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"Blümchen": Jasmin Wagner als Sängerin Alexandra gefeiert

"Blümchen" singt vom toten Baum: Schauspielerin Jasmin Wagner tritt in Berlin als Sängerin Alexandra auf, die Ende der 60-er Jahre mit Versen wie "Mein Freund der Baum ist tot" Erfolg hatte. Das Publikum war begeistert - Lob kam auch von einem Altmeister des Schlagers.

Heino ist begeistert. Am Ende der Uraufführung von "Alexandra - Glück und Verhängnis eines Stars" am Samstagabend in Berlin applaudiert auch der Schlager-Altmeister ausgiebig der Schauspielerin Jasmin Wagner, die sich auf der Bühne des Schlosspark Theaters vor den begeisterten Zuschauern verneigt. Die 31-jährige Wagner - einst als Teeniestar Blümchen bekannt ("Herz an Herz") - trat als Sängerin Alexandra auf, die Ende der 60-er Jahre mit Songs wie "Mein Freund der Baum" oder "Zigeunerjunge" Erfolg hatte. Wagner sei eine Idealbesetzung für die Rolle der Alexandra, sagt Heino. "Sie singt sehr schön." Heino kannte Alexandra persönlich. "Wir beide waren die Entdeckung des Jahres 1968, sie bei den Frauen, ich bei den Männern."

In dem Theaterstück wird von dem steilen Aufstieg und jähen Ende von Alexandras Bühnenkarriere erzählt: Sie wächst als Flüchtlingskind in einfachen Verhältnissen in Kiel auf, tingelt als Sängerin durch Kneipen und wird von einem Musikproduzenten entdeckt. Ihre erste Platte wird ein Erfolg, sie tritt auf größeren Bühnen und im Fernsehen auf. Doch die naive Frohnatur kommt im harten Showgeschäft unter die Räder - Männer betrügen sie, ihr Schnulzen-Image frustriert sie. 1969 stirbt sie bei einem Autounfall im Alter von nur 27 Jahren. War es ein Unfall, Selbstmord oder Mord? Möglicherweise hätten sogar die Geheimdienste KGB und CIA ihre Finger im Spiel gehabt, wird im Theaterstück angedeutet.

Schunkeln oder klatschen?

In der Inszenierung sollen die Songs von Alexandra wieder auf der Bühne aufleben und das Leben der unter mysteriösen Umständen gestorbenen Sängerin beleuchtet werden, sagt der künstlerische Leiter des Schlossparktheaters, Dieter Hallervorden. Zur Besetzung mit Jasmin Wagner, die als Teenie-Sängerin nicht unbedingt mit dem Klangvolumen ihrer Stimme zu überzeugen wusste, ergänzt er: "Wir wollten keine Kopie von Alexandra, sondern jemanden, der das nachempfinden kann."

In 100 Minuten Spielzeit singt Wagner ein gutes Dutzend Alexandra-Lieder, begleitet von einem Gitarristen und einem Keyboard-Spieler. Das Publikum ist etwas unentschlossen, ob es mitschunkeln oder mitklatschen soll - manche tun es, andere drehen pikiert ihre Köpfe. Als inhaltlicher roter Faden für das Stück dient eine Art Gespräch aus dem Jenseits, wo Alexandra als Tote auf ihr Leben zurückblickt und mit einem Ex-Liebhaber spricht. In kurzen Szenen mit simplen Dialogen treten Personen aus Alexandras Leben auf. Karikaturesk überzeichnete Figuren wie eine strenge Festivalveranstalterin, die von Alexandras einfühlsamer Stimme tief ergriffen wird und zu tanzen beginnt, sorgen für bemühte Komik.

Wolf von Dewitz, DPA/DPA
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