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stern-DISKUTHEK: "Männer sind die besseren Hochstapler" – warum Frauen es in der Startup-Welt schwer haben

Nur 15 Prozent der Gründerinnen in Deutschland sind Frauen. Aber warum ist das so? Darüber haben die Gäste der DISKUTHEK gesprochen. Sind Männer einfach die besseren Hochstapler? 

Vorsitzende des Deutschen Startup-Verbands und “Civey“-Mitgründerin Janina Mütze (m.) und Co-Gründerin von “Kleiderei” Pola Fendel (r.) in der DISKUTHEK

Vorsitzende des Deutschen Startup-Verbands und “Civey“-Mitgründerin Janina Mütze (m.) und Co-Gründerin von “Kleiderei” Pola Fendel (r.) in der DISKUTHEK

Wenn Frauen ein Unternehmen gründen wollen, dann ist jetzt die beste Zeit dafür. Darüber herrschte in der stern-DISKUTHEK unter den vier Gästen Einigkeit. Das sei vor allem einer Nachfrage nach weiblichen Gesichtern zu verdanken, meint Oliver Rößling, Geschäftsführer von "Absolute Reality".

Daher ist er nicht der Ansicht, dass es in Deutschland für Frauen immer noch schwieriger ist, ein Startup zu gründen. Auch wenn Männer die besseren Hochstapler seien und deswegen in mancher Hinsicht punkten könnten. 

Können Frauen doch hochstapeln?

Während der "Luicella's Ice Cream"- Gesellschafter Markus Deibler ihm recht gibt, widersprechen die Vorsitzende vom Deutschen Startup-Verband und "Civey"-Mitgründerin Janina Mütze und Co-Gründerin von "Kleiderei" Pola Fendel dieser Behauptung entschieden. "Ich bin die beste Hochstaplerin", sagt Fendel. Doch genau das werde bei männlichen Investoren häufig sogar negativ angesehen. Männer seien oft von einem selbstbewussten Auftreten seitens einer Frau abgeschreckt. Sie wisse genau, wie es ist, von Investoren abhängig zu sein – und wie schwer es gerade für Frauen sein kann, sich durchzusetzen und Geld für ein Startup zu bekommen.  

"Bevor nicht wirklich mehr Frauen in Führungsebenen und Geldgeberpositionen sind, werden wir weiter das Problem haben", sagt Fendel. Janina Mütze von "Civey" kann dem beipflichten: "Wenn man Management-Skills in der Schule verankert, haben Frauen auch viel mehr Chancen das zu lernen. Das fehlt auf jeden Fall." Beide Gründerinnen sind sich einig, dass es an Vorbildern fehle und zu wenig Frauen in Führungspositionen seien. 

Doch wieder nur alte Klischees 

Unternehmer Oliver Rößling kann die Argumente der beiden Gründerinnen zwar nachvollziehen, verweist in der DISKUTHEK aber darauf, dass sich in den letzten Jahren einiges getan hat. Das Bewusstsein, dass man nicht in einer "Männerwelt" lebe, setze sich zunehmend durch. Ex-Profischwimmer und Gold-Medaillengewinner Markus Deibler sieht das ähnlich. Er hat das Startup "Luicella's" mit einer Geschäftspartnerin gegründet. Sie ist für die Eis-Herstellung zuständig, er übernimmt die betriebswirtschaftlichen Aufgaben in dem jungen Unternehmen.

Stünde das Unternehmen heute dort, wo es ist, wenn er nicht dabei gewesen wäre? "Eine extrem schwierige Frage", so Deibler, "tendenziell ist sie immer ein bisschen mehr Herz und Seele gewesen. Sie hat darauf geachtet, dass die Läden schön aussehen." Er selbst schaue in der Praxis mehr auf die Business-Seite. Die Aufgabenverteilung entspricht hier also den traditionellen Geschlechterrollen. 

Die gesamte DISKUTHEK-Folge sehen Sie am Donnerstag, 22. August, ab 17 Uhr auf www.stern.de/diskuthek oder www.youtube.com/stern.