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NSU-Drama von Fatih Akin: Deutscher Neonazi-Thriller "Aus dem Nichts" gewinnt Golden Globe

Riesenfreude beim Deutschen Regisseur Fatih Akin und Schauspielerin Diane Kruger: Ihr NSU-Drama "Aus dem Nichts" ist in Los Angeles mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden.

Der deutsche Thriller "Aus dem Nichts" von Regisseur ist mit dem Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet worden. Das gab der Verband der Auslandspresse am Sonntagabend bei einer Hollywood-Gala in Los Angeles bekannt.

In Akins an die -Morde angelehntem Rachethriller spielt die Schauspielerin Diane Kruger die Hauptrolle. Im vergangenen Jahr war Maren Ades Tragikomödie "Toni Erdmann" in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert worden, bei der Verleihung aber leer ausgegangen.

Stolz präsentieren sie ihren Golden Globe: Hauptdarstellerin Diane Kruger und Regisseur Fatih Akin

Stolz präsentieren sie ihren Golden Globe: Hauptdarstellerin Diane Kruger und Regisseur Fatih Akin

"Aus dem Nichts" auch im Rennen um einen Oscar

Hollywoodstar Kruger spielt in dem Thriller "Aus dem Nichts" eine Frau, deren kurdischstämmiger Mann und Sohn von Neonazis ermordet werden. Kruger war dafür bereits beim Filmfestival in Cannes im vergangenen Jahr zur besten Darstellerin gekürt worden. Der Film ist auch im Rennen für eine Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film.

Der Golden Globe "Aus dem Nichts" ist der erste für einen deutschsprachigen Film, seitdem 2010 das Schwarz-Weiß-Drama "Das weiße Band" von Regisseur Michael Haneke gewonnen hatte. Für den 44-jährigen Akin, Sohn türkischer Einwanderer, war es die erste Globe-Nominierung gewesen.

Drama um Polizeiwillkür holt vier Golden Globes

Den Hauptpreis für das beste Drama, gewann der Film "Three Billboards Outside Ebbing, " von Regisseur Martin McDonagh. Insgesamt holte das Werk um Polizeiwillkür und Rassismus vier Golden Globes, darunter auch den für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. In der Kategorie Beste Komödie/Musical gewann die Tragikomödie "Lady Bird" von Greta Gerwig.

Der Preis für den besten Hauptdarsteller in einem Drama ging an den Briten Gary Oldman (59) für "Churchill - Die dunkelste Stunde" über den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill. Als bester Regisseur gewann der Mexikaner Guillermo del Toro für "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers". Das Fantasymärchen war mit sieben Nominierungen der Favorit des Abends gewesen, erhielt dann aber "nur" noch den für die beste Filmmusik des Komponisten Alexandre Desplat.

Als beste Hauptdarstellerin in der Sparte /Musical wurde die irisch-amerikanische Schauspielerin Saoirse Ronan für "Lady Bird" ausgezeichnet. Die 23-Jährige spielt darin eine rebellische Schülerin, die ihrer kleinstädtischen Heimatstadt überdrüssig ist. In derselben Sparte gewann James Franco den Globe als bester Hauptdarsteller. Der 39-Jährige überzeugte den Verband der Hollywood-Auslandspresse mit seiner Rolle als exzentrischer Regisseur Tommy Wiseau in der Tragikomödie "The Disaster Artist", bei der Franco auch Regie führte.

Stars protestieren in Schwarz gegen Sexismus

Allison Janney und Sam Rockwell gewannen Auszeichnungen als beste Nebendarsteller. Rockwell wurde für seine Rolle in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" geehrt, in dem er einen rassistischen und gewalttätigen Polizisten spielt. Janney gewann für ihre Rolle als herzlose, strenge Mutter in der Tragikomödie "I, Tonya".

Viele Stars nutzten das Rampenlicht zum Protest gegen Sexismus und die Benachteiligung von Frauen im Showbusiness und anderen Branchen. Aus Solidarität mit Opfern sexueller Belästigung in Zeiten der #MeToo-Bewegung kleideten sich die meisten ganz in Schwarz. Auf der Bühne forderten sie zum Kampf für die Gleichstellung von Frauen auf. Auslöser der Proteste war der Skandal um den US-Film- und Fernsehmogul Weinstein, der mehr als hundert Frauen sexuell belästigt oder gar vergewaltigt haben soll.

mad/Barbara Munker, Aliki Nassoufis, DPA
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo