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ARD-Programm: Mozart, Harald Schmidt und viel Fußball

Der "Tatort" soll wegen des "Bedarfs nach Schnee, Flut und Zapfenstreich" künftig durch den "Brennpunkt" ersetzt werden. Neben diesem Witz hatte Harald Schmidt bei seiner Präsentation des ARD-Programms jede Menge wirklicher Neuerungen zu vermelden.

Mozart, Fußball, Harald Schmidt und zahlreiche Änderungen und neue Sendungen bestimmen das ARD-Programm im kommenden Jahr. Eine der gravierendsten Neuerungen für den gewohnten Fernsehabend: Die Tagesthemen kommen ab 2006 schon um 22.15 Uhr, eine Viertelstunde früher als bisher, wie Programmdirektor Günter Struve in Köln mitteilte.

Vertrag mit Schmidt verlängert

Das Erste hat den Vertrag mit Entertainer Harald Schmidt um ein Jahr bis Juli 2007 verlängert. Sein nächtlicher Talk bleibt auf den Sendeplätzen mittwochs und donnerstags nach den "Tagesthemen". Schmidt wird dennoch mehr zu tun bekommen. Zusammen mit Waldemar Hartmann wird er während der Olympischen Winterspiele vom 9. bis 26. Februar an zehn Abenden eine auch satirische Nachbetrachtung der Ereignisse liefern. Sollte das neue Duo "Waldi und Harry" Erfolg beim Zuschauer haben, sind weitere 16 jeweils einstündige Sendungen mit Gästen während der Fußball-Weltmeisterschaft vorgesehen.

Bewährte Formate wie "Tatort", "Polizeiruf 110" und die Talkshows "Beckmann", "Menschen bei Maischberger" sowie "Sabine Christiansen" bleiben, ebenso Vorabendserien wie "Verbotene Liebe" und "Marienhof". Die Telenovela "Sturm der Liebe" wird um rund 120 Folgen aufgestockt und läuft dann bis Weihnachten 2006.

Viel Kultur zum Mozartjahr

Das Mozartjahr 2006 schlägt sich im Ersten mit entsprechenden Sendungen nieder: Der Kinofilm "Amadeus" von Milos Forman macht schon am 1. Januar den Auftakt. Sandra Maischberger erinnert in "Rock me, Amadeus" mit prominenten Gästen an den "ersten Popstar der Wiener Klassik". Auf insgesamt 859 Terminen zeigt die ARD in nächsten Jahr eigenproduzierte Spielfilme, zum Beispiel über den Untergang des Segelschiffes Pamir und den Piraten Klaus Störtebeker, aber auch Hollywood-Highlights wie "Lost in Translation" oder "The Tuxedo - Gefahr im Anzug" mit Kampfsportdarsteller Jackie Chan.

Regisseur Steven Spielberg wird zum 60. Geburtstag mit einer Filmreihe geehrt ebenso wie Billy Wilder zum 100. Ein ganze Anzahl neuer Sendungen und Serien sind im nächsten Jahr im ARD-Programm zu finden: Wissen vermitteln Jörg Pilawa mit "Frag doch mal die Maus" und Quarks&Co-Moderator Ranga Yogeshwar, jetzt auch im Ersten mit "W wie Wissen". Doku-Reihen beleuchten große Kriminalfälle ebenso wie erschütternde Katastrophen. Der Schauspieler Harald Krasnitzer spielt die Hauptrolle in der neuen Abendserie "Der Winzerkönig", Elisabeth Lanz in 13 Folgen aus Leipzig die "Tierärztin Dr. Mertens".

"Türkisch für Anfänger" und "Musikantenstadl"

"Türkisch für Anfänger" könnte ein witziges Highlight am Vorabend werden. Die Serie beschäftigt sich mit den Irrungen und Wirrungen des deutsch-türkischen Zusammenlebens. Volksmusikfreunde können sich auf das Wiedererstehen des "Musikantenstadls" im Herbst freuen. Wer Nachfolger von Moderator Karl Moik wird, steht nach Angaben Struves noch nicht fest, da die Abstimmung mit dem österreichischen Fernsehen noch nicht abgeschlossen sei. Für Tierfreunde findet sich im Programm unter anderem eine 40-teilige Doku-Soap aus dem Allwetterzoo in Münster. Natürlich nimmt im Jahr der Weltmeisterschaft der Fußball auch in der ARD breitesten Raum ein. Neben der eigentlichen Spielberichterstattung ist eine vierteilige WM-Show geplant, Dokumentationen über Fußball-Legenden und ebenso ein WM-Quiz mit ehemaligen und aktuellen Nationalspielern.

42-teilige Doku-Soap "Die Breloers"

Harald Schmidt hatte das ARD-Programm in der ihm eigenen Weise präsentiert: Es stütze sich auf drei Säulen, spottete er, "Sport, Sport und Fußball". Neu sei das "frauenaffine Gewaltfernsehen am Nachmittag". Politmagazine würden nicht gekürzt, sondern auf 30 Minuten verlängert, und hießen jetzt "Telenovela für Fachabiturienten" mit Titeln wie "Sonja im Sturm" und "Petra wider Willen". Er plaudere noch ein Geheimnis aus, sagte Schmidt: "Wir planen die 42-teilige Doku-Soap 'Die Breloers - das Leben einer idealen Familie'". Veronica Ferres werde dabei zum ersten Mal Regie führen, Geschichtsverfilmer Heinrich Breloer werde von Ottfried Fischer ("Der Bulle von Tölz", "Pfarrer Braun") verkörpert. Und schließlich solle der "Tatort" nach und nach durch den "Brennpunkt" ersetzt werden, wegen des "riesigen Bedarfs nach Schnee, Flut und Zapfenstreich".

che/AP