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Aufgerüsteter Leopard 2: Deutschlands Antwort auf Putins Superpanzer

Russland baut mit dem T-14 Armata den modernsten Kampfpanzer der Welt. Deutschland braucht noch etwa 14 Jahre für ein Gegenstück. Bis dahin muss der Leopard 2 in einer neuen Version durchhalten.

Von oben ist der erweiterte Turm des Leopard 2 gut zu erkennen.

Von oben ist der erweiterte Turm des Leopard 2 gut zu erkennen.

Russlands brandneuer Kampfpanzer T-14 Armata steht kurz vor der Serienfertigung. Es ist also höchste Zeit für die Nato-Staaten, sich zu überlegen, wie man dem modernsten Panzer der Welt begegnen kann. Ein komplett neuer Panzer (Main Ground Combat System (MGCS)) wird als deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt entwickelt, er wird aber frühestens 2030 erwartet. Für die Zeit dazwischen soll der Leopard 2 fit gemacht werden.

Erste Vision eines Leopard-Upgrades

Ein erstes Video mit dem Titel "MBT Advanced Technology Demonstrator" von Rheinmetall zeigt den Prototypen eines aufgemöbelten Leopard 2. Vom Leopard 2 wurden etwa 3000 Stück gebaut. Die meisten davon wurden nach Ende des kalten Krieges an verbündete Staaten weiterverkauft.

Der Prototyp vor dem Ausflug in der Halle.

Der Prototyp vor dem Ausflug in der Halle.

Was genau von den alten Tanks weiter verwendet wird, kann man anhand des Videos kaum sagen. Vermutlich wird die Panzerung des Chassis in modularer Bauweise ausgeführt. So kann sie auf einzelne Einsatzbedingungen angepasst werden, vor allem lassen sich Module leichter austauschen, die durch Beschuss beschädigt wurden.

Kampfpanzer: Vom Leopard 2 bis zum T-14 - das sind die wichtigsten Panzermodelle
Der Leopard 2A6 kann sich in Vergleichsübungen der NATO Panzer regelmäßig gegenüber dem M1 Abrams durchsetzen. Hierbei kommt es aber vor allem auf die taktischen Fähigkeiten der Besatzung an. Im Panzerwettbewerb 2016 der USA hatten die beiden Army Teams mit ihren M1 keine Chance. Die drei Leopard-Mannschaften aus Deutschland, Dänemark und Polen belegten die ersten drei Plätze. Sieger wurde Deutschland.

Der Leopard 2A6 kann sich in Vergleichsübungen der NATO Panzer regelmäßig gegenüber dem M1 Abrams durchsetzen. Hierbei kommt es aber vor allem auf die taktischen Fähigkeiten der Besatzung an. Im Panzerwettbewerb 2016 der USA hatten die beiden Army Teams mit ihren M1 keine Chance. Die drei Leopard-Mannschaften aus Deutschland, Dänemark und Polen belegten die ersten drei Plätze. Sieger wurde Deutschland.

Aktive Abwehrsysteme für den Leopard

Die meisten Neuerungen dürften im Turm stecken. Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass der Gefechtsturm wesentlich größer ausfällt als beim Leopard A4. Damit das Upgrade bezahlbar bleibt, ist es allerdings möglich, dass der eigentliche gepanzerte Turm weitgehend erhalten bleibt und neue Rüstsätze in einem Aufbau um ihn herum verbaut werden.

Auffällig sind die zahlreichen Kameras und ein zusätzlicher Aufbau für ein Nachtsichtgerät des Kommandanten. Rheinmetall betont ausdrücklich, dass der Prototyp vollständig nachtkampffähig sein soll. Das heißt, dass alle wesentlichen Funktionen über Kameras und Nachtsichtgeräte geleitet werden können.

Im Video taucht kein Abwehrsystem für Anti-Tank-Raketen auf. Experten erwarten aber, dass sich in dem vergrößerten Turmaufbau ein aktives Verteidigungssystem befinden wird. Der Demonstrator ist mit der bekannten 120-Millimeter-Panzerkanone ausgerüstet. Der riesige Turm deutet darauf hin, dass er bereits für die Aufnahme der neu entwickelten 130-Millimeter-Kanone von Rheinmetall ausgelegt ist. Ihre Fähigkeit, Panzerungen zu durchschlagen, soll um 50 Prozent besser sein, als die des 120-Millimeter-Kalibers.

Revival der Panzerkanone

Mit den neuen russischen Entwicklungen stecken die alten Nato-Panzer in einem Dilemma. Ihre Hauptwaffe reicht nicht aus, moderne Panzerungen zu durchschlagen. Solange moderne Lenkwaffen feindliche Panzer auf längere Distanz und unter schwierigen Bedingungen ausschalten konnten, war das kein großes Problem. Doch Störsender und aktive Verteidigungssysteme sollen den T-14 Armata in die Lage versetzen, intelligente Raketen abzulenken oder gar im Anflug abzuschießen. Gelingt das zuverlässig, wäre ein Panzer nur noch mit einer Panzerkanone zu knacken.

Mit neuer Verteidigungspanzerung, verbesserter Nachtsichtfähigkeit und Radar, einem aktiven Abwehrsystem und einer schweren Kanone ist der Leopard 2 weit eher in der Lage, dem russischen Superpanzer Paroli zu bieten. Eine exakte Abschätzung ist ohnehin kaum möglich, weil die tatsächlichen Fähigkeiten der einzelnen Systeme nicht bekannt sind. Und man auch nicht wissen kann, ob der T 14 die hochgesteckten Erwartungen im Einsatz einlösen wird.

Lange Durststrecke 

Vom Konzept bleibt der Leopard allerdings auch nach der Frischzellenkur ein Oldie. Wesentliche Neuerungen des T-14 fehlen. Beim T-14 lässt sich das Fahrwerk in der Höhe justieren, was dem Panzer weit bessere Eigenschaften in schwierigem Gelände verleiht. Auch setzen die Russen nur noch zwei Mann je Panzer ein, die nicht im exponierten Turm, sondern in einer gesonderten Schutzkanzel im Rumpf untergebracht werden. Ein klassischer Wirkungstreffer im Aufbau wird daher nicht zwangsläufig zum Tod der Besatzung führen. Im Leopard Upgrade werden Turm- und Chassisinnenraum wohl auch nach Modernisierung verbunden bleiben. Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass die neue Kanone vollautomatisch geladen wird wie beim T-14. Vor allem soll der T-14 so aufgebaut sein, dass er in der Zukunft als Dronen- oder vollautomatischer Roboterpanzer ausgerüstet werden könnte. So etwas dürfte beim Leopard 2 kaum möglich sein.

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