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Stahl auf der Heide: Panzershow - die Erde bebt – der Panther dröhnt

 Einmal im Jahr gibt es im friedliebenden Deutschland ein großes Militaria-Fest. Dann wühlen sich die Ungetüme des Deutschen Panzermuseums durch die Heide.

Hauptattraktion sind die Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier: Sturmgeschütz III, Panther und leichter Jagdpanzer Hetzer.

Hauptattraktion sind die Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier: Sturmgeschütz III, Panther und leichter Jagdpanzer Hetzer.

Einmal im Jahr feiert die deutsche Militaria-Szene ihr eigenes Oktoberfest. Und zwar schon im September und in Munster. Dort lädt das Deutsche Panzermuseum zur Großveranstaltung "Stahl auf der Heide" ein. Überzeugten Pazifisten kann man zu einem Besuch nicht raten. Das Deutsche Panzermuseum ist nicht jedem Zivilisten bekannt, in der Szene haben Museum und Hartmetall-Event einen Ruf wie Donnerhall. Grund ist die einzigartige Sammlung, die vor allem die Panzerwaffe der ehemaligen Deutschen Wehrmacht abdeckt. Kein Wunder, das sogenannte Munsterlager war schon im Zweiten Weltkrieg in Betrieb.

Einzigartige Exponate

So eine Sammlung hat nicht jeder. Andere Museen sind froh, wenn sie einen einzigen legendären Tiger I besitzen. In Munster stehen sogar so seltene Preziosen wie ein Tiger II und ein überlebender Sturmtiger. Gebaut wurden nur 18 Stück. Da staunt der Insider. Nur einmal im Jahr darf ein Teil der Giganten den Motor anlassen und wird aufs Feld gelassen. Handverlesen ist die Auswahl. Denn Panzer ist nicht gleich Panzer.

Panther durfte aus der Halle

Highlight in diesem Jahr war das Roll-Out eines Panthers oder Panzer V. Nicht schlecht, aber eben doch kein Tiger I – vom monströsen Tiger II gar nicht zu reden. Der Panther wurde von Deutschland als Reaktion auf das überlegene Design des russischen T34 entworfen. Anders als der Tiger I, dem man seine hektische Entwicklung in seinem zusammengestückelten Äußeren ansah, war der Panther ein geschlossener Entwurf. Erstmals wurde er – technisch noch unausgereift – in der Schlacht am Kursker Frontbogen eingesetzt.

 Dem "Grab der Deutschen Panzerwaffe" wie man die Schlacht in der Nachkriegszeit nannte. Der Panther litt wie fast alle späteren deutschen Panzer an Gigantomanie. Er war deutlich schwerer und aufwendiger in der Konstruktion als seine Gegner. Und zumindest in der Hauptwaffe war er der zweiten Generation des T34 mit 85mm-Geschütz nicht überlegen.  Schon im letzten Jahr wurde der Ausflug des Panthers angekündigt, aber von einem Schaden in letzter Minute verhindert.  2016 klappte alles vorzüglich.

Grundsätzlich ausverkauft

Spontane Besuche von "Stahl auf der Heide" sind nicht möglich. Das Event ist ausverkauft – grundsätzlich und in jedem Jahr. Reservisten, Militaria-Fans und Modellbauer drängen sich um die Panzer in der Ausstellung "Offene Luke". Dort dürfen die Ungetüme hautnah begutachtet werden. Wer glaubt, so etwas interessiert nur ein paar Spinner, sollte sich die entsprechenden Youtube-Kanäle ansehen. Dort werden weltweit Museen besucht und die Exponaten in teils endlosen Videos ausgiebig erklärt.

Filmdokumente zeigen, dass in den 60er Jahren bei Führungen  im Museum noch alte Kameraden die Wundertaten der Panzerwaffe mit bebender Stimme vorgetragen haben. Der Ton ist heute streng demokratisch. Und ein großer Teil der Show wird mit dem Gerät der Bundeswehr bestritten. Schließlich gilt auch der Leopard-Panzer in der Szene was. 

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