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Challenger 2 Update: Der Black Night soll gegen Putins T-14 Armata antreten

Die britischen Kampfpanzer vom Typ Challenger 2 sollen aufgerüstet werden, um mit den russischen Modellen mitzuhalten. Der Prototyp Black Night setzt auf bessere Nachtsichtgeräte und eine schnellere Zielbekämpfung.

Mit dem Update "Black Night" soll der Challenger 2 bis 2035 im Dienst bleiben.

Mit dem Update "Black Night" soll der Challenger 2 bis 2035 im Dienst bleiben.

Russland hat den modernsten Kampfpanzer der Welt entwickelt. Der T-14 Armata wird zwar nicht in den Mengen gebaut, wie zunächst befürchtet, doch im Jahr 2020 werden die ersten hundert Exemplare bei der Truppe sein. Der Westen arbeitet an der Entwicklung eines angemessenen Gegners, aber bevor der über die Übungsplätze rollt, müssen die bestehenden Kampfpanzer modernisiert werden. Auch hier tut Eile not, denn Russland hat schon längst ein umfassendes Modernisierungsprogramm für die Panzer der Baureihen T-90, T-80 und T-72 gestartet.

Challenger 2 Update: Black Night – so wollen die Briten ihre Panzer aufrüsten
Mit dem Update "Black Night" soll der Challenger 2 bis 2035 im Dienst bleiben.

Mit dem Update "Black Night" soll der Challenger 2 bis 2035 im Dienst bleiben.

Nun zeigte BAE Systems das erste Beispiel einer modernisierten Version des britischen Challenger 2. Recht markig wurde das Update "Black Night" getauft und der Prototyp in Mattschwarz lackiert. Im Rahmen des Life Extension Project (LEP) der britischen Armee soll die Nutzungsdauer des Challenger 2, so bis 2035 verlängert werden. 

Der Challenger wurde – wie alle Kampfpanzer des Westens – noch im Kalten Krieg entwickelt – allerdings relativ spät. Die ersten Exemplare wurden erst 1994 ausgeliefert. Wie alle westlichen Kampfpanzer dieser Zeit ist der Challenger 2 mit über 62 Tonnen relativ schwer. Und obwohl er im Ruf einer guten Überlebensfähigkeit steht, sind die Tage des Giganten gezählt. Die britische Regierung entschied sich dagegen, schnell einen leichteren Nachfolger zu entwickeln. Statt dessen soll die Flotte von 400 Panzern umfassend nachgerüstet werden. Der Black Night ist einer der Top-Kandidaten für diesen Rüstungsauftrag.

Dezente Verbesserungen

Tatsächlich handelt es sich um eine moderate Modernisierung. Verbessert wurden die Fähigkeiten des Panzers, Gegner zu erkennen und zu bekämpfen. Herzstück der Maßnahmen ist das verbesserte Nachtsichtsystem des Tanks. Wegen der Fähigkeit auch in der schwarzen Nacht gleichzeitig zu manövrieren und zu kämpfen, wurde das Modell auch Black Night genannt. Hinzu kommen aktive Schutzsysteme, die angreifende Anti-Panzer-Raketen im Anflug abschießen sollen. Computergesteuert sollen diese Systeme Identifizierung, Zielerfassung und Schussabgabe möglich machen. Dazu trägt auch ein regeneratives Bremssystem des Turms bei, das den Energieverbrauch und den Verschleiß an der Lagerung reduzieren wird.

Offenbar sind ansonsten keine grundlegenden Veränderungen geplant. So scheint man an der verbauten Chobham-Komposit- Panzerung festzuhalten, die bislang auch im Einsatz überzeugte. Auch gibt es keine Ankündigungen Hauptwaffe und Antrieb zu erneuern. So bleibt es auch bei dem Einsatz eines Ladeschützen.

Problem der Hauptwaffe des Challenger 2

Auf den ersten Blick scheint das Hauptmanko des Black Night zu sein, dass der Panzer keine neue Kanone bekommt. Die Hauptwaffe - 30A1 120 mm – gilt eigentlich als veraltet. Es wird bezweifelt, dass sie die neue Frontpanzerung der russischen Modelle durchschlagen kann.

Hauptkonkurrent von BAE ist Rheinmetall. Doch Rheinmetall hat noch keinen eigenen Prototypen vorgestellt, und hält sich mit Details zurück. Doch die deutsche Firma hat bereits angedeutet, dass sie die Kampfkraft des Challenger 2 verbessern wolle. 2016 hat Rheinmetall auf der Messe Eurosatory zwar eine Kanone im Kaliber 130 mm vorgestellt mit einer Rohrlänge von 6630 mm. Das wäre eine deutliche Verbesserung, aber es ist zweifelhaft, dass es gelingt, die drei Tonnen schwere Waffe in den bestehenden Turm zu integrieren.

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