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"Top Gun" wird fortgesetzt: Zu viele Remakes: Hollywood gehen die 80er-Filme aus

Die 80er haben angerufen, sie wollen ihre Filme zurück: Letzte Woche bestätigte Tom Cruise, dass an einer Fortsetzung zum Kultstreifen "Top Gun" gearbeitet wird. Ein Blick ins Kinoarchiv zeigt: Hollywood gehen allmählich die Klassiker aus.

Tom Cruise wurde mit "Top Gun" zum weltweiten Frauenschwarm

Tom Cruise wurde mit "Top Gun" zum weltweiten Frauenschwarm

Mit "Top Gun: Sie fürchten weder Tod noch Teufel" schaffte der damals 24-jährige Tom Cruise seinen internationalen Durchbruch. Als junger Elite-Pilot Maverick eroberte er weltweit die Frauenherzen und ließ die Kassen klingeln: Den Produktionskosten von 15 Millionen US-Dollar stand ein weltweites Einspielergebnis von 350 Millionen Dollar (USA: 176, 78 Millionen) entgegen. Damit ist "Top Gun" auf Platz 12 der umsatzstärksten Filme der 80er in den USA.

Insofern war es nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood an einer Fortsetzung arbeiten würde - und genau die hat Tom Cruise (mittlerweile 54 Jahre) nun bestätigt. "Es wird passieren. Es wird definitiv passieren." Die Dreharbeiten für "Top Gun 2" sollen "wahrscheinlich" im nächsten Jahr beginnen.

Nur drei Filme ohne Fortsetzung

Blickt man in die Top 15 der US-Kinokassenschlager aus den Achtzigern, zeigt sich: Gerade einmal drei Filme haben weder Prequel noch Fortsetzung bekommen oder wurden in ein Franchise umgewandelt. Die drei Filme sind "E.T. - Der Außerirdische", "Tootsie" und "Rain Man".

Alle anderen Marken wurden dagegen kommerziell ausgeschlachtet: Neben den "Stars Wars"- und "Indiana Jones"-Filmen, die schon in den Achtzigern als Reihe angelegt waren, gab es später mehrere Fortsetzungen zu "Batman" (zuletzt 2012), "Ghostbusters" (zuletzt 2016), "Beverly Hills Cop" (an Teil 4 wird gearbeitet) und "Zurück in die Zukunft" (insgesamt drei Filme).

80er: Einst verschmäht, nun geliebt

"Es ist lustig, weil die 80er lange Zeit verschmäht wurden. Aber plötzlich sind sie cool", sagt Comscore-Media-Analyst Paul Dergarabedian gegenüber dem Portal "Marketwatch". "Es scheint fast so, als seien die 80er für Hollywood die neuen 50er."

Das zeigt sich auch, wenn man nicht nur nach den Einspielergebnissen geht, sondern auch den Beliebtheitswerten auf der internationalen Filmplattform "IMDB". Der erstplatzierte "Dirty Dancing" wird dieses Jahr als Fernsehfilm neuaufgelegt. Erst vor wenigen Tagen startete ein neuer Teil der "Alien"-Reihe sowie ein Remake der Rettungsschwimmer-Serie "Baywatch" im Kino. Ende des Jahres wird "Blade Runner 2049" im Kino starten, die Fortsetzung des 1982er Science-Fiction-Klassikers. Und die Sitcom "Roseanne" bekommt ebenfalls eine Fortsetzung mit acht Episoden.

Kritik für tonnenweise Fortsetzungen

"Sagen wir einfach, wie es ist", erklärt Medien-Experte Dergarabedian. "Einige dieser Filme wurden nur neuaufgelegt, um aus den bekannten Namen Kapital zu schlagen. Die Qualität ist nicht immer gut, und genau das bringt Probleme."

Im vergangenen Jahr mussten die Filmstudios viel Kritik einstecken, weil sie nur wenig neue Stoffe auf die Leinwand brachten, dafür Dutzende Fortsetzungen und Remakes. Vom Publikum wurden einige der Hoffnungsträger abgestraft: Zwar gab es einige Hits ("Finding Dory", "Captain America: Civil War"), aber auch viele Flops ("Ghostbusters", "The Legend of Tarzan", "Ben-Hur").