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G20 Gipfel: Sicherheitszonen, Demos, Einschränkungen: So läuft die Gipfelwoche ab

Am Freitag und Samstag halten die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder ihren Gipfel in den Hamburger Messehallen ab. Bereits im Vorfeld laufen Proteste und es gibt Einschränkungen. Das müssen Sie wissen.

Aktivisten der geplanten Protestaktion „G20-Protestwelle“ werben vor dem Hamburger Rathaus für die Akltion

Erste Proteste gegen den G20-Gipfel gab es bereits vergangene Woche in Hamburg

Am 7. und 8. Juli steigt in Hamburg der G20-Gipfel. Rund 15.000 Polizisten werden aus dem ganzen Bundesgebiet zusammengezogen, um die erwarteten rund 10.000 Delegationsmitglieder, Journalisten und Servicemitarbeiter sowie den Ablauf des bedeutendsten Forums für wirtschafts- und finanzpolitische Zusammenarbeit zu schützen. Das Messegelände sowie Hamburgs neues Wahrzeichen Elbphilharmonie werden zu hermetisch abgeriegelten Sicherheitszonen, wenn sich die Staats- und Regierungschefs dort zu ihren Beratungen oder zu einem Arbeitsessen mit Kulturprogramm treffen. Rund um den Gipfel gibt es zahlreiche Proteste. Auch mit großen Einschränkungen im Verkehr ist zu rechnen.

Doch wo findet welche Demo statt? Fährt meine Bahn? Gibt es Flugausfälle? Und an wenn wende ich mich mit meinen Fragen? Der stern gibt einen Überblick darüber, was Sie jetzt wissen müssen.

  • MONTAG, 3 Juli: 
    Kein G20-Programm, keine größeren Protestaktionen geplant, keine Einschränkungen im Verkehr

  • DIENSTAG, 4. Juli:
    Dauerdemo im Gängeviertel:
    Ab Dienstag will das Gängeviertel bis zum Ende des Gipfels Ort für Aktivisten und Protestler sein. Das Verwaltungsgericht hat die Dauerdemo für die Gipfeltage verboten, weil das Gängeviertel in der Verbotszone liegt.
    Massencornern: Im Internet wird auf sozialen Netzwerken zum Massencornern aufgerufen. Dazu wird es im Radio auf FSK 93,0 von 16 bis 22 Uhr ein NoG20-Musikprogramm geben.  

    Kein G20-Programm, voraussichtlich keine Einschränkungen im Verkehr

  • MITTWOCH, 5. Juli:
    Die Polizei richtet ab Mittwoch die Sicherheitszone im Bereich Messehalle ein - mehr Infos bieten untenstehende Karten und Infoflyer der Polizei. In der Sicherheitszone dürfen sich nur Anwohner, ansässige Gewerbetreibende oder Personen mit "berechtigtem Interesse", z.B. Lieferanten, aufhalten.

    Start der zweitägigen Protestaktion "Gipfel für globale Solidarität" des Bündnisses "noG20" auf Kampnagel in Winterhude.
    In der Innenstadt kommen im Rahmen der Kunstaktion "1000 Gestalten" in Lehm gehüllte Menschen zusammen. Start ist 13.30 Uhr am Burchardplatz.
    Bei den St. Pauli-Landungsbrücken steigt ab 18 Uhr der Demorave "Lieber tanz' ich als G20". Ab heute wird jeden Tag bis Gipfelende die Mahnwache "Welcome China" vor dem Grand Elysée Hotel abgehalten.

    Erste Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr: Möglicherweise sind Eingänge der U-/S-Bahnhöfe Messehallen und Sternschanze geschlossen. Erste Buslinien fahren nach geändertem Fahrplan. Mehr Infos zu den Buslinien während der Gipfeltage gibt es hier.


  • DONNERSTAG 6. Juli:
    Mit 70 Sondermaschinen reisen 36 Delegationen an - Donnerstag ist Hauptanreisetag

    Einschränungen im Verkehr: Streckenweise wird es wegen der polizeibegleiteten Konvois Straßensperrungen geben. Im Innenstadtbereich müssen Autofahrer zeitweise mit Behinderungen rechnen. Ihnen wird geraten, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Ab 12 Uhr gilt ein geänderter Busfahrplan des HVV. U- und S-Bahnen werden wie gewohnt fahren - es werden noch mehr U-Bahnen eingesetzt als normalerweise. Zudem fahren diese in der Nacht auf Freitag länger. Reisende am Flughafen sollen von der Anreise der Delegierten nicht beeinträchtigt werden. Dennoch sollten sie mehr Zeit für die An- und Abreise einplanen.

