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Günter-Grass-Archiv in Göttingen: Literarischer Schatz aus drei Jahrzehnten

Skizzen, Manuskripte, Korrespondenz: 30 Jahre lang hat Verleger Gerhard Steidl Material aus der Zusammenarbeit mit Günter Grass gesammelt. In einem neuen Archiv in Göttingen wird es aufbewahrt.

Wissenschaftler werden vermutlich Jahrzehnte zu tun haben, um alles auszuwerten und aufzuarbeiten, glaubt Gerhard Steidl. Der Verleger hat aufbewahrt, was der im April gestorbene Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass in drei Jahrzehnten Zusammenarbeit mit dem Göttinger Verlag an "Flachware" hinterlassen hat: Manuskripte, Korrekturfahnen, Zeichnungen, Skizzen, Umschlagentwürfe, Korrespondenz - kistenweise. Am Freitag hat Steidl neben dem Verlagsgebäude ein neues Günter-Grass-Archiv eröffnet.

Als die Witwe des Nobelpreisträgers, Ute Grass, die Tür zum neuen Archivgebäude symbolisch aufschloss, erklang ein Blechtrommel-Wirbel - verursacht vom langjährigen Grass-Weggefährten Günter "Baby" Sommer.

Archiv im ältesten Wohnhaus Göttingens

Untergebracht ist der literarische Schatz in einem äußerlich bescheiden wirkenden, aber dennoch ganz besonderen Gebäude-Ensemble: einem entkernten, aufwendig sanierten Fachwerkhaus aus dem frühen 14. Jahrhundert und einem modernen Anbau mit einem Ausstellungs- und Arbeitsraum sowie einem gesicherten klimatisierten Keller.

Dort lagern die Grass-Archivalien. "Das Haus aus dem Jahr 1310 ist nicht nur das älteste Wohnhaus Göttingens, sondern eines der ältesten in ganz Deutschland", sagte Verlagssprecherin Claudia Glenewinkel.

Entwürfe von letztem Grass-Werk

Dokumentiert wird das literarische und das grafische Werk des Nobelpreisträgers. Dazu gehören neben den "Steidl-Materialien" unter anderem Buchausgaben, das Gesamtwerk der Radierungen und Lithografien sowie Hunderte von Zeichnungen, die Grass noch zu Lebzeiten für das Archiv zur Verfügung gestellt hat.

Zur Eröffnung präsentierte der Verlag eine Ausstellung mit Manuskripten, Zeichnungen und Layout-Entwürfen zum letzten Grass-Werk "Vonne Endlichkait". An dem Buch hatte der Nobelpreisträger noch bis wenige Tage vor seinem Tod gearbeitet. Steidl sieht das Werk als ein literarisches Experiment. Darin habe Grass erstmals Prosa und Lyrik miteinander verschmolzen.

Forscher arbeiten Archivalien auf

Inhaltlich gehe es darum, "was noch möglich ist im Alter", sagte Verlagssprecherin Glenewinkel. Es gehe um alte Freunde, um Verlust, Naturbeobachtungen. Unter anderem beschäftigt sich Grass - auch grafisch im Selbstbild - mit dem "Abschied von restlichen Zähnen": "Gaumenkauer, Mümmelgreis, dem nur löffelweise Brei bekömmlich, lägen nicht im Wasserglas nachts und reinlich dritte Zähne". "Vonne Endlichkait" ist noch nicht ganz fertig. Das Buch soll Ende August erscheinen.

 Das Grass-Archiv wird vor allem Fachbesuchern offen stehen. In Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen sollen Wissenschaftler nach und nach die Archivalien aufarbeiten. "Die Forschung an den Grass-Original-Unterlagen ist sicher sehr reizvoll", sagte Glenewinkel.

Der Öffentlichkeit werde das Haus dagegen nur begrenzt zugänglich sein. Es soll aber immer wieder Ausstellungen geben. Zudem seien Führungen geplant.



Matthias Brunnert / DPA
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.