

Erwartet werden in den Hamburger Messehallen 1001 Delegierte, die den oder die neue Vorsitzende wählen. Wie viele Delegierte ein Landesverband entsendet, hängt von seiner Mitgliederzahl sowie vom Wahlergebnis bei der letzten Bundestagswahl ab. Weitaus der mächtigste Landesverband ist somit Nordrhein-Westfalen mit 296 Delegierten, gefolgt von Baden-Württemberg mit 154 Delegierten.

Wie viele Kandidaten gibt es?

Bislang drei: die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dem Parteitag können kurzfristig jedoch noch weitere Kandidaten vorgeschlagen werden.

Wie läuft die Wahl?

Die Kandidaten bekommen zunächst die Möglichkeit, sich in kurzen Reden vorzustellen, im Anschluss sind Fragen der Delegierten an sie möglich. Dann wird gewählt. "Bei allen Wahlen ist die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich", heißt es im Parteistatut. Bekommt also im ersten Wahlgang einer der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, ist die Wahl entschieden.    

Ist dies nicht der Fall, kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. Die Wahl ist geheim, jeder Delegierte findet auf seinem Platz einen Pappaufsteller, damit die Stimme wie in einer Wahlkabine unbeobachtet abgegeben werden kann. Mit dem Ergebnis ist am Nachmittag zu rechnen.         

Der Zeitplan

Freitag, 7 Dezember

8.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst in Sankt Michaelis

10.30 Uhr Erste Plenarsitzung

ca. 11 Uhr: Letzte Rede von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende

Reden der Kandidaten ab ca. 14 Uhr

Wahl ab circa 15.30 Uhr

20 Uhr: Ende der ersten Plenarsitzung

Samstag, 8. Dezember:

Von 9-15 Uhr zweite Plenarsitzung

Neuer CDU Parteivorsitzender hält zudem Abschlussrede und nominiert den neuen Generalsekretär der Partei

Wer gewinnt?    

Viel wird von den Reden und der Stimmung auf dem Parteitag abhängen. Von den drei Kandidaten gilt jedoch der erst 38-jährige Spahn als Außenseiter. Die Landesverbände geben ihren Mitgliedern keine Wahlempfehlung, einige prominente CDU-Vertreter haben sich jedoch schon positioniert: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble unterstützt beispielsweise Merz, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther favorisiert Kramp-Karrenbauer.

fs / AFP