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Rüstung Sticht Hyundais K2 den deutschen Lepoard 2 in Polen aus?

Der K2 Black Panther der südkoreanischen Armee.
Der K2 Black Panther der südkoreanischen Armee.
© Hyundai / PR
Hyundai stellt nicht nur Autos her, sondern auch Kampfpanzer. Die polnische Version des K2 trägt den Namen "Wolf" und soll sich auch gegen den Leopard 2 durchsetzen.

Viele Staaten haben ihre Bestände an Kampfpanzern drastisch reduziert, Polen hingegen will seine Streitkräfte modernisieren und plant, 800 Kampfpanzer anzuschaffen. Vielen Staaten Osteuropas bereitet die Politik Russlands Sorgen. Die russische Armee besitzt riesige Mengen an Kampfpanzern, die in großer Geschwindigkeit auf einen modernen Stand gebracht werden. Dazu baut Russland mit dem T-14 Armata den derzeit fortgeschrittensten Panzer der Welt. Russlands Streitkräfte verfügen über 3000 Kampfpanzer im aktiven Dienst, dazu kommen Tausende von eingelagerten Fahrzeugen. Zum Vergleich: Die Bundeswehr kommt auf etwa 300 Panzer.

Kein Partner im deutsch-französischen Projekt

Auf das deutsch-französische Projekt Main Ground Combat System (MGCS) will Warschau nicht warten, die Indienststellung dieses Panzers, der eine Antwort auf Russlands T-14 Armata geben soll, ist für das Jahr 2035 geplant – wobei Verzögerungen möglich sind. Außerdem hatte Warschau Interesse bekundet, an dem Projekt mitzuarbeiten, doch die Gespräche sollen versandet sein. Bislang ging man daher davon aus, dass die polnische Armee eine modernisierte Variante entweder des deutschen Leopard 2 oder des US-Modells M1 Abrams bestellen wird. Doch nun sieht es so aus, als würde ein Kampfpanzer von Hyundai das Rennen machen.

Dafür hat die Firma Hyundai Rotem den existierenden südkoreanischen Panzer K2 Black Panther weiterentwickelt und modifiziert. Im Vergleich zu Leopard und Abrams, die aus dem Kalten Krieg stammen, ist der K2 eine brandneue Entwicklung. Seit 2013 wird er in Serie gefertigt. Bei der Entwicklung analysierten die Ingenieure von Hyundai alle bestehenden westlichen Kampfpanzer, dazu flossen die Erfahrungen der südkoreanischen Armee mit dem russischen T-80 mit ein – einem leichten und schnellen Kampfpanzer.

State of the Art 

Die moderne Entwicklung hatte von Start an Innovationen, die der Leopard erst jetzt im Zuge von Modernisierungen erhält und das auch nur teilweise. Der K2 verfügt etwa über aktives Selbstschutzsystem, das angreifende Raketen abwehren soll. Dazu kann der Panzer durch sein hydropneumatisches Fahrwerk eine unterschiedliche Bodenfreiheit bekommen. Anstatt eines Ladenschützen führt ein Automat die Munition zu. Das reduziert die Besatzung auf drei Personen. Mit einem Gewicht von nur 55 Tonnen folgt der K2 eher den russischen Vorbildern und ist wesentlich leichter als die westlichen Modelle. Mit 1500 PS verfügt der K2 daher über ein exzellentes Verhältnis von PS zu Gewicht. Bewaffnet ist der Panzer mit einer 120 Millimeter Kanone. Motor, Getriebe und Kanone der ersten Baugruppe stammen aus Deutschland beziehungsweise wurden in Lizenz hergestellt. In Zukunft soll auf koreanische Entwicklungen umgestellt werden.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Eine weitere Besonderheit ist das offene Konzept des Hyundai, es macht Weiterentwicklungen des Panzers von Baugruppe zu Baugruppe leicht möglich, ebenso wie kundenspezifische Lösungen für den Export. "Wir sind offen für die Zusammenarbeit mit polnischen Unternehmen. Der Panzer würde in Polen hergestellt, und wir würden polnische Werke mit unserer Technologie beliefern", sagte Lee Han-Soo, leitender Manager von Hyundai Rotem im Verteidigungsbereich zu "Defense News". "Wir versuchen, unser Produkt bei anderen Ausschreibungen anzubieten, falls die Tschechische Republik und die Slowakei, aber auch andere Länder, sich entscheiden, neue Panzer zu bestellen", sagte Lee. "Deshalb ist das polnische Projekt für uns so wichtig.

Hyundai verspricht, eine eigene Produktionslinie mit einem umfangreichen Know-how-Export in Polen aufzubauen. Ebenso ist es denkbar, gemeinsam einen Kampfpanzer zu entwickeln. Nun wurde das Modell eines polnischen Panzers K2 PL "Wolf" gezeigt. Hier fiel auf, dass die Wanne des Panzers um ein Satz Laufräder verlängert wurde. Zusammen mit einem neuen kompakteren Antrieb kann dieser Zuwachs dazu dienen, ein von der Besatzung komplett getrenntes Munitionslager im Panzer zu bauen und die Besatzung ähnlich wie beim T-14 in einer besonders geschützten Zelle unterzubringen.

Attraktiver Technologietransfer

Das Angebot von Hyundai ist wegen des Technologietransfers und der Schulung der Mitarbeiter attraktiv für die Bestellländer. Wirklich spannend dürfte es werden, wenn es Hyundai gelingt, beim K2 eine Form von kontinuierlicher Weiterentwicklung zu realisieren. Dann könnte der K2 mit einer Serie von kleinen Schritten schneller am Ziel ankommen als der große Wurf des deutsch-französischen Main Ground Combat System.

Quellen: Defence News, Defence Blog 

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