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Weltpolitiker zu Gast in Hamburg: Hier müssen Sie beim OSZE-Gipfel mit Sperren und Einschränkungen rechnen

Seit heute tagt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Hamburg. Rund 50 Außenminister nehmen an dem Treffen teil. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen - Anwohner und Verkehrsteilnehmer in der Hansestadt brauchen vielerorts Geduld und starke Nerven .

Hinweisschild über eine Sperrung während der OSZE-Konferenz in Hamburg

Ein Schild informiert im Vorfeld des OSZE-Gipfels in Hamburg über Einschränkungen im Straßenverkehr

Seit heute tagt in Hamburg der OSZE-Ministerrat. Zur Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die auch morgen noch weitergeht, werden etwa 80 Regierungsdelegationen erwartet. Darunter sind rund 50 Außenminister, die über Lösungen für regionale Konflikte sprechen wollen. Im Zentrum der Gespräche steht in diesem Jahr der Konflikt im Osten der Ukraine.

Eine Zusammenkunft in dieser Größenordnung mit soviel Politprominenz geht naturgemäß nicht geräuschlos an den Einwohnern einer Stadt vorbei, auch nicht an einer Millionenmetropole wie Hamburg. Während vor allem Anwohner im Bereich der Messe Hamburg und in der Nähe des Rathauses mit Kontrollen und Einschränkungen rechnen müssen, stellt sich die Polizei der Hansestadt auf den größten Einsatz des Jahres ein.

Drei Sicherheitszonen eingerichtet

Angaben der Behörde zufolge sollen rund 13.200 Polizisten das Treffen sichern. Dazu werden 10.500 Beamte aus dem Stadtstaat sowie anderen Bundesländern zusammengezogen, darunter 700 Spezialeinsatzkräfte. Weitere 2700 Polizisten der Bundespolizei sind schwerpunktmäßig für den Flughafen und die Bahnhöfe zuständig.

Auch wenn die Behörden im Vorfeld versicherten, das Leben in der Stadt solle "an beiden Gipfeltagen so normal wie möglich bleiben", so werden die insgesamt drei eingerichteten Sicherheitszonen an den Messehallen, dem Hauptveranstaltungsort der Konferenz, sowie am Rathaus dennoch für (vorübergehende) Einschränkungen sorgen.

Zwei Sicherheitszonen um die Messehallen eingerichtet

An der Messe sind demnach zwei Sicherheitsbereiche vorgesehen, die bereits ab Mittwoch (7. Dezember) gelten und voraussichtlich bis Freitagabend aufrechterhalten werden. Die engere "Sicherheitszone I" (in unten stehender Grafik rot markiert) soll dabei von einem massiven Polizeiaufgebot komplett abgeschirmt werden - ein Durchkommen ist hier also nicht möglich. Die "Sicherheitszone II" (gelb markiert) umfasst einen deutlich größeren Bereich um die Messehallen. Verkehrsteilnehmer und Anwohner müssen sich hier auf Straßensperrungen und Ausweiskontrollen einstellen, heißt es. Das Abstellen von Fahrrädern und Autos innerhalb der Sicherheitszonen ist während der Tagung nicht erlaubt. Anwohner werden gebeten, dort geparkte Fahrzeuge rechtzeitig zu entfernen. Nach Ende der OSZE-Konferenz sollen die Absperrungen laut Polizei so schnell wie möglich wieder verschwinden. Die öffentlichen Verkehrsmittel - insbesondere die S- und U-Bahnen an den Bahnhöfen Sternschanze und Messehallen - sollen während des Treffens hingegen normal fahren. Lediglich die Buslinie 35 verkehrt an beiden Tagen auf einer Ersatzstrecke.

