Ohne Titel, für SZ-Magazin, 1999
„Die Bars in München hatten alle unterschiedliche Maschinen, um Eiswürfel zu machen. Darüber wollte das ‚SZ-Magazin‘ eine Geschichte machen – allerdings ist denen das im Hochsommer eingefallen (lacht). Ich bin dann nach München geflogen mit einer Lichtquelle und einer Kamera und hab mir in einem ganz kleinen Studio ein Set gebaut. Es gab einen Fahrer, der immer in die Bars geflitzt ist, um die Eiswürfel zu holen, die natürlich ruck, zuck geschmolzen und auf meiner Glasplatte herumgeschwommen sind. Der Aufbau war so: Der Eiswürfel liegt auf einer Glasplatte, und das ringförmige Licht kommt von unten. Da drunter ist es schwarz. Das Schöne ist, dass die Eiswürfel alle völlig verschieden aussehen – manche wie Planeten. Das war eine lustige und absurde Geschichte! Dabei habe ich auch gelernt, dass Eiswürfel klar bleiben, wenn das Wasser tropfenweise friert, so wie diese Eismaschinen das machen. Unser Eis zu Hause aus diesen Eiswürfelcontainern ist ja immer irgendwie matt.“
© Hans Hansen, Collection Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg