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Andreas Gabalier: Ein Chauvi in Lederhose

Als Hetero-Mann hat man's schwer, und Mütter sollen länger zu Hause bleiben: Andreas Gabalier verwirrt dieser Tage mit merkwürdigen Äußerungen.

Der österreichische Sänger Andreas Gabalier

Der österreichische Sänger Andreas Gabalier

Ist das nur ungeschickt - oder sucht da jemand den kalkulierten Tabubruch? Andreas Gabalier bezeichnet sich selbst als "Volksrock'n' Roller", aktuell entwickelt er sich allerdings mehr zum Bad Boy der Volksmusik, der immer wieder aneckt. Jüngster Fall: Am Sonntagabend beklagte er sich bei der Verleihung der Amadeus- Awards in Wien über sein hartes Schicksal: "Man hat es nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf Weiberl steht", klagte Gabalier auf der Veranstaltung, bei der Conchita Wurst gleich mehrere Preise absahnte. Der heterosexuelle steierische Naturbursche als unterdrückte Spezies - nicht alle im Publikum waren mit dieser selbstmitleidigen Art einverstanden. Es gab Pfiffe und Buh-Rufe für diese Aussage.

Auch im Gespräch mit der Frauenzeitschrift "Tina" hielt der Sänger mit seinen chauvinistischen Ansichten nicht hinterm Berg: Er habe die Angewohnheit, "bei jeder Bergtour unbedingt zum höchsten Punkt, zum Gipfel zu wollen - genau wie beim Sex!"

"Wenn ich erstmal loslege..."

In dem Interview kam er zudem auf das Thema Familienplanung zu sprechen - und ließ gleich durchblicken, dass in seinen Lenden Saft für mehrere Kinder steckt: "Wenn ich erstmal loslege mit dem Kinderzeugen, kann es also gut sein, dass ich so schnell nicht mehr damit aufhöre!"

Von seiner Partnerin, der TV-Moderatorin Silvia Schneider, erwartet er, beruflich zurückzustecken: "Ich glaube, dass es Kindern guttut, wenn ihre Mutter länger zu Hause bleibt und sich um sie kümmert", so Gabalier zu "Tina". "Heute müssen doch viel zu häufig Schule und Kindergarten die Erziehung übernehmen!"

Andreas Gabaliers neues Album "Mountain Man" erscheint am 15. Mai. Auf dem Cover sieht man, wie der Musiker über eine Berglandschaft aus Brüsten fliegt.

Andreas Gabaliers neues Album "Mountain Man" erscheint am 15. Mai. Auf dem Cover sieht man, wie der Musiker über eine Berglandschaft aus Brüsten fliegt.

Schon in der Vergangenheit war Gabalier immer wieder mit rückwärtsgewandten Einstellungen aufgefallen. So hatte er im vergangenen Jahr in der österreichischen Bundeshymne nur die "großen Söhne" des Landes besungen, nicht aber die "großen Töchter". Eine veraltete Version der Hymne, die er kurz darauf sogar als Single veröffentlichen wollte, dann aber doch zurückzog.

Für Kopfschütteln sorgt auch das Cover seines am 15. Mai erscheinenden Albums "Mountain Man. Darauf fliegt er als eine Art Superheld über eine Landschaft aus Brüsten. Gabalier versteht den Wirbel nicht: "Das ist eine steirische Hügellandschaft mit Heuschupfen auf der Spitze", erklärte er am Sonntagabend, und kriegte sich über seinen pubertären Witz kaum ein.

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