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Dank einer US-Erbin: Kunstkrimi um verschollenes Gemälde nach 75 Jahren gelöst

Im Frankfurter Städel-Museum ist nun ein lange vermisstes Highlight zu sehen. Das Gemälde war 75 Jahre lang verschwunden. Ein wahrer Kunstkrimi.

Das Gemälde Landschaft mit dem Propheten Bileam und seiner Eselin

Das Gemälde "Landschaft mit dem Propheten Bileam und seiner Eselin" ist ab diesem Mittwoch wieder im Frankfurter Städel zu sehen

DPA

Das Frankfurter Kunstmuseum Städel hat eine neue Attraktion – eigentlich ist es ja eine alte Attraktion, denn das Gemälde gehörte bis in der Zeit des Zweiten Weltkriegs zur Sammlung des weltberühmten Kunstmuseums. Über ein Versteck im Odenwald und eine Privatsammlung in den USA fand das seit 1945 verschwundene Bild nun seinen Weg zurück ins Städel.

Seit 100 Jahren im Städel zu Haus gewesen

Das Museum berichtete über die außergewöhnliche Geschichte der um 1832 gemalten Heiligenszene. Das Ölbild stammt von dem Tiroler Maler Joseph Anton Koch (1768-1839). Es heißt "Landschaft mit dem Propheten Bileam und seiner Eselin" und hängt nun wieder im Sammlungsbereich zur Kunst des 19. Jahrhunderts.

Es handle sich "eindeutig nicht um Raubkunst", betonte das Museum: Das Gemälde hing während der Nazi-Zeit schon rund 100 Jahre im Städel. Mit der Nazi-Herrschaft 1939 habe das Museum begonnen, seine Bestände auszulagern. Das Koch-Bild wurde zusammen mit anderen Bildern zunächst in der Stahlkammer einer Frankfurter Bank untergebracht. 1944 kam es ins Schloss Amorbach im Odenwald - einer von mehreren Orten, an denen Kunstwerke untergebracht wurden.

"Prophet Bileam" wurde lange im Städel-Museum vermisst

1945 stellte sich heraus, dass die Depoträume in Amorbach geöffnet und geplündert worden waren. Mindestens 25 Bilder waren verschwunden, darunter auch der "Prophet Bileam". Zwei Gemälde konnte das Museum wiederfinden, eines von Max Liebermann und eine Rubens-Kopie. "Alle weiterhin verschollenen Gemälde hat das Städel in der Datenbank lostart.de des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste als Suchmeldungen registriert", berichtet das Museum, darunter auch das Koch-Gemälde.

Das Bild gehörte zuletzt einer Amerikanerin, die laut Städel in Missouri lebt und selbst Kunsthistorikerin ist. Sie hatte das Gemälde geerbt und wollte herausfinden, welcher Künstler sich hinter den Initialen "I.K." in der Signatur verbirgt. Dabei recherchierte sie auch in der Lost-Art-Datenbank. "Sie stieß auf die Suchmeldung und nahm mit dem Städel Kontakt auf", berichtete das Museum. Städel-Direktor Philipp Demandt sprach von einer "außerordentlichen Geste" und dankte für "die Großzügigkeit der Rückgabe".

anb / DPA