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Reparaturstau bei der Bundeswehr: Landesverteidigung ungenügend: Mehr als die Hälfte der Leopard-2-Panzer nicht einsatzbereit

Bei der Bundeswehr wird mal wieder an Ersatzteilen gespart. Mehr als die Hälfte aller Panzer warten auf einen Werkstatttermin. Im Ernstfall könnte das Heer derzeit nur 95 Panzer aufbieten – das entspricht nicht einmal einer einzigen Panzerdivision.

Der Leopard 2 zählt nach wie vor zu den besten Kampfpanzern der Welt (Archivbild).

Der Leopard 2 zählt nach wie vor zu den besten Kampfpanzern der Welt (Archivbild).

Neue Katastrophennachrichten von der Bundeswehr. Deutschlands schwerstes Geschütz ist der Leopard-2-Panzer, doch von 244 Exemplaren sind ganze 95 Panzer einsatzbereit. Das wurde dem entsetzten Verteidigungsausschuss des Bundestages mitgeteilt. Zur Einordnung: 95 Panzer entsprechen der Gefechtsstärke von zwei Panzerbataillonen. Eine klassische Panzerdivision verfügt über drei Panzerbataillone. Hinzu kommt, dass die verbliebenen Leopard-Panzer nicht in einer Einheit zusammengefasst werden.

Kein Geld für den Unterhalt

Die Ursachen für das Desaster sind die altbekannten Mängel. Die meisten Panzer befinden sich in der Werkstatt oder warten auf einen Reparaturtermin. 53 Panzer werden derzeit umgerüstet. 89 Leos sind "nutzungsbedingt ausgefallen." Nach wie vor sind Großfahrzeuge mit Kettenantrieb auf regelmäßige Wartungen und den Austausch von Verschleißteilen angewiesen. Ein Koloss wie der Leopard 2 ist kein Pkw, bei dem man alle 20.000 Kilometer mal das Öl wechseln muss und der Wechsel der Bremsanlage mit 80.000 Kilometern anliegt. Vor allem der Mangel an Ersatzteilen führt zu dem kleinen Bestand an einsatzfähigen Fahrzeugen. Auch unter der Ägide van der Leyens hat sich an der Mangelverwaltung beim Heer wenig geändert. Für den Steuerzahler ist diese Misswirtschaft kaum zu verstehen. In Anschaffung und Unterhalt sehr teure Verbände stehen still, weil an vergleichsweise billigen Ersatzteilen gespart wird. Zur Zeit des Kalten Krieges verfügte die Bundeswehr über mehr als 2000 schwere Kampfpanzer, bei besseren Reparaturmöglichkeiten und entsprechend höheren Klarstandmeldungen.

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Die Zahl der Bundeswehr-Panzer soll auf 320 aufgestockt werden, dazu werden alte Leopard-Panzer gekauft und modernisiert. Bis sie bei der Truppe eintreffen, werden noch Jahre vergehen.

Mehr Übungen, mehr Schäden

Die hohe Ausfallrate lässt sich durch die stärkere Teilnahme der Bundeswehr an Übungen erklären. Seitdem das Klima zwischen Nato und Moskau frostig geworden ist, rückt der Kampf motorisierter Großverbände wieder in den Fokus.

Offenbar hat man vergessen, dass die Bewegung der Kolosse im Gelände auch zu einem höheren Bedarf an Wartungen führt. Besonders betroffen sollen die Leistungselektronik und die Zahnkränze des Kettenantriebs sein. Das ist ein klassisches Verschleißteil, welches bei schweren Panzern regelmäßig erneuert werden muss. Die Leistungselektronik steuert Turm und Hauptwaffe, die verwendeten Module sollen aus dem Jahr 1995 stammen. Hier dürfte es sich um altersbedingte Ausfälle handeln. Hinzukommt, dass der Turm im Laufe der Zeit immer schwerer wurde.

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Übungen schon zu viel Belastung

Für den Ernstfall kann es nichts Gutes bedeuten, wenn die Bundeswehr bereits vom jetzigen Übungsbetrieb so überfordert wird. Sollte es zu einer großen Auseinandersetzung kommen, könnte die Bundeswehr derzeit lediglich die genannten 95 Panzer an die Front beordern. Dort angekommen, dürften dann noch weit weniger kampfbereite Panzer übrig bleiben. Wenn keine Ersatzteile auf Vorrat gelagert werden, könnte der hohe Verschleiß echter Gefechte überhaupt nicht abgefedert werden.

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Allein dieser Großverband wird über 600 Kampfpanzer verfügen. Noch ist der neue T-14-Armata-Panzer in Russland nicht im Einsatz. Es gilt aber als sicher, dass der T-14 weit vor den modernisierten Leopard 2 der Bundeswehr bei der Truppe eintreffen wird. Im Prinzip ist der Leopard 2 in seinen modernisierten Varianten den russischen Panzern vom Typ T 90 und T 80 nicht unterlegen, allerdings sind die russischen Modelle bereits jetzt mit Systemen zur aktiven Abwehr von Panzerabwehrraketen ausgerüstet. Auch kratzen die Verluste der türkischen Armee in Syrien am Image des Leopard 2. Dort wurden in kurzer Zeit mehrere Leopard abgeschossen.

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Dabei handelte es sich um Panzer älterer Baureihen, auch führten eklatanten Führungsfehler zu den Verlusten.

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