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Grass beschimpft Kant: "Miserables Verhalten"

Hermann Kant weiß sich immer noch zu wehren, auch gegen einen Literaturnobelpreisträger wie Günter Grass.

Hermann Kant weiß sich immer noch zu wehren, auch gegen einen Literaturnobelpreisträger wie Günter Grass. Der wartet auf ein eindeutiges "mea culpa", also Schuldeingeständnis zu dem, wie Grass meint, "schändlichen" Verhalten des damaligen Präsidenten des Schriftstellerverbandes, der nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR 1976 wenig später den Ausschluss von aufmüpfigen Autoren wie Stefan Heym und Erich Loest betrieben hat. Kant räumt ein, auch "gesündigt" zu haben, glaubt aber, den für viele ostdeutsche Autoren wichtigen Verband damit gerettet zu haben, auch wenn die Biermann- Affäre "der Anbeginn unseres Untergangs war".

Die beiden alten Herren in den 80ern und Protagonisten der deutsch-deutschen Nachkriegsliteratur kreuzen nach langen Jahren die Degen in einem Streitgespräch im Berliner Ensemble, das von Radio Bremen und dem Saarländischen Rundfunk aufgenommen wurde (und am Montag und Dienstag gesendet werden sollte).

Grass hat "nach 20 Jahren Distanz" seit dem Mauerfall eine "kleine Erwartung" an seinen Schriftstellerkollegen, nämlich die Selbstbefragung "Was habe ich falsch gemacht und was war meine Verantwortung? und donnert dann ins Mikrofon: "Ihr miserables Verhalten damals ist eine der Bruchstellen des Staates gewesen...Sie sind unter Ihrem Niveau geblieben!", wird Grass laut und deutlich in dem Gartenhaus des früheren Brecht-Theaters, das heute von Claus Peymann geleitet wird.

Kant, der 1978 Nachfolger von Anna Seghers ("Das siebte Kreuz") geworden war, beteuert, dass er als Verbandsfunktionär 1979 nicht anders handeln konnte, sonst wäre der Autorenverband der DDR, der für 1000 Kollegen lebenswichtig gewesen sei, aufgelöst worden. "Entweder ihr schmeißt die Leute raus oder der Laden wird dichtgemacht", sei ihm damals "von höchster Stelle" klar gemacht worden. "Natürlich ist das in meinem Leben eine gewaltige Angelegenheit gewesen, die mir auch immer noch zu schaffen macht." Und er habe auch früh erkannt, dass die Ausbürgerung Biermanns "der Anfang vom Untergang" der DDR gewesen sei. "Stand das so im "Neuen Deutschland"?" hakt Grass süffisant gleich nach und meint das damalige SED-Zentralorgan. Immerhin gehörte Kant zeitweise (ab 1986) auch dem SED-Zentralkomitee an.

"Im Fall Biermann haben Sie einfach versagt", bleibt Grass hart, räumt dann aber auch ein, dass er zwischen dem Autor und Verbandsfunktionär Kant unterscheide. "Ich habe Sie immer für einen begabten Autor gehalten und wenn Sie pauschal angegriffen werden, werde ich Sie immer als den Autor von Büchern wie "Der Aufenthalt" verteidigen. Aber ich werfe Ihnen Ihr Verhalten als Verbandspräsident vor, Sie sind an der Maßregelung von Schriftstellern beteiligt gewesen", das Gegenteil von dem, was ein Schriftstellerverband zu tun habe. Die Schriftsteller in Polen zum Beispiel hätten mehr Zivilcourage bewiesen, meint der in Danzig geborene Grass.

Kant geht in die Offensive. Er habe im Falle Lutz Rathenow oder Frank-Wolf Matthies dem damaligen Chefideologen der SED Kurt Hager klipp und klar gesagt: "Wenn ich in derem Alter wäre würde ich schreiben wie die, damit ihr mich einsperrt." Bald danach seien die inhaftierten Autoren freigelassen worden. Und: "Niemand hat einen stärkeren Brief an Honecker geschrieben als ich im Fall des "Sputnik"-Verbots." Die SED hatte den Vertrieb der damaligen sowjetischen Zeitschrift wegen der Propagierung von Glasnost und Perestroika in der DDR untersagt. "Ich habe andauernd etwas gemacht, ohne es herauszuposaunen", beteuert Kant.

Grass lässt das gelten: "Ich bestreite nicht, dass Sie sich auch eingesetzt haben, aber ich rede von Ihrer größeren Verantwortung und Ihrem Beitrag dazu, dass der Staat auf so jämmerliche Weise zu Grunde gegangen ist." Kant will aber nicht als Alleinschuldiger dastehen. "Wenn man mir sagt, ich habe gesündigt, bin ich einverstanden, das tut mir leid, aber nicht, wenn man mir sagt, ich sei schuld am Untergang der DDR, das ist grotesk."

Und auch das mit dem Spitzel-Vorwurf will Kant nach wie vor nicht auf sich sitzen lassen. Der wird auch in dem Buch "Günter Grass im Visier - Die Stasi-Akte" von Kai Schlüter (Ch.Links Verlag) erhoben, Anlass für das jetzige Streitgespräch zwischen den beiden Autoren. "Das sind in den Stasi-Akten keine Berichte von mir sondern die Wiedergabe einer Befragung." Und überhaupt: "Ich finde den Blödsinn, den die Staatssicherheit angestellt hat, für vollkommen verrückt und halte ihn auch für einen der Gründe, warum die DDR kaputt gegangen ist."

Zum Schluss reichen sich die beiden "Großschriftsteller" die Hände, wobei allerdings das Wasserglas auf dem Tisch gleich mit umgeworfen wird. "Es ging mit Krach los zwischen uns und ein bisschen ist es immer so geblieben", meinte Kant mit Blick auf ihre ersten Begegnungen vor 50 Jahren. Beide veröffentlichten in Westdeutschland früher im selben Verlag (Luchterhand). Auf die 1959 erschienene "Blechtrommel", die erst 1986 in der DDR erscheinen konnte, hatte Kant 1960 eine, wie er heute einräumt, "ziemlich blöde Rezension" geschrieben ("Solo in Blech"). Aber heute gehe man "doch ganz zivil miteinander um, das war schon anders", meint Kant, der sogar auf eine Fortsetzung der Gespräche setzt, womit er bei Grass auf Zurückhaltung stößt.

Wilfried Mommert, DPA / DPA
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.