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"Baader Meinhof Komplex": RAF-Film für Oscar nominiert

Neue deutsche Hoffnung auf einen Oscar: Der "Baader Meinhof Komplex", die Verfilmung des Buches von Stefan Aust über den deutschen Herbst, ist für den bedeutendsten Filmpreis nominiert worden. Aufhorchen lassen die insgesamt 13 Nominierungen für die Literaturverfilmung "Der seltsame Fall des Benjamin Button" mit Brad Pitt.

Das deutsche RAF-Drama "Der Baader Meinhof Komplex" hat Chancen auf einen Auslands-Oscar. Der Film des Erfolgsproduzenten Bernd Eichinger und des Regisseurs Uli Edel wurde am Donnerstag bei den Oscar-Nominierungen in Los Angeles in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film vorgeschlagen. Zu den vier Mitbewerbern gehört auch der von der deutschen Produktionsfirma Razor Film in Berlin produzierte israelische Animationsfilm "Waltz With Bashir", der sich kürzlich bei den Golden Globes durchgesetzt hatte.

Am häufigsten nominiert wurde insgesamt die romantische Literaturverfilmung "Der seltsame Fall des Benjamin Button" nach F. Scott Fitzgerald. In insgesamt 13 Kategorien könnte der Film einen Oscar gewinnen - darunter in den wichtigsten Kategorien "bester Film" und "bester Hauptdarsteller" (Brad Pitt). Ärgster Konkurrent ist - wenn auch nicht in der Menge der Nominierungen - die Literatur-Adaption "Der Vorleser" nach einem Buch von Bernhard Schlink. Auch dieser Streifen könnte "bester Film" werden, Kate Winslet gilt als Favoritin für den Preis als "beste Hauptdarstellerin". Ebenso sind die Regisseure beider Filme, David Fincher und Stephen Daldry, nominiert. Die Oscars werden in der Nacht auf den 23. Februar in Hollywood vergeben.

"Der Baader Meinhof Komplex" hatte es im Auswahlverfahren zuvor unter insgesamt 65 Bewerbern auf eine Shortlist mit neun Favoriten geschafft. Außer aus Israel kommt die Konkurrenz um die goldene Trophäe nun aus Österreich ("Revanche"), aus Frankreich ("The Class") und Japan ("Departures"). Der von der Kritik hochgelobte israelische Konkurrent "Waltz With Bashir" ist unter Mitarbeit der deutschen Produzenten Gerhard Meixner und Roman Paul entstanden. Der dokumentarische Animationsfilm geht den Erlebnissen eines jungen israelischen Soldaten im Libanonkrieg 1982 nach. Ebenfalls im Rennen um die Oscars 2009 ist der Münchner Regisseur Werner Herzog mit seinem in der Antarktis gedrehten Dokumentarfilm "Begegnungen am Ende der Welt".

In den vergangenen beiden Jahrgängen hatten jeweils deutschsprachige Regisseure bei den Oscars triumphiert: 2007 war es Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Stasi-Film "Das Leben der Anderen", 2008 ging der Preis an den von Österreich eingereichten und mit Deutschland koproduzierten Film "Die Fälscher" von Stefan Ruzowitzky.

Heath Ledger posthum nominiert

In den Haupt-Kategorien gibt es viele erwartete Nominierungen. So ist genau ein Jahr nach seinem Tod der australische Schauspieler Heath Ledger für den Oscar als bester Nebendarsteller vorgeschlagen worden. Bei der Bekanntgabe der Nominierungen für den wichtigsten Filmpreis der Welt wurde Ledger am Donnerstag in Los Angeles erwartungsgemäß für seine Rolle als Joker in dem Batman-Abenteuer "The Dark Knight" berücksichtigt. Ledger war am 22. Januar 2008 an einer Überdosis von Drogen und Medikamenten im Alter von 28 Jahren gestorben.

Ledgers Konkurrenten um den Preis sind Josh Brolin ("Milk"), Robert Downey jr. ("Tropic Thunder"), Philip Seymour Hoffman ("Glaubensfrage") und Michael Shannon ("Revolutionary Road"). Bei den Frauen machen Amy Adams ("Glaubensfrage"), Penelopé Cruz ("Vicky Cristina Barcelona"), Viola Davis ("Glaubensfrage"), Taraji P. Henson ("Der seltsame Fall des Benjamin Button") und Marisa Tomei ("The Wrestler") den Preis für die beste Nebendarstellerin unter sich aus.

"Der Vorleser" Favorit als bester Film

In der "Königskategorie" des besten Films geht neben "Der Vorleser" und "Der seltsame Fall des Benjamin Button" auch das Sozialdrama "Slumdog Millionär", das bereits den Golden Globe gewonnen hat, ins Rennen. Lediglich Außenseiterchancen dürften die zeitgeschichtlichen Politikerfilme "Frost/Nixon" und "Milk" haben.

Kate Winslet, die nach mehreren erfolglosen Nominierungen in der Vergangenheit nun als Favoritin für den Oscar gilt, hat sich der namhaften Konkurrenz von Anne Hathaway ("Rachels Hochzeit"), Melissa Leo ("Frozen River"), Meryl Streep ("Glaubensfrage") und Brad Pitts Lebenspartnerin Angelina Jolie ("Der fremde Sohn") zu erwehren. "Brangelina" zeigen damit, dass sie nicht nur ein Glamourpaar sind, sondern auch beide Klasse in ihrem Beruf haben. Bei den Männern streiten sich neben Brad Pitt Mickey Rourke ("The Wrestler"), Sean Penn ("Milk"), Frank Langella ("Frost/Nixon") und Richard Jenkins ("The Visitor") um die Würde des "besten Hauptdarstellers".

AP/DPA / AP / DPA