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Spektakulärer Kunstkrimi:: Russischer Milliardär In Monaco festgenommen - die dubiosen Geschäfte des Dmitri Rybolowlew

Dmitri Rybolowlew zählt zu den 20 reichsten Russen. Nun wurde der Präsident des AS Monaco festgenommen. Ihm werden korrupte Machenschaften in einem spektakulären Kunstkrimi vorgeworfen.

Dmitri Rybolowlew mit Prinz Allbert von Manaco bei einem Fußballspiel 

Dmitri Rybolowlew mit Prinz Allbert von Manaco bei einem Fußballspiel 

Picture Alliance

In Monaco ist der russische Milliardär Dmitri Rybolowlew festgenommen worden. Wie französische Medien berichten, wurde er am Dienstagmorgen in Gewahrsam genommen. Der Präsident des Fußballclubs AS Monaco steht im Mittelpunkt eines großen Justizskandals, der in den französischen Medien als "MonacoGate" bezeichnet wird. Ihm wird Korruption, Bestechung und Einflussnahme vorgeworfen. Unter anderem soll der 51-Jährige Polizei und Justiz des Fürstentums mit Geschenken, Einladungen und ähnlichen Gefälligkeiten bestochen haben - vor allem damit sie in seinem langjährigen Verfahren gegen den Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier intervenieren, berichtet unter anderem "Le Monde".

Im Januar 2015 zog Rybolowlew, der laut "Forbes" zu den 20 reichsten Russen gehört, gegen Bouvier vor Gericht. Der Milliardär beschuldigte den Schweizer, ihm Meisterwerke zu viel zu hohen Preisen verkauft zu haben. Insgesamt hat Rybolowlew bis 2013 38 spektakuläre Kunstwerke von dem Freihafenbetreiber erworben. Dazu zählte das Gemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci. 

127,5 Millionen Dollar bezahlte Rybolowlew für das einmalige Kunstwerk. Ein guter Preis, versicherte ihm Bouvier. Eingekauft hatte der Schweizer es jedoch für 80 Millionen - also ein Aufschlag von 47,5 Millionen.

Saftige Aufschläge

Der deftige Aufpreis flog durch einen Zufall auf, nachdem dem russischen Milliardär der wahre Einkaufspreis für ein Amedeo-Modigliani-Gemälde bekannt wurde, das Bouvier ihm für 118 Millionen Dollar verkauft und sich lediglich als Vermittler ausgegeben hatte. Tatsächlich hatte der Schweizer aber das Werk dem New Yorker Hedgefonds-Manager Steven Cohen für nur 93,5 Millionen Dollar abgekauft. Rybolowlew ahnte sofort, dass es kein Einzelfall ist, und klagte Bouvier wegen Betrugs an.

Das Verfahren zog sich hin. Rybolowlew zog das Auktionshaus Sotheby’s, über das die Verkäufe abgewickelt wurden, mit hinein. Er warf dem Auktionshaus vor, in geheimer Absprache mit Bouvier die Preise hochgetrieben zu haben. Etwa ein Drittel der Objekte, die Bouvier an Rybolowlew weiterverkaufte, soll er nämlich durch Vermittlung von Sotheby’s in privaten Transaktionen zuvor erworben haben. 

Sotheby’s behauptete daraufhin, Rybolowlew wolle bloß den Standort des Auktionshauses in London als Vorwand dafür nutzen, seinen weltweiten Rechtsstreit mit Bouvier vor die britischen Gerichte zu bringen, obwohl ein Berufungsgericht in Singapur befunden hatte, dass der Fall in Genf angehört werden sollte.

Rybolowlew macht mit "Salvator Mundi" 270 Millionen Gewinn

Das passte dem Milliardär aber offenbar so gar nicht. Mit der Justiz in der Schweiz hatte Rybolowlew bereits schlechte Erfahrung gemacht - bei seiner Scheidung. Zahlte er deswegen Bestechungsgelder an die Polizei und Justiz in Monaco, um das Verfahren doch noch irgendwie zu verlegen? Wenn, dann war das umsonst. Denn im November 2017 stellte die US-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Bouvier ein. 

Denn Rybolowlew gelang es, den "Salvator Mundi" wieder zu verkaufen. Das Kunstwerk erzielte einen Preis von sagenhaften 450 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 382 Mio Euro) und wurde somit das teuerste jemals auf der Welt versteigerte Kunstwerk. Versteigert wurde das Werk im Auktionshaus Christie's in New York. Rybolowlew ging mit rund 270 Millionen Dollar Gewinn nach Hause. Von Betrug und Übervorteilung könne bei diesem Ausgang der Causa nicht mehr die Rede sein, befand die Staatsanwaltschaft.

Quellen: "Le Monde"

ivi