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stern-DISKUTHEK: Haben es Frauen in der Startup-Welt schwerer als Männer? Stimmen Sie ab!

In der DISKUTHEK sagen zwei Gründerinnen: Für Frauen ist es deutlich schwerer, ein Startup zu gründen als für Männer. Ihre männlichen Kollegen können da nicht zustimmen. Was denken Sie? Stimmen Sie ab! 

In der DISKUTHEK haben vier Gäste darüber debattiert, ob es für Frauen wirklich schwieriger ist, ein Startup zu gründen als für Männer. Janina Mütze, Vorsitzende des Deutschen Startup-Verbands und "Civey"-Mitgründerin, und Co-Gründerin des Startups "Kleiderei", Pola Fendel, sagten Ja. Sie berichteten von ihren eigenen Erfahrungen in der Branche. Mütze erinnerte sich etwa an ein Treffen mit Investoren, nach welchem sie von fiesen Lästereien erfahren musste. Die Teilnehmer hätten spekuliert, sie sei nur dort gelandet, weil sie mit jemandem geschlafen habe.

Auch Fendel kennt das Problem, dass Frauen nicht ernst genommen werden. Oliver Rößling, Geschäftsführer von "Absolute Reality" meint, es liege vor allem daran, dass Männer die besseren Hochstapler seien. "Die kannst du schnell aus der Dusche holen und sagen: Erzähl mal kurz was zu dem Thema. Und das machen die halt", so Rößling. "Und Frauen: Da kannst du eine Raketenwissenschaftlerin, die beste der Welt, dransetzen. Die macht sich Gedanken, was sie erzählt." Und sie werde sich im Zweifelsfall fragen, ob sie wirklich die Richtige sei.

Janina Mütze (l.), Markus Deibler (2. v. l.), Oliver Rößling (2. v. r.) und Pola Fendel (r.) waren Gäste bei der DISKUTHEK

Janina Mütze (l.), Markus Deibler (2. v. l.), Oliver Rößling (2. v. r.) und Pola Fendel (r.) waren Gäste bei der DISKUTHEK

Fendel gibt ihm grundsätzlich Recht. Aber für Frauen sei es ebenfalls die falsche Strategie, es den Männern gleichtun zu wollen. "Ich bin die beste Hochstaplerin", sagt sie. Doch genau das werde bei männlichen Investoren häufig negativ aufgefasst. Männer seien oft von einem selbstbewussten Auftreten seitens einer Frau abgeschreckt. 

Nur überholte Klischees? 

Doch zur Debatte stand nicht nur die Ungleichstellung der Geschlechter. Auch über die Frage, ob die Startup-Welt mehr Schein als Sein ist, wurde fleißig diskutiert. Rößling, der als einziger der Gäste nicht in einem Startup arbeitet, ist auch der einzige, der die Frage bejahte. "Das Startup-Leben ist doch ein ganz normales Arbeitsleben", meint er. Die Gründer bejahen das einerseits. Doch die Klischees, die über Startups vorherrschen, seien andererseits eben nur Klischees und hätten nichts mit der Realität zu tun. Daher könne man in diesem Zusammenhang nicht von einem "Schein" reden.

Was denken Sie? Sind Startups überbewertet? Sind Männer die besseren Hochstapler? Und haben es Frauen als Gründerinnen schwerer? Stimmen Sie ab!

In Deutschland sind übrigens nur 15 Prozent der Unternehmensgründer weiblich. Für die Studie "Female Founders Minitor 2019" wurden insgesamt 3747 Personen erfasst, die 1547 Startups gegründet haben. Darunter sind nur 566 Frauen und 3181 Männer.

Die gesamte DISKUTHEK-Folge sehen auf www.stern.de/diskuthek oder auf Youtube unter www.youtube.com/stern.

ivi
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