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"Rohtenburg": Produzent klagt gegen Verbot

Die Produktionsfirma von "Rohtenburg" will gegen das Verbot des Films klagen. Ein Gericht hatte geurteilt, der Film verletze die Persönlichkeitsrechte Armin Meiwes, der als "Kannibalen von Rotenburg" bekannt geworden war.

Der Produzent des Kannibalen-Films "Rohtenburg" will gegen das Verbot des Streifens vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. "Atlantic Streamline beabsichtigt, gegen die Entscheidung des OLG nicht nur in einem Hauptsacheverfahren, sondern auch mit einer Verfassungsbeschwerde vorzugehen", sagte der Anwalt der Produktionsfirma, Helge Sasse, der "Berliner Morgenpost". Bleibe der Film verboten, rechne seine Verleihfirma Senator Entertainment AG mit einem Gewinnausfall von einer Million Euro, hieß es in dem Bericht weiter. Sasse ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Verleihfirma.

Das Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) hatte am Freitag geurteilt, der Psychothriller dürfe in Deutschland nicht gezeigt werden, weil er das Persönlichkeitsrecht des als "Kannibalen von Rotenburg" bekannt gewordenen Armin Meiwes verletze. Das Gericht gab damit der von Meiwes beantragten einstweiligen Verfügung gegen den von Regisseur Martin Weisz gedrehten Film statt. Das Persönlichkeitsrecht wiege schwerer als die Kunstfreiheit, auf die sich die kalifornische Produktionsfirma Atlantic Streamline berufen hatte.

Meiwes hatte 2001 einen Bekannten mit dessen Einverständnis im nordhessischen Rotenburg getötet, zerlegt und weitgehend aufgegessen. Nach Überzeugung des Gerichts beruht der Psychothriller auf der Grundlage wesentlicher Lebensbilder und Persönlichkeitsmerkmale von Meiwes. Der Film mit dem Hollywood-Schauspieler Thomas Kretschmann in der Hauptrolle sollte am 9. März in den Kinos anlaufen.

Reuters / Reuters