+++ Weitere Informationen zu den geplanten Absperrungen erhalten Sie mittels Klick auf die blau dargestellten Punkte der Grafik. Auch können Sie in die Karte hineinzoomen. +++

Diese Straßen sind von Absperrungen an der Messe konkret betroffen. Verkehrsteilnehmer werden daher gebeten, den Bereich großräumig zu umfahren oder aber deutlich mehr Zeit für die Fahrt einzuplanen.

  • Karolinenstraße, bis Hausnummer 27, Höhe Karolinenweg frei
  • Flora-Neumann-Straße
  • Grabenstraße, bis zur Tiefgarage frei
  • Lagerstraße
  • Sternschanze
  • Schröderstiftstraße
  • An der Verbindungsbahn
  • Tiergartenstraße, bis Höhe Bauhof frei
  • St. Petersburger Straße, bis Höhe Halle B4 frei

Absperrungen wegen OSZE-Arbeitsessen im Rathaus

Auch am Rathaus wird den Behörden zufolge eine Sicherheitszone eingerichtet. Grund dafür ist ein Arbeitsessen der OSZE-Außenminister, das im großen Festsaal des Gebäudes stattfinden soll. Anders als an den Messehallen kommt es dort jedoch nur am Donnerstag (8. Dezember) zu Einschränkungen und Absperrungen. Diese betreffen unter anderem den öffentlichen Verkehr. Demnach werden am Donnerstag die Zugänge zur S- und U-Bahn-Station am Jungfernstieg sowie zur U-Bahn-Station Rathaus komplett dicht gemacht. Die Weihnachtsmärkte an beiden Standorten sollen laut Innensenator Andy Grote nicht betroffen sein und wie geplant stattfinden.

+++ Details zu den Absperrungen können Sie der nachfolgenden Karte entnehmen, indem Sie auf die blau markierten Punkte klicken +++

An diesen Punkten kommt es zu Einschränkungen im Bereich des Rathauses:

  • Schleusenbrücke: freier Zugang zum Rathausmarkt und zum Bucerius Kunstforum
  • Rathausstraße/Rathausmarkt: bis in die frühen Abendstunden begehbar
  • Große Johannisstraße: Süd-östlicher Gehweg ist bis in die frühen Abendstunden begehbar - Fahrzeugverkehr ist nicht zugelassen
  • Großer Burstah/Börsenbrücke: Sperrung für Fahrzeugverkehr - süd-östlicher Gehweg ist nutzbar
  • Adolphsplatz: Umlaufender Gehweg bis in die frühen Abendstunden begehbar
  • Adolphsbrücke: keine Zufahrt oder Zugang Richtung Alter Wall möglich - "Brauhaus Joh. Albrecht" (Adolphsbrücke 7) fußläufig erreichbar

Polizei glaubt nicht an Krawalle - ist aber gewappnet

Während die Polizei nicht davon ausgeht, dass es im Rahmen des OSZE-Gipfels zu Ausschreitungen komme, man andernfalls aber "umfänglich vorbereitet" sei, warnte das Bundesamt für Verfassungsschutz vor möglichen Krawallen durch Linksextremisten. Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen jedenfalls sagte laut "Welt" auf der Innenministerkonferenz Ende voriger Woche, dass gewaltorientierte Linksextremisten das Treffen (...) voraussichtlich nutzen würden, um Aufstellung und Taktik der Sicherheitsbehörden vor Ort zu analysieren. "Die große Herausforderung für die Behörden aber wird das G-20-Treffen im kommenden Jahr", zitierte das Blatt Maaßen unter Berufung auf Teilnehmer. 

Am vergangenen Wochenende hatten mutmaßliche Linksradikale vor dem Südeingang der Messehallen mehrere Müllcontainer, Reifen und ein Motorrad in Brand gesetzt und die Glasfront beschädigt. Eine linksgerichtete Gruppe bekannte sich dazu.

Das Stadtportal "hamburg.de" hat auf seiner Homepage Hinweise für Anwohner, empfohlene Umleitungen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen hier noch einmal zusammengefasst.

mod