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Rüstung: Putins neuer alter Kampfpanzer T-90M Proryv-3 - billig, erprobt und tödlich

Neben dem T-14 Armata erhalten Russlands Angriffsverbände eine verbesserte Version des T-90. Der Kampfpanzer aus dem Kalten Krieg wird mit den modernen Systemen des T-14 aufgewertet.

Technisch gesehen, geht auch der neueste T-90 teils auf Entwicklungen aus dem zweiten Weltkrieg zurück.

Technisch gesehen, geht auch der neueste T-90 teils auf Entwicklungen aus dem zweiten Weltkrieg zurück.

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Das russische Militär hat die erste Lieferung des Upgrades von T-90-Kampfpanzern erhalten. Inzwischen ist der Panzer aus dem Kalten Krieg bei der Version M angekommen. Genauer gesagt: T-90M mit dem Beinamen "Proryv-3" – Durchbruch. Erstmals wurde diese Variante 2017 erprobt.

Heute deutet viel darauf hin, dass zunächst der T-90M der "neue" Kampfpanzer der russischen Streitkräfte wird und nicht der weit modernere T-14 Armata. Als der Armata 2015 zum ersten Mal zu sehen war, ging ein Schock durch die Welt. Denn der T-14 ist eine Revolution des Panzerbaus. Sein Konzept ist allen anderen Modellen überlegen – etwa durch die Unterbringung der Besatzung in einer geschützten Sicherheitskapsel.

Kleine Bestelllose des T-14

Damals wurden unglaubliche Produktionszahlen für den Armata genannt. Sie waren so extrem, dass sie schon seinerzeit unglaubwürdig waren, da es bei Weitem keine ausreichenden Fabriken gab, um derartige Mengen herzustellen. Doch die dann später tatsächlich bestellten Stückzahlen sind überaus klein. In der ersten Lieferung ist nur ein gutes Dutzend T-14 bei der Truppe angekommen ("Zwergen-Armada statt Großangriff: Russlands Armee bekommt ganze zwölf T-14 Armata Panzer").

Stattdessen wurde parallel eine weitere umfassende Modernisierung des T-90 in Angriff genommen. Die Modernisierung dürfte weit billiger sein als Neubauten des aufwendigen T-14. Experten nehmen neben den Kosten als Grund an, dass der Kreml Angst vor der eigenen Courage bekam. Insbesondere die vollständige Abhängigkeit der Besatzung von der elektronischen Sensorik soll zunächst ausgiebig erprobt werden. Fallen die Sensoren aus, sitzt die Besatzung hilflos in der hermetisch abgedichteten Sicherheitskapsel fest.

Britische Panzer Schießübungen Truppenübungsplatz Lüneburger Heide

Die 2. motorisierte Gardeschützendivision erhält als erstes die neue Variante des T-90M. Die "Tamanskaya" oder auch "Taman" genannte Division zählt zu den russischen Eliteverbänden und zum Kern der neu aufgestellten 1. Garde Panzer Armee. Ein Verband, der als reine Angriffstruppe konzipiert wurde und eine moderne Version der sowjetischen Stoß-Armeen des Zweiten Weltkriegs darstellt. In der ersten Lieferung werden etwa 40 Panzer zur Ausrüstung eines Bataillons übergeben ("1. Garde Panzer Armee - "Der Hammer, der jede Verteidigung zerschlägt"")

Systeme auf dem Stand des T-14

Die T-90 haben eine moderne neue Panzerung und einen neuen Turm erhalten. Die Hauptwaffe entspricht der Kanone aus dem T-14. Die 2A46M-4 verwendet das Kaliber von 125 Millimeter soll aber eine größere Reichweite und Genauigkeit haben, als die älteren russischen Kampfwagenkanonen. Anders als im deutschen Leopard II benutzen die Russen seit Langem selbstladende Waffen mit einem Karussellmagazin. Für den Armata wurden bereits neue Munitionstypen entwickelt. Darunter eine panzerbrechende Granate mit Urankern und eine Lenkwaffe, die mit der Kanone verschossen wird.

Gleichzeitig wurden im Innenraum die Munition vom Raum der Besatzung getrennt. Auch wurde eine moderne Feuerlöschanlage eingebaut. Der Schutz der eigenen Besatzung hatte zu UdSSR-Zeiten keine besondere Priorität. Neben einem leichten 7,62-mm-Maschinengewehr, das parallel zur Hauptwaffe eingebaut ist, verfügt der Panzer auf dem Turmdach über eine ferngesteuerte Waffenstation mit einem schweren 12,7-mm Maschinengewehr. Gleichzeitig wurden die Elektronik und Zielerfassungsysteme ausgetauscht. Größte Neuigkeit ist die Fähigkeit, Zieldaten mit anderen Fahrzeugen in Echtzeit auszutauschen. Ein stärkerer Motor beschleunigt den Panzer auf 70 km/h. 

Der neue T-90 profitiert von Systemen, die für den T-14 entwickelt wurden. Durch den Wegfall zusätzlicher Entwicklungskosten wird die Modernisierung relativ günstig ausfallen. Die neue Variante des T-90M ist für jeden anderen Panzer ein gefährlicher Gegner – zumal die Nato-Staaten noch weit davon entfernt sind, Panzer zu bauen, die auf dem Stand des T-14 sind. Die ganze Familie des T-90 folgt grundsätzlich anderen Einsatzdoktrinen als die Panzer der Nato-Staaten. Der sowjetische Panzerbau bevorzugte stets leichtere und mobile Modelle – so wiegt der T-90 fast 15 Tonnen weniger als ein Leopard II.

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