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Britische Armee Kampfpanzer Challenger 3 – Rheinmetall-Kanone macht ihn gefährlicher als Putins T-14

Ein Kampfpanzer fährt durchs Gelände
Angesichts der Spannungen mit Russland erleben die Main Battle Tanks eine Renaissance
© PR
Großbritannien rüstet seine Flotte an schweren Kampfpanzern auf. Eine besondere Rolle spielen dabei Hochgeschwindigkeitsprojektile – sie sollen Putins T-14 und T-90 Panzer knacken.

Seitdem Russland 2015 den T-14 Armata vorgestellt hat, war offensichtlich, dass die Ära der Panzer aus dem Kalten Krieg zu Ende geht. Die Staaten des Westens stehen seitdem vor einem Dilemma. Eigentlich benötigen sie ein komplett neues Design, um der Herausforderung des T-14 gerecht zu werden. Doch die Entwicklung würde sehr lange dauern. Was füllt die Lücke in der Zwischenzeit? Die Antwort lautet: ein umfassendes Upgrade der vorhandenen Kampfpanzer.

Ein Weg, der auch darum akzeptabel ist, weil Russland selbst den T-14 der Truppe nur in kleinen Mengen zuführt und in der Masse die alten Panzer der Typen T-90, T-72 und T-84 ertüchtigt. Großbritannien hat nun seine Pläne bekannt gegeben. Der Challenger 2 wird demnach ausgemustert, 148 Einheiten werden zum Challenger 3 aufgerüstet. Von einem Upgrade kann man kaum sprechen. Turm, Kanone, Antrieb, Panzerung und Elektronik werden ausgetauscht. Vom alten Fahrzeug bleibt kaum mehr als die Wanne übrig.

Bedeutung schwerer Kampfpanzer

Der neue Challenger 3-Panzer soll alle Panzer in Putins Arsenal übertreffen, sagte Verteidigungsminister Ben Wallace. Die Challenger 3-Panzer werden im Werk Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) in Telford in Shropshire hergestellt. Großbritannien selbst hat die Challenger 2 Panzer vernachlässigt, die Zusammenarbeit von Rheinmetall und BAE soll den Rückstand der Briten beim Panzerbau überwinden. Wallace hat als Offizier selbst einen Zug mit Warrior-Schützenpanzern geführt. Zum alten Challenger 2 sagte er, es sei ganz sinnlos, Panzer zu unterhalten, die abgeschossen werden und ihre Besatzung nicht schützen können.

"Kampfpanzer haben eine Zukunft, sie sind unglaublich wichtig für den Kampf, für große Gefechte. Sie sind wichtig, um den Generälen und Militärführern Optionen im Feld zu geben. Es ist wichtig, dass wir Panzer haben, die besser sind als die des Feindes."

Rundum-Erneuerung

Und die Ankündigungen haben es in der Tat an sich. Der schwere Challenger soll in Zukunft fast 100 km/h schnell fahren können. Die Spitzengeschwindigkeit ist dabei nicht so wichtig, sie deutet jedoch an, wie agil der Kampfpanzer sein wird. Die aktuellen Panzer der Nato leiden häufig durch Nachrüstungen unter deutlichem Übergewicht. Die Steuerung wird voll digitalisiert, die Mannschaft wird die Außenwelt nur über Monitore beobachten. Der neue Turm wird die Besatzung besser schützen, sie wird aber nicht in einem speziellen Schutzmodul wie im T-14 untergebracht.

Spannend sind die Ankündigungen zu einer 120-mm-Glattrohrkanone L55A1 a. Hier gibt Britannien den gezogenen Lauf des Challenger 2 auf und wechselt zum Standard-NATO-Kaliber mit glattem Lauf. Der Challenger 3 erhält allerdings nicht die neuartige Rheinmetall 130-mm-Glattrohrkanone L/51. Vermutlich ist die Waffe zu schwer.

Das Vertrauen von Wallace in die Tödlichkeit des Challenger 3 rührt vor allem von der Kanone her. Sie soll in der Lage sein, die Frontpanzerung von T-14 und T-90 zu durchbrechen. Damit beschreiten die Briten einen neuen Weg. Die bisherigen Panzerkanonen können die Panzerung der neuen Russen-Panzer nicht penetrieren, die Standardlösung sind Kanonen größeren Kalibers. Die Briten wollen dagegen die Geschwindigkeit des Geschosses und so die Aufprallenergie des Geschosses erhöhen. Außerdem soll das Geschoss im Lauf mit Zieldaten gefüttert werden können. Die aufgerüsteten Panzer werden zudem mit einem neuen automatischen Zielerkennungs- und Verfolgungssystem ausgestattet.

Integriertes Schlachtfeld 

Der Verteidigungsminister sagte, dass der Challenger 3 komplett in einem digitalen Schlachtfeld integriert sein wird. "Der Challenger 3 wird der wirksamste Panzer der Nato sein. Er wird in der Lage sein, mit allen anderen Elementen nicht nur in der Army, sondern auch der anderen Streitkräfte zu kommunizieren, und er wird Großbritanniens Schlagkraft in der Kriegsführung erhöhen."

Natürlich wird der Challenger 3 auch über aktive Schutzsysteme verfügen, die ihn vor Anti-Panzer-Raketen schützen soll. Beim Challenger handelt es sich um eine Weiterentwicklung des "Black Night"-Prototypen, der 2018 gezeigt wurde. Die ersten Modelle sollen 2027 fertiggestellt werden und etwa um 2030 einsatzbereit sein. Die ersten Modelle des T-14 sind allerdings schon heute bei der Truppe, ebenso der modernisierte T-90M Proryv-3.

Quelle: The Times, Army Mod


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