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Eurovision Song Contest Es soll eine Party für die Ukraine werden: ESC findet 2023 in Liverpool statt

Die ukrainische Band Kalush Orchestra
Die ukrainische Band Kalush Orchestra hat den ESC 2022 in Turin gewonnen
© Luca Bruno/AP / DPA
Die Ukraine hat den diesjährigen Eurovision Song Contest gewonnen. Aufgrund des Krieges wird der Musikwettbewerb jedoch im kommenden Jahr in Großbritannien stattfinden. Nun wurde entschieden, wann und wo.

Der Eurovision Song Contest (ESC) wird im kommenden Jahr im nordenglischen Liverpool ausgetragen. "Es ist Liverpool, 13. Mai", verkündete am Freitag Graham Norton, der für den britischen Rundfunksender BBC den internationalen Musikwettbewerb präsentiert. Das erste Halbfinale findet am 9. Mai, das zweite am 11. Mai statt. Der ESC wird jedes Jahr von einem Millionenpublikum verfolgt.

Großbritannien springt 2023 als Gastgeberland für die Ukraine ein, die den Wettbewerb in diesem Jahr mit dem Kalush Orchestra gewonnen hatte. Ursprünglich hatten sich 20 britische Städte als Austragungsort beworben, zuletzt konkurrierten noch Liverpool und die schottische Stadt Glasgow.

"Wir haben es geschafft. Jetzt beginnen Monate der Vorbereitungen für die beste Party jemals. Ukraine, wir versprechen dir, wir werden dich stolz machen", sagte die Bürgermeisterin von Liverpool, Joanne Anderson.

Die Band Kalush Orchestra begrüßte die Nachricht, dass der Eurovision Song Contest nun in der M&S Bank Arena am Hafen in Liverpool stattfinden soll. "In der gleichen Stadt zu spielen, wo die Beatles begonnen haben, wird ein Moment sein, den wir nie vergessen werden", schrieb die ukrainische Band in einem Statement. Auch wenn es traurig sei, dass der ESC nicht in ihrem Heimatland stattfinden könne, seien sie sicher, dass die Bürger von Liverpool herzliche Gastgeber sein würden. Außerdem wolle die Band daran arbeiten, dass die Ukraine erneut gewinne und der Contest 2024 in Kiew stattfinden könne.

Aus Sicherheitsgründen kann die Veranstaltung im nächsten Jahr nicht in der heftig umkämpften Ukraine gefeiert werden. Großbritannien bot als Zweitplatzierter bereits vor Monaten die Ausrichtung an. Die Briten sind schon häufiger für andere Länder eingesprungen. Die BBC rechnet damit, dass 160 Millionen TV-Zuschauer in aller Welt das Großereignis verfolgen werden.

Erstmals findet der ESC in Liverpool statt

Während die Heimat der Beatles zum ersten Mal das Musikspektakel beheimaten wird, ist es bereits das neunte Mal, dass der ESC im Vereinigten Königreich stattfinden wird. In Liverpool hatten sich am Freitagabend bereits mehrere ESC-Fans versammelt, die nach der Entscheidung in Jubel ausbrachen, wie in der BBC-Übertragung zu sehen war.

"Liverpool wird eine unvergessliche Show bieten, die die reiche Kultur und Kreativität der Ukraine feiern wird", schrieb die britische Premierministerin Liz Truss auf Twitter. Der BBC zufolge will die Stadt unter anderem mit ukrainischen Street-Art-Künstlern und Designern zusammen daran arbeiten, dass Kultur und Musik der Ukraine im Zentrum des Ganzen stehen.

"Es ist die Party der Ukraine. Wir laden sie lediglich ein, sie bei uns zu Hause zu schmeißen", sagte der diesjährige ESC-Zweitplatzierte Sam Ryder nach der Entscheidung für Großbritannien als Gastgeber. "Wir wissen hier im Vereinigten Königreich, wie man eine Party feiert."

Liverpool hat – maßgeblich geprägt durch die Beatles – eine lange und reiche musikalische Geschichte und zieht damit jedes Jahr Besucher aus aller Welt an. Außerdem hat die Stadt bei vergangenen Eurovision Song Contests sogar heimische Musikerinnen und Musiker ins Rennen geschickt. Die Sängerin Sonia holte mit "Better the Devil You Know" 1993 den zweiten Platz. Die Band Jemini, ebenfalls aus Liverpool, trat 2003 an, erreichte allerdings nur den letzten Platz. Eine Rolle für die Wahl soll außerdem gespielt haben, dass Liverpool durch seine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Hafenstadt Odessa bereits eine Beziehung zu dem Land hat.

Auch Glasgow hatte sich bis zuletzt große Hoffnungen auf den Wettbewerb gemacht. Die schottische Regierungschefin Nicola Stugeon nahm die Niederlage jedoch sportlich und gratulierte der Stadt Liverpool auf Twitter. "Enttäuscht für Glasgow, aber keine Zweifel, ihr werdet Eurovision und die Ukraine stolz machen", schrieb die Politikerin.

Ukraine ist automatisch fürs Finale gesetzt

Dank einer überwältigenden Unterstützung des Publikums hatte die ukrainische Band Kalush Orchestra im Mai mit ihrem Song "Stefania" das ESC-Finale im italienischen Turin gewonnen. Auf dem zweiten Platz landete der Brite Sam Ryder. Deutschland kam auf den letzten Platz.

Normalerweise ist das Siegerland der Gastgeber des ESC im darauffolgenden Jahr. Wegen des russischen Angriffskriegs will die Europäische Rundfunkunion (EBU) den nächsten ESC aus Sicherheitsgründen aber nicht in der Ukraine organisieren. Die ukrainische Regierung hatte sich zunächst gegen die Absage gewehrt, konnte sich mit ihren Einwänden aber nicht durchsetzen.

Schon ab Juni führte die EBU Gespräche mit der BBC. Im Juli erklärte sich Großbritannien bereit, als Ausweichgastgeber einzuspringen. Die Ukraine ist aber automatisch fürs Finale gesetzt. Die ukrainische Regierung stimmte einer von Großbritannien ausgerichteten Veranstaltung zu, die stark ukrainisch geprägt ist.

Großbritannien hat den ESC schon acht Mal ausgerichtet, darunter allein vier Mal in London, aber auch in Edinburgh, Brighton und Harrogate sowie zuletzt 1998 in Birmingham.

jum/AFP/DPA

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