HOME

Stern Logo Technik

US-Panzer: Noch schwerer, noch gewaltiger – der neue Abrams-Panzer soll Putins T-14 Armata aufhalten

Der schwere Kampfpanzer der USA ist mittlerweile fast 30 Jahre alt. Ein großes Upgrade schützt ihn nun vor Raketen, weitere Panzerungen sollen den neuen russischen Panzern gewachsen sein

Rede in Ohio: Trump brüstet sich mit "großartiger" Panzerfabrik – was Putin damit zu tun hat

Die US-Armee rüstet ihre schweren Kampfpanzer auf. Der neue Abrams-Tank M1A2C hat eine schwere Aufgabe. Einerseits soll er den neuen und modernisierten russischen Modellen in einem Bewegungsgefecht motorisierter Truppen Paroli bieten, andererseits soll er Herausforderungen, die der Syrienkrieg gezeigt hat, bewältigen können.

In jedem Fall dürfte das neueste Upgrade wohl auch das letzte Gefecht des Abrams sein, der immerhin schon im Jahr 1980 vorgestellt wurde. Damals war der Abrams eine bahnbrechende Neuerung für die US-Armee. Bei ihm wurde die Chobham-Panzerung aus Großbritannien verwandt, dazu kam ein leistungsfähiges Feuerleitsystem, bessere Überlebenstechniken für die Besatzung und zudem setzte der Abrams ein Gasturbinentriebwerk anstelle eines Dieselmotors ein.

Kampfpanzer Armata T-14: Vor Putins T-14 zittert die Welt
Der T-14 hat einen Ehrenplatz in der jährlichen Siegesparade in Moskau.

Der T-14 hat einen Ehrenplatz in der jährlichen Siegesparade in Moskau.

Abrams wurde stetig modernisiert

Mit einem unablässigen Strom von Upgrades wurde der Abrams über die Jahre hinweg fit gehalten, doch in den letzten Jahren fiel der gewaltige Panzer etwa in Sachen Schutz von Antipanzerraketen zurück. Das letzte große Upgrade des Abrams ist mittlerweile über zehn Jahre alt. Diese Version verbesserte die Fähigkeiten des Panzers für den Kampf im urbanen Gelände. Es umfasste Zusatzpanzerungen und machte es möglich, das schwere MG aus dem Inneren des Panzers zu steuern. Im Irak hatte sich gezeigt, dass der Schütze, der aus der Luke kam, um mit dem MG zu feuern, sofort von Scharfschützen unter Feuer genommen wurde.

Eines der wichtigsten Bestandteile des neuen Upgrades beinhaltet ein neues aktives Schutzsystem. Es soll feindliche Panzerabwehrwaffen abwehren (Trophy Active Protection System (APS)). Derartige "Hard Kill"-Systeme überwachen den Raum um den Panzer und starten eine eigene Abwehrwaffe, die eine angreifende Rakete im Anflug zerstören soll.

Auf dem Foto erkennt man die Schürzen aus Reaktivpanzerung. Am Turm befindet sich eine Box mit einem Abwehrsystem.

Auf dem Foto erkennt man die Schürzen aus Reaktivpanzerung. Am Turm befindet sich eine Box mit einem Abwehrsystem.

PR

Gleichzeitig ist dies der am stärksten gepanzerte Abrams aller Zeiten, mit einer zusätzlichen Panzerung und Schürzen mit Reaktivpanzerung an der Seite der Wanne. Die Abrams Reactive Armor Tile (ARAT) sind eine Art von Fliesen oder flachen Kisten, die mit Sprengstoff gefüllt sind, und über bestimmte Oberflächen montiert werden. Wenn ein eintreffendes Projektil auf sie trifft, explodiert sie und sprengen die Rakete ab.

Mehr Panzerung und mehr Gewicht für den Abrams-Tank

Zudem wird die Frontpanzerung und die des Turmes weiter verstärkt. Denn sowohl Reaktivpanzerung wie auch Hard-Kill-Systeme wehren keine panzerbrechenden Granaten des Gegners ab. Hier hilft nur weitere Panzerung, als Reaktion auf das Modernisierungsprogramm der russischen Armee.

Hinzu kommen Features wie ein Ammunition DataLink. Es soll es möglich machen, Granaten so zu programmieren, dass sie sicher innerhalb eines Gebäudes explodieren und nicht, wie bisher geschehen, einfach hindurch fliegen, um dann im Hintergrund zu detonieren. Wichtige Neuerung ist ein Hilfstriebwerk. Es macht es möglich, den Panzer im Stand einsatzfähig zu halten, ohne die gewaltige Turbine laufen zu lassen. Deren Abwärme hatte bisher jede gedeckte Stellung verraten und sie zieht wärmesuchende Raketen magisch an.

Russlands Gegenspieler

Ein direkter Vergleich zu den russischen Gegenstücken ist schwierig. Grundsätzlich dürfte der neu konzipierte T-14 Armata auch dem neu ausgerüsteten M1A2C überlegen sein. Allerdings hat der Kreml bisher keine 150 Exemplaren des Super-Panzers bestellt. Selbst wenn dem ersten Baulos weitere folgen werden, wie es zu erwarten ist, wird die russische Armee nicht über Tausende dieser Panzer verfügen, wie zunächst befürchtet wurde.

T-72 und T-80: So sehen Russlands modernisierte Kampfpanzer aus

Die Hauptwaffe des Kreml werden weiterhin modernisierte Varianten von T72, T-90 und T-80 sein. Sie verfügen zumindest im Prinzip über ähnliche Features wie der neue Abrams. Die neueste Version des T-90MS verwendet die gleiche Kanone (2A82), mit der auch der T-14 Armata zunächst ausgerüstet wird. Diese Waffe wurde so entwickelt, dass sie zwar deutlich leistungsfähiger als ihre Vorgänger ist, aber keinen größeren Raum im Turm benötigt. Es ist anzunehmen, dass auch die russischen T-72 und T-80 im großen Maßstab mit ihr ausgerüstet werden.

Da Russland grundsätzlich leichtere und beweglichere Panzer baut als die Nato-Staaten, ist ein Vergleich schwierig. Der stärkeren Panzerung der West-Tanks begegnen die russischen Panzer mit höherer Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Zuverlässigkeit. Der mit 70 Tonnen ohnehin schon extrem schwere Abrams dürfte durch die neuen Features auf jedem Fall weiter an Gewicht zulegen.

Lesen Sie auch:

Vom Leopard 2 bis zum T-14 - das sind die wichtigsten Panzermodelle

Zu teuer für den Kreml? Keine Massenproduktion des Superpanzers Armata T14

Challenger 2 Update - Der Black Night soll gegen Putins T-14 Armata antreten

China-Panzer QN-506 ist der "Neue König des Krieges"

Terminator-2: Dieser schwerbewaffnete Russen-Panzer soll in den Städten kämpfen

Schwerer Flammenwerfer TOS - Thermobarischer Raketenwerfer- Putin baut neue Generation der Höllenkanone