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Merchandising: Geldmaschine "Manga"-Boom

Versteckt zwischen den Puppen und Puzzles auf der Nürnberger Spielwarenmesse leuchten zwei übergroße Augen. Yugis Augen. Und Yugi ist nicht Irgendwer. In Japan scheffelte er schon zwei Milliarden Dollar Lizenzeinnahmen.

In Japan scheffelte Yugi schon zwei Milliarden Dollar Lizenzeinnahmen, berichtet Otto E. Umbach, Geschäftsführer der Fachhandels-Verbundgruppe idee+spiel. 3,5 Milliarden Sammelkarten wurden dort verkauft. In den USA entwickele sich das Thema ähnlich gut. Yugis Karriere steht für viele seiner "Manga"-Kollegen: In Comic-Läden genießen die Cartoons seit Jahren Kultstatus. Auch im Fernsehen erzielen sie hohe Einschaltquoten. Und nun drängen die "Manga"-Akteure auch in die deutschen Spielwarenläden.

Manga und kein Ende

"Mangas" kamen zunächst als Taschenbücher nach Deutschland. In der Form bergen sie schon rein organisatorisch Geheimnisvolles: "Mangas" werden von hinten nach vorne und stets vertikal gelesen. Die Inhalte sollen viele Altersgruppen ansprechen. Die Bandbreite reicht von Fantasygeschichten und Mangas für Mädchen bis hin zu erotischen Erzählungen für Erwachsene.

Wie erklärt sich der Boom der Figuren, die manchen Fan gar zum Japanisch-Lernen anstiften? "Der fernöstliche Touch fasziniert unglaublich", sagt Stefan Trautner, Inhaber eines Nürnberger Comicladens. Zweifelsohne verliehen die Zeichentrickserien im Fernsehen den Helden aus "Dragon Ball" und anderen fortlaufenden Bildern zusätzliche Beliebtheit.

T-Shirts, Puppen, Statuen

Trautner führt für Liebhaber auch Zubehör - T-Shirts, Puppen, Statuen. Für ein qualitativ hochwertiges plastisches Modell müssen "Manga"-Anhänger bis zu 400 Euro auf den Tisch legen - "aber die Dinger werden trotz des Preises gekauft." In herkömmlichen Spielwarenläden stehen bislang vorwiegend Puppen in japanischem Design zum Verkauf. Allerdings legen auch die Verlage, die "Manga"- Bücher vertreiben, mit Produkten nach. Der Carlsen-Verlag etwa will zu der vom Frühjahr an ausgestrahlten Fernsehserie "One Piece" Mouse Pads, Notizblätter und Stofffahnen vertreiben.

Der Spielwarenhersteller Mattel bringt in diesem Jahr eine Artikelserie zu der Serie Yu-Gi-Oh um den Jungen Yugi heraus, parallel zu den gleichnamigen Zeichentrickfolgen im Fernsehen. Bei Mattel sollen Yugi-Puppen, ein "Starter-Paket" und ein "Deluxe Monster Sortiment" mit Brett- und Kartenspiel erscheinen. Bandai liefert die "Bratz"-Puppen sowie Figuren zu "One Piece", "Power Rangers" und "Gundam".

Die Taschengelder fließen

Gerade von Fernsehserien erhofft sich der Marketing-Manager von Bandai, Jürgen Zacherl, Impulse für die Spielwarenbranche. Er sieht jedoch nicht die „Manga“-Bücher als Startzünder. "Seit Jahren ist ein genereller Asien-Trend zu beobachten", sagt er. Der Einzelhandel kommt diesem Trend nach. "Manga" treffe den Nerv der Zeit, heißt es bei "idee+spiel". Puppen sind zum festen Bestandteil der Warenpalette geworden, im nächsten Jahr erwartet der Verband zudem Video- und Sammelkartenspiele von den Herstellern.

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