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Panzerkampfwagen VI: Tiger I – Kommandant Otto Carius spricht über die Technik des Panzers

Der spätere Apotheker Otto Carius gehörte zu den erfolgreichsten Kommandanten des Tigers. Nach dem Krieg beschrieb er die Technik seines Panzers.

Otto Carius vor seinem Panzer

Otto Carius vor seinem Panzer

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Otto Carius ist einer der erfolgreichsten Panzerkommandanten des Zweiten Weltkriegs. Der Zugführer der schweren Panzer-Abteilung 502 gilt als hervorragender Taktiker des Panzergefechts. Nach dem Krieg wurde er Apotheker und veröffentlichte 1960 den Erinnerungsband "Tiger im Schlamm". Carius wurde durch das Buch und seine Interviews zum wichtigsten Zeitzeugen des Tiger-Panzers – auch weil er den Krieg überlebte. Andere erfolgreiche Kommandanten wie der regimekritische Kurt Knispel fielen und blieben nach 1945 stumm.

In einem TV-Interview in Japan sprach Carius ausführlich über die Technik des Panzers. Carius gehört zu den populären Soldatenfiguren. Er trat in Dokumentationen auf, seine Einsätze werden in Kriegsspielen nachgeahmt, es gibt ein Manga über ihn und man kann ihn als Bausatz-Figur erwerben. Bis zu seinem Tod signierte und verkaufte er sein Buch in seiner Apotheke.

Otto Carius:

"Fangen wir unten an, also das Getriebe. Das war ein automatisches Getriebe.

Sie konnten das ganze Gerät, das 57 Tonnen wog, mit einem Finger lenken. Der Tiger ließ sich leichter lenken als ein Lkw.

Das Vorgelege war so konstruiert, dass das alles automatisch ging. Noch beim Panzer IV musste man beim Lenken immer die Kraft von einer Kette wegbremsen, um irgendwelche Lenkbewegungen zu machen.

Wurde die Kraft beim Tiger von einer Kette weggenommen, wurde sie automatisch auf die andere übertragen. Wenn man auf der Stelle wenden wollte, lief die eine Kette vorwärts und die andere rückwärts.

Panzerkampfwagen VI: Tiger I - diesen Panzer fürchteten alle Gegner
Kolonne deutscher Tiger-Panzer - aus der Zeitschrift "Signal".

Kolonne deutscher Tiger-Panzer - aus der Zeitschrift "Signal".

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Das war schon ein großes Kunstwerk.

Bei der Schaltung musste man Vorwärts, Leerlauf und Rückwärts mit Kuppeln einlegen. Die Schaltvorgänge – es gab acht Vorwärtsgänge und vier Rückwärtsgänge - haben sie mit einem ganz kleinen Hebelchen geschaltet. Dann haben sie das Hebelchen in die Stellung gebracht und etwas reingedrückt und Einlegen, Zwischengas, Kuppeln, das hat alles die Automatik gemacht.

Das war damals ein ganz großer Fortschritt, das gab es bei keinem anderen Fahrzeug oder Panzer. Heute ist das Gang und Gäbe. Damals war das wirklich zukunftsweisend. Der Fahrer musste körperlich kaum Kraft aufwenden. Nur beim Anfahren und beim Halten.

Das Fahrwerk war also Klasse.

Das Laufwerk war im Gelände sehr angenehm. Weniger für die Instandsetzungsstaffel.

Beim Wechsel der Laufrollen, wenn die innere Laufrolle zerschossen war, mussten so und so viele Laufrollen abgenommen werden, um an die kaputte Laufrolle ranzukommen. Von der Reparatur her war es umständlich, von der Fahrweise war es viel besser als bei den Modellen vorher.

Das war bis zur Gürtellinie der Tiger.

Beim Panzer ist ja wesentlich: die Geschwindigkeit, die Bewaffnung, die Treffsicherheit, die Kommunikation und erst als Drittes die Panzerung.

Die meisten denken ja, die Panzerung käme an erster Stelle, das ist Unsinn. Ein Panzer, der hauptsächlich gut gepanzert ist und das andere vernachlässigt, der ist im Einsatz gar nichts wert. Die Panzerung kommt ganz an letzter Stelle, um erfolgreich zu sein.

So war es hier auch, die Panzerung frontal war wohl gut. Auf 900, auf 1000 Meter konnte man sich schon dem T-34 gegenüberstellen, ohne dass die Granate durchschlug. Man durfte natürlich nicht die Seite oder gar das Heck zeigen. Die Panzerung war sowohl an der Flanke als am Heck geringer. Und von oben sowieso. Beim Angriff zeigt man dem Gegner die Front, also ist die Panzerung am stärksten.

Die Waffe war unsere Acht-Acht. Die war als Panzerabwehrwaffe bis zum Kriegsende die Waffe schlechthin. Weder beim Gegner noch bei uns gab es eine bessere Panzerabwehrwaffe als die 8,8. Und die war im Tiger eingebaut. Mit elektrischer Zündung. Also auslösen und der Schuss ging los.

Auch die Richtmittel waren ganz hervorragend. Der Richtschütze saß auf einem Sitz, der hatte die Füße auf Pedalen. Hat er nach vorn getreten, ist der Turm nach rechts geschwenkt, hat er nach hinten getreten ist der Turm nach links gegangen."

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Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.