    Am Fischmarkt startet um 16 Uhr die Demonstration "Welcome to Hell", zu der Tausende erwartet werden. Die Polizei rechnet auch mit bis zu 8000 gewaltbereiten Linksextremisten. Auf Kampnagel läuft der zweite Tag der Konferenz "Gipfel für globale Solidarität".
    Das "Global Citizen Festival" in der Barclaycard-Arena findet statt, mit Stars wie Shakira, Herbert Grönemeyer, Pharell Williams, Andreas Bourani und Coldplay. Unter dem Titel "Bridges to Humanity" gibt es am morgen um 7 Uhr auf der Kennedybrücke eine einstündige Yogaklasse.
    Am Jungfernstieg findet von 9 bis 17 Uhr die Mahnwache "USA: Brücken bauen statt mauern" statt.

  • FREITAG, 7. Juli:
    Die Konferenz beginnt in den Messehallen. 
    Ab 6 Uhr morgens gilt die Sicherheitszone im Bereich Elbphilharmonie (siehe Flyer und untenstehende Karte). Mittags machen die Teilnehmer ihr traditionelles Gruppenfoto, abends gibt es ein Konzert und Abendessen in der Elbphilharmonie. 

    Im Innenstadtbereich ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Zugänge Karolinenstaße und Hamburg-Messe des U-Bahnhofs Messehallen bleiben voraussichtlich geschlossen. Ebenso der Zugang Hamburg Messe im U-/S-Bahnhof Sternschanze. Es gilt weiterhin der Bus-Sonderplan, der HVV will dafür mehr U-Bahnen einsetzen.

    Es gilt das Demo-Verbot im sogenannten Transferkorridor (siehe untenstehende Karte) während der Konferenztage. Trotzdem haben einzelne Gruppierungen Protestaktionen angekündigt, unter anderem soll unter dem Motto "G20 entern - Kapitalismus versenken" um 20 Uhr ein Protestmarsch auf der Reeperbahn beginnen.
    In der Nähe der Messehallen startet um 4 Uhr die Mahnwache "Infrastructure to the People" an der Kreuzung Valentinskamp/Caffamacherreihe (bis 18 Uhr). Ebenfalls in der Innenstadt am Gerhart-Hauptmann-Platz startet der "Gay20-Gipfel. Für die globalen Menschenrechte von LGBT!" (18 bis 19.30 Uhr). Die Demo "One World" findet von 16 bis 23 Uhr auf dem Spielbudenplatz auf St. Pauli statt. Ebenfalls am Freitag starten vier Demonstrationszüge unter dem Motto "Shut down the Locistics of Capital!" von unterschiedlichen Startpunkten in Wilhemsburg aus, um die Zufahrtswege zum Hafen lahmzulegen. Unter dem Motto "Gegen G20 - Für selbstbestimmtes Lernen!" ruft das Bündnis Jugend gegen G20 zu einem Bildungsstreik auf. Statt in die Schule sollen die Schüler auf die Straße gehen. Auf dem Spielbudenplatz steigt die Demo-Party "One World-One Vibe!" ab 16 Uhr. Die Veranstalter rechnen mit 10.000 Besuchern. Ab 12 Uhr wird der Protest flüssig begangen. Unter dem Motto "G20 (Bier holen)" wird jeder dazu aufgerufen, im Karoviertel anzustoßen. Zwischen 11 und 16 Uhr findet in Ottensen eine Mahnwache für "Menschenrechtsverletzungen im besetzten Teil von Kaschmir". Um 19 Uhr treffen sich Radfahrer auf der Moorweide, um den "Colorfull Mass gegen den G20" zu starten. Um 12 Uhr veranstaltet die Herrenfußball-Abteilung vom FC St. Pauli einen "Protest-Kick" (auch am Samstag).

  • SAMSTAG, 8. Juli: 
    Zweiter Konferenztag in den Messehallen. Angela Merkel gibt als Gastgeberin nach der Sitzung eine Pressekonferenz. Die Sicherheitszone um die Messehallen gilt weiterhin.

    Verkehr: Nach der Konferenz reisen die Gipfelteilnehmer ab. Es ist mit größeren Behinderungen im Straßenverkehr zu rechnen. 

    Zwei große Demos finden am Abschlusstag des G20-Gipfels statt: Unter dem Motto "Grenzenlose Solidarität statt G20" werden ab 11 Uhr Zehntausend Protestler an den Deichtorhallen erwartet. Die Demo "Hamburg zeigt Haltung" soll um 12 Uhr an der Katharinen-Kirche beginnen und zum Fischmarkt führen. 

    Bei sämtlichen Fragen rund um den G20-Gipfel steht ein Bürgertelefon zur Verfügung. 

Hier liegen die Sicherheitszonen

Eine regelmäßig aktualisierte interaktive Karte der Polizei zeigt, wo mit Einschränkungen zu rechnen ist: 

rös/jek