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Erste ESC-Probe: Elaiza fehlt der Zauber von Köln

Keine Windmaschine, keine Pyrotechnik und kein LED-Zauber: Elaiza gaben in Kopenhagen einen ersten Ausblick auf ihren Auftritt beim ESC-Finale am 10. Mai. Stimmig wirkte das nicht.

Von Jens Maier, Kopenhagen

Theater, Theater, der Vorhang geht auf, dann wird die Bühne zur Welt", sang Katja Ebstein 1980. 34 Jahre später erinnert der Auftritt von Elaiza an jenes damals besungene Theater. Die deutschen Teilnehmerinnen für den ESC 2014 absolvierten am Sonntagmorgen ihre erste Bühnenprobe in den B&W-Hallen von Kopenhagen. Für Sängerin Ela Steinmetz, Akkordeonspielerin Yvonne Grünwald und Bassistin Natalie Plöger und ihren Song "Is It Right" verwandelt sich die riesige LED-Wand in eine Theaterkulisse.

Die drei Frauen stehen auf einem Schachbrettmuster, im Hintergrund sind Vorhänge und Brokat angedeutet, die Bühne ist in Lila und Rot getaucht. Das soll zwar Nähe vermitteln, wirkt aber größtenteils kalt und düster. Elaiza werden von dem mächtigen Bühnenhintergrund förmlich erschlagen, von Sängerin Ela sind zu wenige Nahaufnahmen zu sehen.

Bei dem ersten von vier Probendurchläufen wirkt die 21-Jährige Sängerin Ela sichtlich angespannt, wird dann aber lockerer - auch wenn der Flirt mit der Kamera noch nicht recht klappen will. Gesanglich ist sie dagegen von Anfang an auf der Höhe. Im Gegensatz zu manch anderen ESC-Teilnehmern erlaubt sie sich keine Patzer. Eine souveräne Leistung.

Theaterkulisse viel zu bunt

Keine Windmaschine, keine Pyrotechnik und kein LED-Zauber: Wie beim deutschen Vorentscheid in Köln sollte es ein ganz auf Elaiza reduzierter Auftritt ohne den technischen Schnickschnack sein, den die Bühne von Kopenhagen durchaus hergeben würde.

Leider ist das nicht gelungen. Die Theaterkulisse im Hintergrund ist viel zu bunt. Das wirkt nicht nur unmodern, sondern provinziell. Die drei Girls sind zwar keine Diven wie Madonna, Kylie Minogue oder Britney Spears - aber selbstbewusst genug, um sich ohne Theaterschischi zu präsentieren.

Ein ruhigeres Scheinwerferlicht, wärmerer Farbtöne - schon sind Elaiza wieder die Stars zum Anfassen. Die Newcomer, die eben noch in Hamburg vor wenigen hundert Zuschauern spielten und am 10. Mai vor 140 Millionen auftreten werden. Weniger ist mehr. Wenn es gelingt, das am Finalabend zu vermitteln, dann wird es ganz großes "Theater, Theater".

Nachtrag:

Die deutsche Delegation hat angekündigt, dass es bis zur zweiten Probe am Dienstag erhebliche Änderungen am Bühnenbild geben wird.

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