HOME

Stern Logo Technik

Kampfpanzer: Zwergen-Armada statt Großangriff: Russlands Armee bekommt ganze zwölf T-14 Armata Panzer

Zunächst hieß es, Putin wolle 2000 moderne Kampfpanzer bis 2020 in Dienst stellen. Die ersten Serienmodelle treffen demnächst bei der Armee ein: Statt einer Flotte von 2000 Kampfpanzern werden es erst mal zwölf Stück.

T-14 Armata (MBT) während einer Übung

T-14 Armata (MBT) während einer Übung

PR

Als Putins Wunderpanzer vorgestellt wurde, waren alle Nato-Staaten entsetzt: Allzu modern und allzu überlegen ist dieser erste Panzer einer neuen Generation gegenüber allen anderen Modellen. Panzer wie der Leopard II sind immerhin betagte Gesellen und weit älter als die Soldaten, die sie bedienen. Erst im letzten Jahr stellte ein Schweizer Offizier fest, dass der Armata T-14 allen anderen Panzern weit überlegen sei. 

+++ Näheres über das technische Konzept des Armatas lesen Sie hier: "Schweizer Offizier warnt: Putins Superpanzer T-14 Armata allen westlichen Modellen weit überlegen" +++

Zudem wurden zunächst gigantische Zahlen kolportiert, auch in den russischen Medien. 2000 T-14 solle die Armee bis 2020 erhalten, hieß es. Ein Schock. Die Bundeswehr verfügt kaum über 100 einsatzbereite Panzer vom Typ Leopard II. Trotz ihrer Modernisierungen wären sie technisch veraltet und zudem in krasser Unterzahl. Diese Zahl war allerdings schon damals vollkommen absurd. Zieht man die Zeit für die Truppenerprobung und Abnahme ab, hätten etwa 1000 Stück im Jahr gebaut werden müssen. Dafür gibt es bei Weitem keine Kapazitäten und es wäre auch verrückt, solche Panzerfabriken aufzubauen.

T-72 und T-80: So sehen Russlands modernisierte Kampfpanzer aus

Zahl der T-14 schrumpft

Seitdem schwinden die Zahlen des gewaltigen Panzers wie Schnee in der Sonne. Im Betrieb sind 16 bis 20 Vorserienmodelle, die zur Erprobungszwecken gebaut wurden. Nun gibt das russische Verteidigungsministerium bekannt, dass 2019 die erste Charge an die Truppen übergeben wird.  Das sollen zwölf Serienmodelle des T-14 Kampfpanzers sein und vier Bergungspanzer vom Typ T-16. Auch diese Modelle werden weiter erprobt und getestet, nachdem sie am 9. Mai über den Roten Platz rollen werden.

Laut "Izvestiva" sollen sich diese ersten Serienmodelle von den Prototypen unterscheiden. Es wird angenommen, dass die neuen T-14s wahrscheinlich über einen modifizierten Motor und ein besseres Getriebesystem verfügen werden, um die Anforderungen an den Dienst in extremer Kälte und Hitze zu erfüllen. Dazu soll es ein optimiertes Zielerfassungssystem geben. Vorerst bleibt die die selbstladende A82 125-Millimeter-Glattrohrkanone Hauptwaffe des Panzers. Sie soll später durch eine stärkere 152-mm-Kanone ersetzt werden, die auch Panzerabwehr-Raketen verschießen kann.

Kampfpanzer: T-14 Armata - So sitzen die Soldaten in Putins Superpanzer
T-14 Armata

Die Innenausstattung des Panzers ist wenig luxuriös, aber dafür soll der T-14 besonders sicher sein.

132 T-14 Armata sind bestellt

Doch bei den zwölf Stück wird es nicht bleiben. 2018 hat das russische Verteidigungsministerium einen Vertrag über die Produktion von 132 T-14 Armata Kampfpanzern sowie schweren Schützenpanzern vom Typ T-15 und T-16 abgeschlossen. Der Truppe soll bis 2020 etwa 100 T-14 zulaufen. Im Herbst wurde allerdings bekannt, dass der T-14 nicht in Großserie gebaut wird. Eine Panzerarmada von 2000 T-14 wird es daher nicht geben. Der Kreml hat sich dafür entschieden, zunächst die Bestände an älteren Panzern der Typen T-72, T-80 und T-90 umfassend zu modernisieren.

Zu erwarten ist jedoch, dass die Produktion des T-14 in kleinen Gruppen fortgesetzt wird, wobei der Panzer von Baulos zu Baulos weiter optimiert werden kann. Denkbar auch, dass der T-14 schnell in den Export geht. Beides wären kostengünstige Wege, mit denen Moskau seine technologische Führerschaft verteidigen könnte.

Einsatz bei der 1. Garde Panzer Armee

Die erste Gruppe an Panzern wird dem 1. Garde Panzer-Regiment der Tamanskaya Division zugeteilt. Sie gehört zum neu aufgestellten Großverband der 1. Garde Panzer Armee. Für sie wurde ein Name aus dem Zweiten Weltkrieg reaktiviert. Die 1. Garde Panzer Armee ist ein reiner Offensivverband – anders als die Panzertruppen des Kalten Krieges soll die Armee auch für den Kampf im urbanen Gelände ausgerichtet sein. Hier überträgt der Kreml das Zweite-Weltkriegs-Konzept einer Stoß-Armee auf die heutige Zeit.

Lesen Sie auch:

- Putins 1. Garde Panzer Armee - "Der Hammer, der jede Verteidigung zerschlägt"

Schweizer Offizier warnt: Putins Superpanzer T-14 Armata allen westlichen Modellen weit überlegen

Kampfpanzer Armata T-14 - Vor Putins T-14 zittert die Welt

T-14 Armata - So sitzen die Soldaten in Putins Superpanzer

Themen in diesem Artikel