Grand-Prix-Vorentscheid Nicht "Jugend forscht" sondern Meisterklasse


Nach dem Debakel im vergangenen Jahr hat der NDR das Konzept für den Grand-Prix-Vorentscheid komplett umgestaltet. Große Namen sollen für Qualität bürgen.

Entweder Vicky Leandros, Thomas Anders oder Olli Dittrich mit seiner Country-Band "Texas Lightning" werden Deutschland beim diesjährigen Grand Prix d'Eurovision, der im Mai in Athen stattfinden wird, vertreten. Soviel steht schon mal fest. Denn nach dem Debakel des vergangenen Jahres, als Deutschland mit Gracia auf dem letzten Platz landete, wurde beim NDR das Konzept komplett umgestellt.

"Wir haben großartige Künstler und gute Chancen, im Finale in Athen zu gewinnen", sagt Volker Herres, NDR- Fernsehprogrammdirektor bei der Vorstellung der Kandidaten im Hamburger Schauspielhaus. "Jetzt können wir endgültig beweisen, dass der europäische Song Contest zur Hochkultur gehört", so Herres mit Blick auf das Deutsche Schauspielhaus in der Hansestadt, wo der Vorentscheid am 9. März über die Bühne geht. Mit den legendären Teilnehmern würde man dem Qualitätsanspruch gerecht werden, gab sich Herres äußerst zuversichtlich.

Thomas Anders, 42, wird die Ballade "Songs that live forever" singen. Auch Vicky Leandros, 53, tritt mit einer Ballade an, die leicht pathetisch klingt, "Don´t break my heart". Lediglich Olli Dittrich, besser bekannt als "Dittsche" von der Imbissbude, sorgt mit seiner Countryband für etwas Schwung mit dem Song "No no never".

Ein guter Grand Prix Song müsse schließlich die Herzen von Menschen aus 38 verschiedenen Ländern wärmen, deshalb brauche man Interpreten mit Erfahrung, so Herres. Schließlich sei "der Eurovision Song Contest die Meisterklasse, nicht Jugend forscht", witzelte TV-Comedian und langjähriger Grand-Prix-Fan Thomas Hermanns, der die Sendung moderieren wird. "Weil wir gewinnen wollen, brauchen wir Profis", betont auch NDR-Unterhaltungschef Jan Schulte-Kellinghaus. Der Sender hat die Kandidaten in diesem Jahr selbst ausgesucht.

50 Jahre Tradition bewahren

Mit einem Seitenhieb auf Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" meinte Herres: "Hamburg ist nicht Wetzlar. Bei uns treten die an, die international Erfolg haben können." Die ARD verpackt den Wettbewerb, in dem die drei Kandidaten neben ihren eigenen Songs auch Grand-Prix-Coverversionen präsentieren werden, in eine große Gala mit vielen Gästen. "Wir sind das Original mit 50-jähriger Tradition und wollen den Grand Prix wieder zum großen TV-Ereignis machen", sagt Herres. Prominente Fans des Sangeswettbewerbs sind Gäste der Show, darunter die Komiker Dirk Bach, Hape Kerkeling und die Grünen-Politikerin Claudia Roth.

Wippende Cowboyhüte auf der Pressekonferenz

Bei der ersten Präsentation der Songs in Hamburg wippten TV- Komiker Dittrich und sein "Dittsche"- und Band-Partner Jon Flemming Olsen so kräftig mit, dass die Cowboyhüte auf ihrem Kopf wackelten. "Wir sind ja auf den ersten Blick der David zwischen den Show-Goliaths", sagt Olsen. Und Dittrich erinnerte an seine Zeit vor der TV-Karriere: "Ich bin gelernter Musikant."

Vicky Leandros wäre zum dritten Mal dabei

Mit 15 Jahren trat Schlagersängerin Vicky Leandros zum ersten Mal beim Grand Prix für Luxemburg an. Sie landete auf dem vierten Platz, und ihre Karriere ging richtig los. 1972 holte die gebürtige Griechin dann den Grand Prix nach Luxemburg mit ihrem Siegertitel "Aprés toi". Und wenn sie das dritte Mal antreten könnte, in würde sie Deutschland in ihrer Heimat würdig vertreten. "Deutschland hat es sicherlich nicht verdient, den letzten Platz zu belegen", sagt Leandros.

Thomas Anders kam am Ende doch nicht an dem Thema vorbei, dass sein Ex-Modern-Talking- Partner Dieter Bohlen als Produzent beim rumänischen Vorentscheid mit von der Partie ist. Auf die Frage, ob eine Konstellation Anders gegen Bohlen nicht Grand Prix pur wäre, antwortete er: "Das ist für Deutschland noch mehr."

DPA/kbu DPA


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