HOME

Cary Grant: Unvergessener Leinwandcharmeur

Seine Leinwandromanzen mit Stars wie Marlene Dietrich, Sophia Loren oder Audrey Hepburn gingen als beste Liebesszenen in die Geschichte Hollywoods ein. Vor 20 Jahren ist Leinwand-Gentleman Cary Grant gestorben.

Er war der legendäre Liebhaber in der Glanzzeit Hollywoods: Der gebürtige Engländer Cary Grant verkörperte mit hinreißendem Charme, Witz und Schlagfertigkeit den selbstironischen Frauenhelden wie kein zweiter Schauspieler. Als ein Interviewer einmal zu ihm sagte: "Jeder wäre gern wie Cary Grant", antwortete er: "Ich auch." Der Schauspieler starb im Alter von 82 Jahren. Am 29. November jährt sich sein Todestag zum 20. Mal.

Mehr als 70 Filme hat der stattliche Mann mit dem leisen Augenzwinkern in seiner über 30-jährigen Karriere gedreht - Schmachtfetzen, Komödien, Thriller und Abenteurerfilme. Oft standen Spitzenregisseure hinter der Kamera wie Howard Hawks ("Leoparden küsst man nicht", 1938), Frank Capra ("Arsen und Spitzenhäubchen", 1944) und vor allem Alfred Hitchcock ("Berüchtigt", 1946; "Der unsichtbare Dritte", 1959). 1970 wurde ihm für sein Lebenswerk ein Ehrenoscar überreicht - dafür, "dass er Cary Grant gewesen ist", wie Frank Sinatra damals bei der Zeremonie sagte.

Mit gefälschter Unterschrift

Seine Liebe zur Schauspielerei hat Grant schon früh entdeckt: 1904 als Archibald Alexander Leach im englischen Bristol geboren und in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, schloss er sich als Dreizehnjähriger heimlich einer Varieté- und Schauspieltruppe an. Dafür fälschte er sein Alter und die Unterschrift des Vaters. Nach einem zunächst erfolglosen USA-Besuch 1921 bekam er sechs Jahre später seinen ersten Vertrag am Broadway und wechselte 1932 - unter seinem später legendären Künstlernamen - ins Filmgeschäft.

Schon einer seiner ersten Kinoauftritte ("Die blonde Venus", 1932) brachte dem gut aussehenden Engländer eine Hauptrolle neben Marlene Dietrich ein. Den Durchbruch als einer der populärsten Stars Hollywoods schaffte er ein Jahr später an der Seite von Mae West in "Sie tat ihm unrecht" und "Ich bin kein Engel".

Magenbeschwerden und Selbstbespiegelung

"Alle sagen mir dauernd, was für ein interessantes Leben ich doch gehabt hätte", sagte Cary Grant einmal. "Aber manchmal glaube ich, dass es nur aus Magenbeschwerden und Selbstbespiegelung bestanden hat." Seine Fans sahen das anders. Sie liebten den vornehmen, witzigen Mann von Welt, der seine Filmpartnerinnen bis zum Happy End oft genug am langen Arm schmachten ließ.

Privat hatte Grant ein eher schwieriges Verhältnis zu Frauen: Er war fünf Mal verheiratet, vier Ehen wurden geschieden. Aus der vierten Ehe stammt sein einziges Kind, Tochter Jennifer. Als sie zur Welt kam, war Grant bereits 62. Er stieg kurz darauf aus dem Filmgeschäft aus - er wolle sich ganz seiner "letzten Produktion" widmen, sagte er damals. Am 29. November 1986 erlitt er einen schweren Schlaganfall und starb noch in derselben Nacht, knapp zwei Monate vor seinem 83. Geburtstag.

Nada Weigelt/DPA