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Cyber-Angriff auf Sony: Hacker klauen Drehbuch von neuem Bond-Film

Der Hacker-Angriff auf die Sony Studios zieht weitere Kreise. Nun ist auch der neue Bond-Film "Spectre" betroffen. Die Cyber-Diebe erhielten Zugriff auf eine frühe Version des Drehbuchs.

Hauptdarsteller Daniel Craig bei einer Presseveranstaltung zum neuen James-Bond-Film "Spectre"

Hauptdarsteller Daniel Craig bei einer Presseveranstaltung zum neuen James-Bond-Film "Spectre"

Bei dem Hacker-Angriff auf Sony ist eine "frühe Version" des Drehbuchs für den neuen James-Bond-Film gestohlen worden. Die Produzenten des Streifens "Spectre", die Firma Eon Productions, teilten am Sonntag auf ihrer Website mit, die frühe Drehbuchfassung sei unter den Sony-Dokumenten, zu denen sich Hacker kürzlich Zugang verschafft hatten. Die Firma äußerte sich besorgt, dass der Inhalt öffentlich gemacht werden könnte.

Vor zwei Wochen hatten die Produzenten erste, fein dosierte Details zum neuen Film um den Geheimagenten 007 bekanntgegeben, der Ende 2015 ins Kino kommt. Hauptdarsteller Daniel Craig wird darin erneut den James Bond mimen, Monica Belluci und Léa Seydoux werden als Bond-Girls vor der Kamera stehen. Christoph Waltz übernimmt die Rolle des Bösewichts. Die Dreharbeiten finden zum Teil in Rom statt.

Hacker veröffentlichen private Mails

Hacker hatten sich Ende November Zugang zum Computersystem der Firma Sony Pictures Entertainment verschafft und die Inhalte von E-Mails und Dokumenten veröffentlicht. Insgesamt sollen Informationen über 47.000 Personen in den gehackten Dokumenten stehen. Es war spekuliert worden, Nordkorea könnte hinter dem Angriff stehen.

Als möglicher Auslöser gilt die Filmkomödie "The Interview", in der zwei US-Journalisten beauftragt werden, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu töten.

Neben Mitarbeitergehältern kamen durch den Hacker-Angriff auch peinliche Äußerungen ans Licht. So hatte der Produzent Scott Rudin Hollywoodstar Angelina Jolie in einer E-Mail als "untalentierte, verzogene Göre" bezeichnet. Außerdem gab es zwischen Rudin und Sony-Pictures-Vizechefin Amy Pascal einen E-Mail-Austausch, in dem rassistische Äußerungen über US-Präsident Barack Obama standen. Pascal entschuldigte sich am Donnerstag für ihre Bemerkungen.

Sony warnt US-Medien

Sony Pictures will die Flut von Enthüllungen nun auf juristischem Wege stoppen. Mehrere US-Medien erhielten am Sonntag einen Brief von einem Anwalt des Film-Konzerns mit der Aufforderung, keine weiteren Berichte aus dem Material zu veröffentlichen.

Außerdem sollen sie die Kopien in ihrem Besitz löschen, wie aus einer vom Technologieblog "Recode" veröffentlichten Version des Briefs hervorgeht. Bei weiteren Berichten werde Sony Pictures die Medien für eventuelle Verluste oder Schäden durch die Veröffentlichungen haftbar machen, hieß es dort. Auch die "New York Times" und der "Hollywood Reporter" hätten ähnliche Briefe bekommen.

kis/AFP/DPA / DPA