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Andreas Gabalier nach der Homophobie-Diskussion: "Ich bin stolz auf den Sieg von Conchita"

Seine Aussagen zu Homosexuellen sorgten für Kritik, doch im Gespräch mit dem stern zeigt sich der österreichische Volksmusiker Andreas Gabalier überraschend liberal.

Von Sarah Stendel

Homosexuelle sollten heiraten und adoptieren dürfen, sagte Andreas Gabalier dem stern.

Homosexuelle sollten heiraten und adoptieren dürfen, sagte Andreas Gabalier dem stern.

Wenn am Samstag in Wien der Eurovision Song Contest ausgetragen wird, fehlt einer der momentan größten österreichischen Promis: Andreas Gabalier. Der erfolgreiche Volksmusiker, der gern mal den Chauvi raushängen lässt und mit kernigen Sprüchen aneckt, hätte es beim bunten ESC sicherlich auch schwer. Erst kürzlich wurde er beim österreichischen Amadeus-Award auf der Bühne ausgebuht.

"Man hat es in der heutigen Zeit nicht leicht, wenn man als Mann auf Frauen steht", hatte Gabalier dort live ins Mikrofon gesagt. Interviews, in denen er das Zurschaustellen von Homosexualität als "nicht fair kleinen Kindern gegenüber" bezeichnete, feuerten die mediale Kritik an ihm zusätzlich an. Gabalier, ein homophober Macho?

Tatsächlich sagt er auch im Gespräch mit dem stern : "Mir ist es zu viel, damit täglich konfrontiert zu werden, wie jetzt gerade beim Songcontest." Er wolle Sexualität und speziell Homosexualität nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten sehen. "Das ist etwas Intimes und gehört ins Schlafzimmer oder in den Playboy". Auf Nachfragen gibt sich der Sänger aber überraschend liberal.

Schwulenrechte seien zum Glück in Österreich kein Thema. "Es gibt noch genug Länder, wo Homosexualität auf das Heftigste verfolgt wird. Bei uns gibt es alle Freiheiten, genau wie es auch sein sollte." Die Liebe falle eben hin, wo sie hinfalle und jeder sollte seine Veranlagung so ausleben dürfen und können wie er möchte. "Und sie sollen auch alle Rechte haben in Richtung Adoption und Heirat", so Gabalier weiter.

Warum dann aber ein Spruch, wie der beim Amadeus-Award auf öffentlicher Bühne? "Der war vielleicht zu viel, ja", lenkt er ein. Und auch gegen den ESC hat Andreas Gabalier nichts. "Ich würde beim ESC auftreten, man kann stolz sein, dass er dieses Jahr in Österreich ist und man kann auch auf den Sieg von der Conchita stolz sein. Ich kann ihr nur alles Gute wünschen und Tom Neuwirth, dass ihm diese Kunstfigur weiterhin so viel Freude bereitet, damit er diesen Weg weiterführen kann."

So ganz weiß der Volks-Rock'n'Roller in Lederhosen offenbar selbst nicht, was er vom Thema Homosexualität halten soll. Gabaliers Aussagen zeigen Herz - aber bleiben ambivalent.