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Grimme-Preis: Gold für "Dittsche" und "Wolfsburg"

Das TV-Drama "Wolfsburg" und der wöchentliche TV-Rückblick "Dittsche" mit Olli Dittrich erhalten den Grimme-Preis in Gold. Erstmals zählt auch Stefan Raab zu den Preisträgern.

Stefan Raab kann sich als einziger Vertreter des Privatfernsehens bei der 41. Grimme-Preisverleihung unter die Preisträger einreihen. Raab erhielt den Preis ausdrücklich nicht für seine Show "TV total", sondern für seinen Musik-Wettbewerb "SSDSGPS - Ein Lied für Istanbul", der bei ProSieben ausgestrahlt wurde. Mit seiner "wunderbaren Leichtigkeit des Humors" habe Raab "dem Genre der Casting-Show Wiedergutmachung" angedeihen lassen, urteilte die Jury. Unter dem Strich sei auch noch gute Popmusik dabei herausgekommen. Alle übrigen Preise gingen an die öffentlich-rechtlichen Sender.

Olli Dittrich überzeugt als skurriler Arbeitsloser

Die höchsten Auszeichnungen, Grimme-Preise mit Gold, sprach die Jury dem Drama "Wolfsburg" (ZDF/Arte) mit Nina Hoss und Benno Fürmann sowie dem skurrilen wöchentlichen TV-Rückblick "Dittsche" (WDR) mit Olli Dittrich zu, wie das Grimme-Institut in Düsseldorf mitteilte. "Ich finde das Milieu und solche Leute interessant", sagte Dittrich, der als Arbeitsloser in einer Imbissbude seine sonderbare Weltsicht offenbart.

Das abgelaufene Fernsehjahr sei durch eine schwierige wirtschaftliche Situation und mit Sendungen wie der RTL-Dschungelshow durch eine "Entwicklung an die Grenzen des guten Geschmacks" gekennzeichnet gewesen, sagte Interims-Institutsleiter Friedrich Hagedorn.

Liebe in einer Frankfurter Hochhaussiedlung

Als einer der bemerkenswertesten Filme, so das renommierte Adolf-Grimme-Institut, wurde die ZDF-Produktion "kiss and run" geehrt. Der Film um Freundschaft und Liebe junger Menschen in einer Frankfurter Hochhaussiedlung überzeuge durch Frische und Witz und gelte als "wirkliche Entdeckung" des vergangenen Jahres.

Weitere Auszeichnungen gingen an den Hessen-Tatort "Herzversagen" mit Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf, "Grüße aus Kaschmir" und die WDR-Polit-Runde "Hart aber fair" mit Moderator Frank Plasberg. Ohne Preis blieben nominierte Produktionen wie "Stauffenberg", "Spiele der Macht", "Heimat 3" oder "Martin Luther King". Insgesamt waren 620 Produktionen in Konkurrenz um die 17 Preise getreten.

Die "Besondere Ehrung" erhält bei der Grimme-Gala am 18. März in Marl der Musiker Klaus Doldinger. Doldinger komponierte die Musik für Filme wie "Das Boot" und "Liebling Kreuzberg" und trug "maßgeblich zur Qualität und Entwicklung des Mediums Fernsehen" bei, begründete der Deutsche Volkshochschul-Verband als Mitträger des Grimme-Instituts seine Wahl.

DPA / DPA